Aua1210: CharityWatch.info (2): Stellungnahme der Soko Tierschutz und Verkaufsangebot

 

{TS-Kritik; die Ironie dosiert der Leser!}

  

Der von den Feiglingen von CharityWatch.info durch ihre Pressemitteilungen vom 30. Dezember 2013 veranstaltete Wirbel (Aua1209) war Topthema im Netz beim Jahreswechsel. Einzelne, in dieser Pressemitteilung mit falschen Tatsachenbehauptungen belegte Tierschützer erfreuten sich an Silvester zahlreicher Anrufe aus der Szene mit dem von Sorgenfalten umwölkten Hinweis darauf, dass der Text den Geschädigten nicht auf Tatsachen beruhende Ämter und Funktionen zuweise.

Seriös und gut gemacht wäre dem Projekt CharityWatch.info – in der Webseiten-Version - eine Startsympathie ja nicht zu verwehren. Aber wenn die Herausgeber sich schon gleich selbst mit falschen Tatsachenbehauptungen demontieren, wie jeder Interessierte im Netz durch Sekundenrecherche feststellen kann, dann sucht sich die „Enthüllungs-“Rakete jetzt schon einen Landepunkt am Boden.

 

Ganz viel Zucker am Sitzende von DN!

Okay, diese Redaktion will die Enddarm-Behaglichkeit bei so viel Zucker ebendort in ihrem Wellnessfaktor nicht von vornherein leugnen:

 

              

Wir wollen mit unserer Arbeit für mehr Transparenz sorgen, eine Datenbank des Spendenwesens aufbauen aber auch Organisationen mit vorbildlicher Transparenz wie z.B. PETA Deutschalnd, Atmosfair, BUND oder Provieh vorstellen. CharityWatch.info setzt die erfolgreiche Arbeit unserer Kollegen Stefan Loipfinger und Karin Burger fort. Auf www.charitywatch.de finden Sie noch viele weitere analysierte Spendenorganisationen, die thematisch hier nicht behandelt werden können. Ebenso empfehlenwir die Seite www.doggennetz.de von Karin Burger. Beide Kollegen werden von uns hoch geschätzt. Gerade die Vorarbeiten von Karin Burger und Stefan Loipfinger dienen uns als gute Ausgangsbasis für unsere Recherchen.

(Charitywatch.info Startseitentext „Korrekte Spendenverwertung oder Spendenabzocker“ am 01.01.2014; rote Hervorhebg. d. DN-Red.)

  
              

Aber das Lob an Loipfinger und die DN-Redaktion heben Sach- und Tippfehler oben drüber im Text nicht auf: PETA Deutschland e. V. ist keineswegs eine Organisation mit „vorbildlicher Transparenz“, wie CharityWatch.info behauptet. Folgt man der jüngsten Bewertung von Stiftung Warentest im test-Heft 12/13 (vgl. Aua1163) gehört PETA zu den „unwirtschaftlich arbeitenden Organisationen“ bei einer Transparenzbewertung von „unzureichend“ und einem gleichlautenden Urteil hinsichtlich Organisation und Kontrolle.

Also: Was labern die Jungs (Mädels?)  von CW.info? Im HInterkopf zu behalten ist die Frage, WARUM die Strippenzieher dort PETA besser hinstellen als es nachweisbar steht?

 

SOkO Tierschutz vermutet Konzerne hinter CW.info

Allerdings gibt diese weitere falsche Tatsachenbehauptung den Spekulationen von SOKO Tierschutz e. V. Auftrieb, von der inzwischen hier eine Stellungnahme vorliegt.

Auszug aus der Aktualisierung vom 31.12.13:

 

              

UPDATE 31.12.2013:

Aktuell läuft eine neue Angriffswelle der Schmutzkampagner gegen SOKO Tierschutz.
Erneut wird mit kriminellen Methoden versucht unseren guten Ruf zu beschädigen. Sinnlos!

Da müssen einige Leute in der Tiernutzungsindustrie ja wirklich verzweifelt sein.
Bitte haltet die Augen offen. Nach gefakten Domains und Pressemitteilungen kommen sicher neue schmutzige Tricks.

Solltet ihr verdächtige Aktivitäten im Netz finden, informiert uns bitte. Da wir nicht genau wissen, wer hinter diesen Angriffen steckt, werden wir nächstes Jahr einfach noch mehr aufdecken und jeden thematisieren, der hinter so einer Schmutzkampagne stecken könnte. Irgendwann treffen wir schon den Richtigen.

(Soko Tierschutz e. V., Schmutzkampagne gegen SOKO Tierschutz; Aktualisierung vom 31.12.2013)

              

An anderer Stelle heißt es auch:

              

Alle Falschinformationen bezogen sich in der einen oder anderen Form auf die Berichterstattungen über den deutschen Geflügelkonzern Wiesenhof und wurden von einer übersichtlichen Anzahl Namen (keine Klarnamen), die alle zu selben Zeit im Netz auftauchten, publiziert. Auch Portale der Agrarindustrie wie agrarheute.de waren sich nicht zu schade, diese Falschmeldungen weiter zu verbreiten.

