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Aua662: SPENDENMAFIA reloaded: WWF drängt Huismanns Buch vom Markt
 

{TS-Kritik}

 

Die ADR-Dokumentation Der Pakt mit dem Panda über die Machenschaften des World Wide Fund of Nature (WWF) erschütterte zum ersten Mal in beträchtlichem Ausmaß den Mythos der guten ökologischen und ethischen Tat.

In meinem CharityWatch.de-Artikel ARD-Dokumentation entzaubert die weltweit größte Naturschutzorganisation wurden einige der wichtigsten Aspekte dieses Dokumentarfilms herausgegriffen. Wie alle anderen journalistischen Kritiker auch geriet Wilfried Huismann unter massives Störfeuer (vgl. Aua189).

Dass der Irrtum der guten Tat möglicherweise auch die eine oder andere Leber geschädigt haben könnte, war Gegenstand der Doggennetz.de-Satire Hallo, Günther Jauch: Haben wir etwa vergeblich gesoffen? (Aua214).


WWF taugt gerade noch zur Satirevorlage

Den dramatischen Imageverlust des WWF, in jüngster Zeit tatkräftig unterstützt durch den spanischen König Juan Carlos, fasste mit weiterführenden Links Aua617 zusammen.

Inzwischen taugt der WWF recht eigentlich nur noch zur Satirevorlage. Die Kabarettistin Monika Gruber präsentierte in  der ZDF-Satiresendung "Leute, Leute!“ vom 8. Mai 2012 das neue WWF-Logo wie folgt:

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Bildzitat Screenshot von: http://leuteleute.zdf.de/ am 09.05.2012.
Die Kabarettistin Monika Gruber präsentiert in der ZDF-Boulevard-Satire Leute, Leute!-Sendung vom 8. Mai 2012 die überarbeitete und aktualisierte Version des WWF-Logos.


Nicht ohne das Landgericht Köln!

Viele mögen es gar nicht mitbekommen haben: Plötzlich war die Dokumentation in der ARD-Mediathek nicht mehr verfügbar. Die Schweizer Kollegen von den  Tierschutznews.ch hakten beim WDR nach und erhielten diese niederschmetternde Auskunft. Per einstweiliger Verfügung vom Landgericht Köln (!!!) sei dem WDR die Verbreitung bestimmter Aussagen des Huismann-Dokumentarfilms zunächst untersagt worden. In der Konsequenz musste die Dokumentation vorläufig offline gestellt werden (Quelle).

Die Abläufe zu  Film, Buch, berichtenden Journalisten und verbreitenden Medien (in diesem Fall: WDR) sind exakt dieselben wie bei Loipfinger, Burger (vgl. die Satire Aua460) und vielen anderen kritischen Autoren: Druck auf Medien (Verlage, Sendeanstalten etc.), Rechtsanwaltsschreiben mit strafbewehrten Unterlassungserklärungen, einstweilige Verfügungen, Klagen.

Übrigens bietet Tierschutznews.ch einen interessanten und mit vielen Links ausgestatteten Überblick über „Doppelmoral, Geldwäscherei“ und Greenwashing des WWF, was „Tier, Mensch und Planet mehr schadet als nützt“ (Tierschutznews.ch).


WWF übe massiven Druck aus

Als Wilfried Huismanns Schwarzbuch WWF: Dunkle Geschäfte im Zeichen des Pandas erschien, gingen die Prognosen unserer Autorenkollegen auseinander. Diese Redaktion sagte vorher, dass auch Huismanns Buch mit der juristischen Keule jener, die Landgerichtsprozesse nicht aus der eigenen Tasche bezahlen müssen, flachgeklopft werde. Ein anderer Kollege schätzte die Chancen für Huismann im Vergleich zu Die Spendenmafia besser ein, weil Erstgenannter es nur mit einem (1)  Gegner zu tun habe.

Wie die FAZ aktuell berichtet, hat dieser Unterschied dem renommierten Journalisten und dreifachen Grimme-Preisträger auch nicht geholfen:

              
Der WWF versucht den Verkauf eines Buches zu stoppen, das sich kritisch mit der Naturschutzstiftung auseinandersetzt. Mehrere Buchhändler haben den Titel schon aus dem Programm genommen. Der WWF teilte mit, er wehre sich damit "gegen falsche Tatsachenbehauptungen".

(Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 02.06.2012: "Druck auf Buchhändler: WWF drängt kritisches Buch vom Markt")
              

Loipfinger, Burger und andere können bei folgenden Zeilen des FAZ-Artikels auch nur „déjà vu“ kondolieren:

              

Die Verlagsgruppe Random House teilte der F.A.S. mit, "im Auftrag des sonst so sanft auftretenden WWF Deutschland“ sei bereits vor der Buchveröffentlichung „massiv Druck auf den Verlag ausgeübt“ worden. „Unser Verlagsverständnis von Pluralismus und Meinungsfreiheit sieht jedenfalls anders aus.

(ibid.; Hervorhebung d. Red.)  

              

Huismanns Buch ist bei Amazon nicht mal mehr gelistet. Der Suchauftrag „Huismann Schwarzbuch WWF“ erzielt keinen Treffer!

Und der Verlag habe, so die FAZ weiter, bislang nur die Hälfte der Auflage in Höhe von 10.000 Stück absetzen können. Demgegenüber ist Loipfingers Buch SPENDENMAFIA viel weiter gekommen!
 



Aktualisierung vom 04.06.2012:

Hier führt die FAZ ein aktuelles Interview mit Wilfried Huismann unter der Überschrift Der WWF ist schizophren.





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Sonntag, den 03. Juni 2012 um 10:06 Uhr
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