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Aua671: Der bewundernswerte Kampf der Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen

{TS-Kritik}

 

Verblüffend ist eigentlich nur die Unverfrorenheit, mit der die Offiziellen des etablierten Tierschutzes Tierfreunde und Spender an der Nase herumführen. Die fortlaufende Dokumentation einzelner dieser Täuschungsmanöver ermüdet den Leser rasch, wenn er selbst von den Fällen nicht betroffen ist.  Kaum ein Tierfreund auch will sich der Mühe unterziehen, diejenigen akribischen Dokumentationen nachzulesen, welche zweifelsfrei belegen, wie dreist die Wahrheit von den Verantwortlichen verdreht wird und welchen hohen Preis die Tiere - in diesem Fall: eines offiziellen Tierheims - dafür zahlen müssen!

 
Mustergültig: Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen!

Beispielgebend für die seriöse und fortlaufende Dokumentation solcher „Wahrheitslücken“ ist die Website der Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen (AG TF). Das Drama eben dort zieht sich nun schon über ein Jahr hin und wurde sowohl auf CharityWatch.de wie in zwei Artikeln auf Doggennetz.de (vgl. Aua135, Aua 638) berichtet

 

Der DTB hat die Macht und er übt sie aus

Trotz einer von den Verantwortlichen Tierschutzverein Zwiesel-Regen-Viechtach e. V. gegen die engagierten Tierfreunde angestrengten zivilrechtlichen Klage, die im geschlossenen Vergleich die Rechtmäßigkeit der Kritik bestätigte,  bleiben die Tierfreunde des AG TF dort weiter am Ball. Sie gehen nicht, wie andere, vor diesem schon fast als klassisch zu bewertenden Einschüchterungsinstrument in die Knie; das Einschüchterungsinstrument derer, die solche Prozesse nicht aus eigener Tasche bezahlen müssen!

Dabei mischt bei den durch und durch intransparenten Vorgängen rund um das Tierheim Regen und deren Tiere jetzt auch der zuständige Dachverband, Deutscher Tierschutzbund e. V. (DTB), mit. In einer völlig überraschenden Aktion wurden vom DTB erst kürzlich alle Hunde aus dem Tierheim Regen abgeholt und angeblich auf andere Tierheime weit weg (z. B. in Hessen und Rheinland-Pfalz) verteilt.

Dass die engagierten Tierfreunde der AG TF vorher nicht von diesem Coup informiert worden sind, ist kennzeichnender Bestandteil der Intransparenz von DTB und seinem Vorort-Verein sowie wichtiges Signal für die mangelnde Kooperations- und Deeskalationsbereitschaft.  

Und es ist ein klares Zeichen der Macht: Wir haben die Macht und deshalb machen wir, was wir wollen!

Und wie sehr sich die Akteure der AG TF, welche die abtransportierten Hunde teilweise persönlich kennen, auch bemühen, beim DTB Informationen zum Verbleib der Tiere zu bekommen  - sie werden mit Allgemeinplätzen und schlichtem Dummfug abgespeist:

              

Wir möchten um Verständnis bitten, dass die Tiere sich zunächst in Ruhe eingewöhnen müssen, weshalb wir zum Schutze der Tiere die genauen Aufenthaltsorte hier bei Facebook nicht veröffentlichen möchten.

(zitiert auf www.blog.tierfreunde-regen.de im Beitrag „Geheimniskrämerei um den Verbleib der Hunde aus dem Tierheim Regen“ aus einer Facebook-Antwort des DTB).

              

Allerdings veröffentlicht der DTB den Aufenthaltsort der Hunde nicht nur auf Facebook nicht, wie die AG TF weiter berichtet, sondern auch auf telefonische Anfrage habe man die Auskunft erhalten, es dürfte nichts gesagt werden (ibid.)

Der DTB muss also die armen Hunde aus Regen vor den Tierfreunden "schützen", welche diese Hunde teilweise persönlich kennen und betreut haben?

Wie abstrus, wie herabwürdigend für die Tierschützer der AG TF, wie schäbig, wie durchsichtig ist das denn? Es ist eine schallende Ohrfeige des DTB für Tierfreunde, die sich für Tierheimhunde engagieren und sich für sie um eine Lösung bemühen!

