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Aua668: Verzweifelte Mutter wendet sich an den Deutschen Tierschutzbund e. V.

{ironisch entgleisende TS-Kritik}

 

Die Aua-Schrift ist auch schon wieder so eine Doggennetz.de-Lüge. Denn die Mutter wendet sich gar nicht direkt an den Deutschen Tierschutzbund e. V. (DTB), sondern der Notruf ergeht recht eigentlich von der Organisation foodwatch. Er richtet sich auch nicht an den DTB, sondern an Menschen mit Verantwortungsbewusstsein.

Diese Redaktion leitet ihn einfach nur freundlicherweise weiter! Aber diese Freundlichkeit dankt uns vermutlich auch wieder kein Trümmer-Ethiker.

In dem Newsletter berichtet eine foodwatch-Mitarbeiterin und Selbst-Mutter von den Dramen, die sich beim Einkaufen in Begleitung von Kindern abspielen, weil diese exakt solche Produkte haben möchten, wie sie auch der Deutsche Tierschutzbund für seinen Partner Lidl bewirbt (vgl. Aua657): voll Zucker und Fett und süß und eklig und vor allem: ungesund!


DTB rüstet renitente Kids argumentativ auf

Dass die lieben Kleinen in der Vor-Ort-Auseinandersetzung mit ihren widerborstigen Eltern jetzt auch noch Tierliebe als Argument für dieses Junkfood in die Diskussion hineinbringen können, das haben ernährungsbewusste Eltern dem DTB-Präsidenten Thomas Schröder zu verdanken.

Wie betextete der doch noch so niedlich die Zuckerbomben:

              

Kinder lieben Tiere. Grund genug ihnen die Vielfalt und Faszination unterschiedlichster Tierarten und Lebensräume näherzubringen, und das spielerisch. Es darf gestaunt, gerätselt und geschmunzelt werden. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir die Kinder – und sich auch so manchen Älteren – so noch mehr für die Tierwelt begeistern. Dafür danke ich Lidl, dass das mit dieser Kooperation möglich wurde. Ein tolles, lohnenswertes Projekt.“

(Textauszug Grußwort Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes e. V. im Produktprospekt der Firma Lidl für die Zeit vom 29.05. bis 02.06.2011, Seite 4; Hervorhebung d. Red.)

              

Der Appell der konsumverweigernden Mutter ist flammend. Ob sie sich allerdings wird gegen die Hammerargumente des DTB wie Tierliebe, Fortbildung (Tierarten kennenlernen, Lebensräume erfahren) und Fun (Staunen, Schmunzeln, Rätseln) durchsetzen kann, darf füglich bezweifelt werden:

              

Schöne Worte von gesunder Ernährung im Internet, aber Zuckerbomben im Supermarktregal – offensichtlich sticht die Gier nach Profit die vielbeschworene Verantwortung am Ende doch aus. Und die Politik sieht tatenlos zu. Als Mutter ist es meine Aufgabe, meine Kinder gesund zu ernähren und vor Schäden zu schützen. Doch alleine stoße ich am meine Grenzen: Erziehung und Engagement hin oder her, gegen die geballte Marketing-Macht der Industrie komme ich nicht an – und an dem riesigen Angebot an Junkfood kann ich alleine auch nichts ändern. Aber gemeinsam können wir das! Wenn immer mehr Menschen der Industrie zeigen: Wir lassen uns das nicht länger gefallen, dann können wir etwas verändern. Wir können Einfluss nehmen auf Unternehmen. Und auf Politiker, welche die Regeln setzen, innerhalb derer Unternehmen agieren.

(foodwatch-Newsletter 07.06.2012: Ein persönlicher Erlebnisbericht: Mit meinen Kindern im Supermarkt)

              

Beim Lesen dieses Aufrufs kommt man nur schwer über den Anfangsteil „offensichtlich sticht die Gier nach Profit die vielbeschworene Verantwortung am Ende doch aus“ hinweg.


Ganz klar: Kein Herz für Tiere!

Doggennetz.de vermutet: Diese Frau hat null Herz für Tiere! Sonst würde sie sich doch wohl nicht so den Empfehlungen des Deutschen Tierschutzbundes e. V. widersetzen?

Zur visuellen Abrundung noch einmal das Gesamtkunstwerk:

Aua657DTB 

Bildzitat Screenshot von: http://www.meinprospekt.de/lidl-de am 29.05.2012
Der Deutsche Tierschutzbund e. V. bewirkt Junkfood-Kinderernährung für einen Partner mit skandalösem Sozialprofil.

 





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Freitag, den 08. Juni 2012 um 09:14 Uhr
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