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Aua775: Lupenreine Tierschützerin verbindet geschundene Seele mit aus den USA eingeflogenem Zuchtmops

 

{TS-Satire}

 

Die ignorante Gesellschaft, diese. Kaum einer macht sich einmal Gedanken darüber, was die lupenreinen Tierschützer seelisch so alles aushalten müssen. Tagein, tagaus sind sie mit unvorstellbarem Elend konfrontiert.

Elend? Fünf lächerliche Buchstaben, zwei davon auch noch doppelt, die das Universum des Grauens kaum auch nur andeuten können.

Eine schwache Skizze der unvorstellbaren Realitäten im Tierschutz bieten da allenfalls die offenen Briefe der großen Tierschutzorganisationen. In einem jüngeren Exemplar solcher stand es einmal wieder schonungslos, ja knallhart: Hunde, denen „man sämtliche Knochen gebrochen, die Pfoten abgehackt, die Augen ausgestochen hat, die angezündet oder ausgesetzt wurden.“


Kühlender ("Iceman") Balsam für Tierschützer-Schaschlik-Seelen

Was muss solches mit anzusehen den Herzen,  Seelen  und Psychen der bescheiden mit ihrem querformatigen Heiligschein daherschlappenden Gutmenschen antun, die tapfer hinstehen, hingucken und im richtigen Zahlmoment hinlangen? Die sich nicht abwenden vom himmelschreienden Leid der besonders im Ausland geschundenen Kreatur! Die ihre Herzen öffnen und die stumm Leidenden tränenüberströmt an sich drücken, entschlossen die Kette lösen, den Kennel öffnen, den Transporter vom Boden bis zur Decke nahtlos bestücken und in geschwinden 40-Stunden-Landtransporten ohne Klima, Wasser, Futter oder Pause nach Deutschland retten?

Dort nach dem Öffnen der Glutofentransporter wieder unverdrossen die Toten (Tiere) von den noch Lebenden (Tieren) scheiden und die armen Hundchen auf der nächstgelegenen Autobahnraststätte an nicht überprüfte Interessenten für ein Heidengeld verscheuern.

Wahre Helden, in Hundertschaften! Große Menschen, imposante Seelen, gütige Herzen ...  

Gütiger Himmel!

Einsam liegen sie dann abends in ihren Bettchen, die Lupenreinen, und finden nicht den wohlverdienten Schlaf, weil all die entsetzlichen Bilder von gebrochenen Augen, ausgestochenen Pfoten und angezündeten Knochen ihnen auf der liebenden Brust hocken . Das gesehene Leid hält sie im Würgegriff, martert die Seele, zerfetzt das Herz. Schwer geht der Atem und es flieht der Schlaf!

Wo nur noch all die notwendigen Endplätze finden für die ungeheuren Massen des tierischen Leids …


Seelenpflaster, ethikfrei

Wer wenn nicht solche edlen Seelen, solche frei schwebenden Tierschützerinnen, haben es sich nun aber wirklich mal verdient? Den arschteuren Rassehund für den eigenen Bedarf! Extra eingeflogen aus den USA? Qualzucht selbstverständlich, für einen Markt der Dekadenz gezüchtet. Ethikfrei garantiert!  Und so teuer, dass die stolze Besitzerin, wenn schon nicht das Preisschild am Hunde selbst belassen könnend, dies im Getreuenforum ihren Anhängern exakt kommunizieren muss?

Die Chefin des „Tierschutzvereins“ Retriever in Not / Liberty for dogs auf jeden Fall hat es sich angesichts ihrer unvorstellbaren (!) Verdienste verdient. Das finden auch ihre gut geschulten Anhänger, die sich ebenfalls Tierfreunde zu nennen erfrauen.  

Im Internetforum des Vereins freut sich eine Wasserträgerin „ganz dolle für dich“ - gemeint ist die Vereinsvorsitzende: „Nach langen + schweren Jahren hast du etwas für Dich + Deine Seele.“ Der Jubel vollendet sich in dem sprudelnden Spaßwunsch mit „deinem Seelenauffrischer“.


Und so wickelt sich eine hehre, eine verdienstvolle, eine bei Tiere-suchen-ein-Zuhause immer gern gesehene TIERSCHÜTZERIN den weißen Mops Iceman von um ihre verbrannte, verätzte, zerstochene Seele.

Aua775RiNMops60  
Bildzitat Screenshot von https://www.facebook.com/icemanmops, denn selbstverständlich hat Mopsi sogar seine eigene Facebook-Seite!
Straff geführte Claqueure, die sogar freiwillig ihre geplanten Leserbriefe der RiN-Vorsitzenden zur Korrektur und Freigabe vorlegen, haben allergrößtes Verständnis dafür, dass sich verdiente, ehrenvolle, warmherzige, aufrichtige, authentische, überzeugende, wohltuende, vorbildhafte Tierschützerinnen für den eigenen Bedarf einen Mops vom Züchter aus den Staaten einfliegen lassen!
DAS sind die eben Vorzüge ethischer Vorzüglichkeit!


Diese nun wahrlich zu heilen, dafür bringt Mopsi Icemann die entscheidenden Qualitäten mit, wie die große und verdienstvolle Tierschützerin in ihrem eigenen Forum verkündet:  „[…] er hat Papiere und ist ein reiner Mops. Er kommt von einer Mopszüchterin die über 20 Jahre weiße Möpse züchtet. […] Ich bin froh dass er so aussieht wie er aussieht, eben anders als die Möpse die in Deutschland VDH gezüchtet werden. Sonst würde er ja auch gar nicht auffallen.“

Doggennetz.de-Leser sollten sich nicht an der rudimentären Syntax obigen Zitats stören, die vollkommen in Einklang mit der rudimentären Ethik solcher Tierschützer steht!

Und bitte – nichts schlimmer als: „nicht auffallen“!!!


Vorbildliche Vorzüge ethischer Vorzüglichkeit

DAS sind dann eben die Vorzüge der ethischen Vorzüglichkeit: Sich nicht im privaten Hundebestand mit Exemplaren der Massen von traumatisierten, verhaltensgestörten, von Deprivations- und sonstigen Schäden gekennzeichneten, womöglich phänotypisch defizitären, gar noch kranken Mistviechern aus dem Ausland belasten zu müssen, die man anderen unter bedrohlichem Winken mit der moralischen Keule so leichtfertig auf das bedauerlicherweise schon vorher blaue Auge drückt!

Da Doggennetz.de nichts unversucht lässt, solchen Lichtgestalten des deutschen Tierschutzes angemessen zuzuarbeiten, hofft diese Redaktion zum "Auffallen" ihren bescheidenen Beitrag geleistet zu haben?

Auch wegen: In Momoriam „Ruf“ (vgl.  Aua767)!

 





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Donnerstag, den 11. Oktober 2012 um 10:14 Uhr
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