(ibid.) 

              

Zu diesem Konzernverdacht jedoch passt das bisherige Auftreten auf der Webseite von  CW.info nicht. Dort nämlich geht es zumindest bisher ausschließlich um die diversen Nachfolgeorganisationen des Deutschen Tierhilfswerk (DTHW; also Wolfgang U.).

Diese Divergenz ist bisher: irritierend. Oder es haben sich zwei verschiedene Interessenslager zusammengeschlossen?

Probieren wir es mal so:

 

Angebot an CW.info: Verkaufe die 60 ETN-Kilo für 3.000 Euro!

CW.info lobt: Die Vorarbeiten von DN dienten als „Ausgangsbasis“ für die CW.info-Recherchen?

Das kann ja spannend werden. Aber wenn dem so ist und die Welt eine Kugel, dann bitte schön:

Wie der Szene hinlänglich bekannt, erhielt die DN-Redaktion Anfang 2013 vier Umzugskartons mit 60 satten Kilo Dokumente, die ursprünglich vom Europäischen Tier- und Naturschutz e. V. (ETN) stammen. Da sind wahre Leckerstückchen dabei, einige derer inzwischen auf DN schon veröffentlicht wurden (z. B. Aua938, Anhänge in Aua959, Anhang in Aua1060P, ).

Ganz ehrlich? Die DN-Redaktion hat den Gesamtfundus noch nicht einmal komplett gesichtet. Das nämlich ist eine Schweinearbeit, weil es sich größtenteils um eine Lose-Blatt-Sammlung aus Kontoauszügen, Verträgen etc. handelt.

Hinzu gesellt sich die inzwischen gewonnene Erkenntnis, dass der sogenannte Enthüllungsjournalismus hinsichtlich des Umgangs mit Spendengeldern von Tierschutzorganisationen im Grunde niemanden interessiert. Diejenigen, welche es interessiert, lassen nach dem Ausscheiden von Verein A ohne Strukturanalyse das Geld einfach an Verein B fließen.

So what?

Und vor allem interessiert es offensichtlich nicht einmal die ermittelnde Staatsanwaltschaft. Der zuständigen Staatsanwaltschaft Bonn im Falle des ETN nämlich hatte DN den Fundus ebenfalls zur Auswertung und Verwendung angeboten. Davon wollte die Sta Bonn nur unter der Voraussetzung Gebrauch machen, dass die DN-Redaktion eine vollständige Inventarliste der Dokumente anlegt.

Wenn diese Redaktion korrekt informiert ist, erhalten Staatsanwälte und von ihnen beauftragtes Hilfspersonal Geld für ihre Arbeit? Überdies handeln sie noch im Staatsauftrag? Das alles ist bei der DN-Redaktion nicht und in pekuniärer Hinsicht lediglich im lachhaften Bereich der Fall. Und Doggennetz.de hat nicht den Ehrgeiz, der Staatsanwaltschaft einen Berg von Arbeit für lau abzunehmen!

Die Verteilung der CW.info-Pressemitteilung gegen Soko Tierschutz über ddp direct soll unbestätigten Informationen zufolge richtig teuer sein. Also hofft die DN-Redaktion, dass  CW.info Kohle hat. Das ist diesseits ganz anders. Deshalb: Wenn CW.info möchte, verkauft DN die 60 Kilo gern für 3.000 Euro.

Zum Anfüttern schicke ich bei entsprechenden Signalen gern ein weiteres interessantes Dokument zu, das bisher auf DN noch nicht veröffentlicht wurde: Der Vertrag zwischen der Europäisches Tierhilfswerk Stiftung (Zürich) und einer Werbeagentur, die rein für nicht näher quantifizierte Öffentlichkeitsarbeit Millionenbeträge mit stattlicher Progression kriegen sollte! Sollte! Weil dann Wolfgang U. aufflog!

Da CW.info mutmaßlich über Kohle verfügt, ist die DN-Redaktion bereit, den genannten 60-Kilo-Fundus für 3.000 Euro zu verkaufen.

Na?

 

Einzelne CW.info-Pressemitteilungen schon wieder gelöscht!

DN sieht sich in seiner Strategie, selbst noch Silvester mit Aua1209 in der Kategorie „eilt“ herauszugehen, bestätigt. Denn inzwischen sind die ersten Pressemitteilungen von  CW.info schon wieder gelöscht. So läuft etwa dieser Link zwar nicht ins Leere, aber außer der Überschrift ist kein Text mehr verfügbar.

 

Aktualisierung 03.01.2014:

Die SOKO Tierschutz hat auf ihrem Facebook-Account am 2. Januar 2014 noch einmal eine detailliertere Stellungnahme zu der oben genannten Pressemitteilung sowie der vom Verein behaupteten Hetzkampagne veröffentlicht. Darin werden die einzelnen Schritte der Kampagne aufgelistet und kommentiert.

Auf der Homepage von CW.info wurde inzwischen auch die Pressemitteilung zur Soko Tierschutz veröffentlicht.

  





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Mittwoch, den 01. Januar 2014 um 11:16 Uhr
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