 

Unglaubwürdig bis zum Abwinken: „friedlich eingeschlafen“

Besonders interessant in der Doku der AG TF ist der Fall des mehr als bedauernswürdigen Hundes Rolf (†) des Tierheims Regen. Über dessen erschütternde Geschichte informieren sich Interessierte hier.

aua135rolfx 

Der Ärmsten (in Deutschland!!!) einer:
Schäferhund Rolf des Tierheims Regen.
Das Beste, was sich von dieser bedauerns-
werten Tierheim-Biografie berichten lässt:
Er hat es hinter sich! Dass die Behauptung
"friedlich eingeschlafen" der Verantwortlichen
des Tierheims wenig glaubwürdig ist, weiß
jeder Sachkundige. Aber die AG TF haben
kritisch nachgefragt und die Antwort des
Vorsitzenden Molitor gibt dann den Rest dazu!
Foto: Sabine Macht

Am 10. Mai 2012 veröffentlichten die Verantwortlichen des Tierheims Regen-Zweisel-Viechtach e. V. dann auf der Tierheim Website die Information, dieser Hund sei – und hier ist die Wortwahl entscheidend – „friedlich eingeschlafen“.

Den Stussgrad von „friedlich eingeschlafen“ erkennen freilich nur jene, die über entsprechende Sachkenntnis und Erfahrungen verfügen. Kaum ein Tier schläft „friedlich“ ein. Jeder Tierschützer, der über mehrere Jahrzehnte Tierschutzerfahrung und die Erfahrung aus dem Verlust von Tieren im eigenen Bestand verfügt, weiß, dass „friedlich einschlafen“ ein höchst seltenes Gottesgeschenk ist.

Auch die Akteure der AG Tierfreunde Landkreis Regen wissen das. Und deshalb haben sie beim Vorstand des Kreistierschutzvereins schriftlich nachgefragt. Gut so. Denn die Antwort des ersten Vorsitzenden Johannes Molitor enthält dazu eine mehr als  befremdliche und fast schon wieder satirefähige Bemerkung „Rolf ist am 10.05.2012 aus Altersgründen eingeschlafen“ (Quelle).

Die mehr als berechtigten Fragen der AG TF, woher die Verantwortlichen denn wüssten, dass dieses Einschlafen „friedlich“ geschah, und ob der Hund post mortem noch dem Tierarzt vorgestellt worden sei, diese Fragen beantwortet Molitor nicht.

Dickes Lob an die AG TF!

Die Akteure der Aktionsgemeinschaft verdienen ein ganz dickes Lob für ihr Engagement und ihre Nachhaltigkeit! Trotz des mächtigen Gegners, der sich unter Rückgriff auf Spendengelder, wie vermutet werden muss, juristische Hilfe zu holen versuchte, trotz des jetzt auch noch mitmischenden DTB, der die Hunde „wegzaubert“ und auf berechtigte Fragen nach deren Verbleib keine Auskunft erteilt, trotz der Tatsache, dass diese Tierfreunde mit ihrer mehr als mühsamen Arbeit und ihrem hohen Dokumentationsaufwand auf ihrer Website nicht die Aufmerksamkeit des ganzen Netzes und den schnell zu erheischenden Beifall eilfertiger Claqueure genießen dürfen – sie bleiben am Ball. Schriftlich und sachlich stellen sie ihre Fragen, haken nach, dokumentieren.

Solche Tierfreunde und Tierschützer leisten zweifelsohne mehr für den Tierschutz als jene, die sich in lautstarken Internetaktionen und per Agitation auf Facebook auf irgendwelche gesellschaftlichen Randgruppen mit maximal geringem Sozialprestige stürzen, um damit ein Tierschutzproblem zu bekämpfen, dessen Relevanz sie überhaupt nicht belegen können.

Doggennetz.de lobt selten. Ein  Mangel, vielleicht!

Aber Doggennetz.de lobt ganz ausdrücklich die Hartnäckigkeit und das seriöse Vorgehen der Tierfreunde rund um Sabine Macht und die Aktionsgemeinschaft Tierfreunde Landkreis Regen!





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Sonntag, den 10. Juni 2012 um 10:12 Uhr
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