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Aua742: Außenwahrnehmung des Tierschutzfaschismus (5): Kölner Zoodirektor wird auf Facebook bepöbelt, beleidigt und bedroht


{TS-Kritik}

 

Im Kölner Zoo wurde am vergangenen Samstag (25.08.2012) ein Tiger erschossen, nachdem dieser eine Pflegerin angegriffen hatte. Doch selbst der Schuss konnte das Leben der Zoomitarbeiterin nicht mehr retten.

Über diesen dramatischen Vorfall berichten die Medien auch Tage danach noch bundesweit. Eine kleine aktuelle Auswahl: Focus, Spiegel, Süddeutsche Zeitung.

Diesen Vorfall zum Anlass zu nehmen, über Sinn und Unsinn von Zoos und die Haltung der Tiere dort zu diskutieren, das ist das eine und genuine Aufgabe des Tierschutzes.
Diesen Vorfall zum Anlass zu nehmen, einzelne Verantwortliche zur Hetzjagd auszuschreiben, ist ebenso typisch wie indiskutabel, schadet der gesellschaftlichen Akzeptanz des Themas und bedient ganz offensichtlich eine völlig andere Agenda.

Schockierend, in welchen engen Grenzen sich bei einigen Tierfreunden die Trauer um die getötete Zoomitarbeiterin hält. Im Fokus der Kritik steht stattdessen Zoodirekter Theo Pagel, der den für den Tiger tödlichen Schuss abgegeben hatte. Die von Tierschutzseite vorgeschlagene Alternative eines Betäubungsschusses wird von den Experten zurückgewiesen, weil die Betäubung des Tigers etwa 15 Minuten gedauert hätte.

 
Menschenverachtung

Welche geschmacklosen Blüten die „Empörung“ der „Tierfreunde“ treibt, zu welchen menschenverachtenden Kommentaren sich einige hinreißen lassen, das wird inzwischen auch von der Presse aufgegriffen. Der Sog menschenverachtender Äußerungen vollzieht sich insbesondere auf der Facebook-Seite des Kölner Zoos.

Eine klare Sprache für die faschistoiden Absonderungen eben dort findet die BZ: Kölner Zoo-Chef auf Facebook bepöbelt.

Es sind Äußerungen wie nachstehende, die auch der Gesellschaft außerhalb der immer radikaler werdenden Tierschutzszene schockiert:

              

"Unglaublich, dass durch menschliches Versagen immer wieder Tiere sterben müssen! Tier haben mehr Recht, auf der Welt zu sein als Menschen.

(Beispielkommentar von der Facebook-Seite des Kölner Zoos zum Abschuss des Tigers Altai nach dessen tödlichem Angriff auf eine Tierpflegerin.)
 

              

Oder auch:

              

„Wie fühlt man sich so, wenn man so ein wunderbares Tier getötet hat? War’s toll? Gibt Ihnen das einen Kick oder so?“

(ibid.)

              

Die BILD-Zeitung sowieso, aber auch andere Blätter und Online-Magazine greifen diese Entgleisungen auf. Nordbayern.de enthüllt die virtuelle Empörung als schiere Gewissenspflege.

Die Pressestelle des Kölner Zoos erklärt gegenüber der Doggennetz.de-Redaktion telefonisch, dass die Kommentarfunktion auf der Facebook-Seite jetzt abgeschaltet werde, um eine weitere Eskalation zu verhindern.

 Aua742KoelnerZoo 

Gepardenanlage des Kölner Zoos. Mit freundlicher Genehmigung des Kölner Zoos.
Fotograf:
Rolf Schlosser
Den tragischen Todesfall im Kölner Zoo als Vorlage für eine aktualisierte Diskussion über Zoos an sich aufzugreifen, das ist eine ureigenste Aufgabe des Tierschutzes. Dafür engagieren sich die großen Tierschutzorganisationen wie der Deutsche Tierschutzbund oder PETA oder andere. Den grausamen Tod einer Tierpflegerin jedoch als Steilvorlage für exerzierte Menschenverachtung, Hetze, Polemik, Beleidigungen und Bedrohungen zu verwenden ist unethisch, bringt den Zootieren gar nichts und sorgt lediglich dafür, dass das Thema insgesamt für die Gesellschaft an Interesse verliert.
Was dem Kölner Zoodirektor Theo Pagel jetzt auf Facebook widerfährt, ist aber nur ein schaler Abklatsch dessen, was Andersdenkenden, Tierschutzkritikern, Journalisten, Publizisten und kritischen Autoren aktuell täglich durch so genannte Tierschützer widerfährt. Es wird höchste Zeit, dass Politik, Behörden und Medien diese bedenklichen und für jede andere Agenda leicht instrumentalisierbaren Tendenzen wahrnehmen, thematisieren, diskutieren und auch strafverfolgen!




Auch der Kölner Zoo schaltet Polizei ein

In einem aktuellen Eintrag dort wird darauf hingewiesen, dass sich der Kölner Zoo aufgrund einzelner Kommentare sogar gezwungen sieht, die Polizei einzuschalten:

              

Liebe Facebook-Fans, grundsätzlich: Kritik nehmen wir gern an. Für Beleidigungen, respektlose Kommentare, Drohungen und sogar die Veröffentlichungen persönlicher Adressen haben wir jedoch kein Verständnis. (Hier werden wir jetzt leider auch die Polizei einschalten müssen.) Wir trauern um eine liebe Kollegin und auch um unseren Tiger! Wir behalten uns nun vor Kommentare, die pietätlos und einfach weit unter der Gürtellinie sind, zu löschen oder die Kommentarfunktion ganz auszuschalten. Wir haben bisher versucht das zu vermeiden, da gerade in einem Sozialen Netzwerk jeder seine Meinung offen sagen könnten sollte, aber nun ist eine Grenze erreicht, die wir nicht mehr ignorieren können und aus Respekt vor unserer toten Kollegin auch nicht ignorieren wollen.

(Facebook-Seite des Kölner Zoos; Erklärung vom 28.08.2012)

              


Das Prozedere der „Tierfreunde“ ist klassisch und wird in endlosen Artikel auf Doggennetz.de berichtet: Beleidigungen, Drohungen und sogar die Veröffentlichung persönlicher Adressen! Zoodirektor Pagel ist gut beraten, wenn er sich schon einmal auf eine „Mahnwache“ vor seinem Privathaus vorbereitet. „Mahnwachen“ sind als Bedrohungsinstrument derzeit ganz groß in Mode bei den Tierschützern!

Vielleicht jedoch führt aber dieser furchtbare Vorfall vor dem prominenten Hintergrund und insbesondere die Reaktionen der "Tierfreunde" und „Tierschützer“ darauf auch dazu, dass diese mehr als bedenklichen gesellschaftlichen Entwicklungen auf breiterer Front wahrgenommen werden.



[Aktualisierung vom 29.08.2012:] Inhumane Tierschützer-Statements

Nachgerade wohltuend und mit maximal klaren Worten kommentiert Detlef Obens von xtranews.de die Tierschützer-Kommentare auf „unterirdischem Niveau“ in seinem Artikel Heftige Facebook-Debatte um das Unglück im Kölner Zoo. Der Kommentator empfindet die Tierschützer „erschreckend kommentierend(en)“. Lesbar ringt er mit der Fassungslosigkeit:

              

Man mag es nicht glauben, dass Tierschützer, oder solche die dies von sich behaupten zu derart inhumanen Statements fähig sind.

(Detlef Obens: Heftige Facebook-Debatte um das Unglück im Kölner Zoo; Xtranews.de am 28.08.2012; Hervorhebung d. Red.)

              

 

Unfair und unmoralisch und jenseits des Erträglichen

Zoodirektor Theo Pagel hatte selbst erklärt, dass der vergangene Samstag aufgrund des Unfalls und des nötigen Abschusses von Tiger Althai der „schwärzeste Tag“ seines Lebens gewesen sei. Trotzdem wird Pagel von so genannten Tierfreunden in einer Art und Weises angegangen, die Obens so kommentiert:

              

Wie auch immer, der Direktor stand vor einer schweren Entscheidung und es ist in höchstem Maße unfair und unmoralisch, ihn für seine Entscheidung derart anzuprangen. Was dazu einige User auf Facebook schreiben, sprengt einfach den Rahmen des Erträglichen. Es gipfelt bereits so weit darin, die private Adresse des Zoodirektors zu veröffentlichen.

(ibid.; Hervorhebung d. Red.)  
              

Obens Abschlusskommentar deckt sich vollständig mit Doggennetz.de-Kritik an den jüngsten und schockierenden Entwicklungen im Tierschutz:

              

Aktiver und sinnvoller Tierschutz geht vom Menschen aus. Aber Menschen, die wenig Achtung vor dem Leben oder Sterben anderer Menschen zeigen und dies auch zum Ausdruck gringen, vermögen dem Tierschutz eher zu schaden als zu nutzen.

(ibid.)  
              

 


Weitere Doggennetz.de-Artikel zu diesem Themenbereich:

Artikelserie: Außenwahrnehmung des Tierschutzfaschismus:

Aua660 / Aua689 / Aua694 / Aua699 / Folgeartikel: Aua744


Verfassungsfeindliche Tendenzen:

Aua474 / Aua506 / Aua592


Artikelserie Menschenjagd in Welver:

Aua641 / Aua645 / Aua646Aua649 / Aua683 / Aua692 / Aua705 / Aua710

Dazu auch: Aua715

Drohungen und Morddrohungen:

Aua507 / Aua510 / Aua513 /Aua539  / Aua565 /Aua593 / Aua603 /Aua659 /  Aua682     / Aua739

Ganz aktuelle und sehr drastische Morddrohungen auf Facebook gegen diese Redaktion wurden bisher noch nicht berichtet, weil sie Gegenstand sowohl diverser strafrechtlicher wie zivilrechtlicher Verfahren und Klagen sind.

Artikelserie: Warten auf den ersten Toten des faschistoiden Tierschutzes:

Aua686 / Aua687 / Aua688

 

Synopse der Gesamttendenzen: Offener Brief an BKA-Chef Jörg Ziercke und Innenminister Dr. Hans-Peter Friedrich:  Aua697





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Dienstag, den 28. August 2012 um 09:40 Uhr
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