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Aua657: Deutscher Tierschutzbund bewirbt für Partner Lidl Kinder-Junkfood

{TS-Kritik}

 

Es ist schon länger dokumentiert, dass eine der größten deutschen Tierschutzorganisationen, der Deutsche Tierschutzbund e. V. (DTB), eine nachweisbar bedenkliche Nähe zur Industrie aufweist (vgl. dazu hier und hier). Die Tatsache, dass der das DZI-Spendensiegel tragende Verein kritische Fragen dazu nicht beantwortet, macht diese Nähe nicht besser.

 
Ärzte gegen Tierversuche distanzierten sich von Apel

Erst jüngst kam es bei einer Veranstaltung zu einem klassischen Tierschutzthema zu einem Eklat: Auf der von Ärzte gegen Tierversuche organisierten Demonstration am 28. April 2012 in Bremen protestierten Tierbefreier gegen den Redner Wolfgang Apel, früherer Präsident, jetzt Ehrenpräsident des DTB. Gegen diese Proteste habe der DTB einen von ihm mitgebrachten Security-Dienst eingesetzt, wobei es auch zu Übergriffen gekommen sein soll.

Doggennetz.de berichtete in Aua620 darüber. Die Proteste der Tierrechtsbewegung richten sich auf die Rolle Apels als Mitwirkender der Fleischindustrie in seiner Funktion als Neuland-Vorsitzender.

In einer Stellungnahme nach dem Eklat erklärten Ärzte gegen Tierversuche, künftig weder Wolfgang Apel noch die Tierbefreier zu diesen Veranstaltungen einzuladen (vgl. Aua620).


Ernährungsberatung ist Tierschutz

Dabei  ist es ein genuines tierschützerisches Anliegen, die Menschen und Konsumenten über gesunde und zugleich Tiere nicht ausbeutende Ernährung und Kleidung zu informieren.

Ethik ist nicht teilbar.

Der DTB aber teilt Ethik wie folgt:

 

In Kooperation mit Lidl

Im aktuellen Produktprospekt der Firma LIDL (vom 29.05. bis 02.06.2012) auf Seite 4 findet sich das Konterfei  des Präsidenten des Deutschen Tierschutzbundes, Thomas Schröder,  neben den Frühstückscerealien-Produkten der Firma Lidl „Crownfield Flakers Choco“, „Crownfield Honey Balls“, „Crownfield Rings“.

Aua657DTB  

Bildzitat Screenshot von: http://www.meinprospekt.de/lidl-de am 29.05.2012
Der Deutsche Tierschutzbund e. V. bewirkt Junkfood-Kinderernährung für einen Partner mit skandalösem Sozialprofil.


Da der Text im Screenshot nur schwer lesbar ist, hier etwas komfortabler:

              

Kinder lieben Tiere. Grund genug ihnen die Vielfalt und Faszination unterschiedlichster Tierarten und Lebensräume näherzubringen, und das spielerisch. Es darf gestaunt, gerätselt und geschmunzelt werden. Gemeinsam mit unseren Partnern möchten wir die Kinder – und sich auch so manchen Älteren – so noch mehr für die Tierwelt begeistern. Dafür danke ich Lidl, dass das mit dieser Kooperation möglich wurde. Ein tolles, lohnenswertes Projekt.“

(Textauszug Grußwort Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes e. V. im Produktprospekt der Firma Lidl für die Zeit vom 29.05. bis 02.06.2011, Seite 4; Hervorhebung d. Red.)

              

Darunter prangen nebeneinander das Logo der Firma Lidl und das Logo des DTB.

 

foodwatch warnt vor Kinder-Junkfood

Gesundheitsschädliche Kindernahrung ist ein Schwerpunktthema des gemeinnützigen Vereins foodwatch.

Über die Rubrik „Kampagnen“ in der Navigationsleiste kommt man rasch zum Kapitel Kinderernährung und dort den Text: „Wie die Industrie aus Kindern Junkfood-Junkies macht“.

Was dieses Junkfood für Kinder bedeutet?

              
Kinder ernähren sich falsch

Dass sich Kinder in Deutschland nicht gesund und ausgewogen ernähren, ist wissenschaftlich belegt:

  • Kinder essen nur die Hälfte der empfohlenen Menge an Obst und Gemüse, aber weit mehr als 200 Prozent der empfohlenen Menge an Süßwaren, Snacks und Softdrinks.
  • Der Anteil übergewichtiger Kinder ist im Vergleich zu den 80er- und 90er-Jahren um 50 Prozent gestiegen. Heute gelten 15 Prozent der Kinder als zu dick, 6 Prozent sogar als fettleibig (adipös).
  • Folgen sind erhöhte Risiken für Diabetes, Herzkreislauf- und andere schwerwiegende Krankheiten. Ein Prozent der Kinder leidet heute bereits an Altersdiabetes. (Mehr siehe „Daten und Fakten“ zur Kinderernährung.)

    (Quelle)
              

Vor diesem Hintergrund definiert foodwatch seine Forderungen:

              

Alibi-Projekte

Schluss mit Alibi-Projekten: Die Junkfood-Industrie ist kein geeigneter Partner für den Staat, für Schulen und Sportverbände wie den Deutschen Fußballbund (DFB). Sponsoring-Partnerschaften und gemeinsame Programme zur Bewegungsförderung oder Übergewichts-Bekämpfung dienen den Unternehmen als Ablasshandel und müssen beendet werden

(Quelle)

              

 

Der DTB bewirbt Kinder-Junkfood der roten Kategorie

In dem von foodwatch durchgeführten Marktcheck, einer detaillierten Untersuchung von 1.514 Kinderlebensmitteln, tauchen auch die vom DTB beworbenen Produkte auf:

              

Als Lidl-Eigenmarke:

Crownfield Flakers Choco – rote Kategorie (Extras: Süßes, fette Snacks)

Crownfield Choco rings – rote Kategorie (dito)

Crownfield Honey Balls – rote Kategorie (dito)

(Quelle; dort auf Seite 29)
  
              

Die Gesamtbewertung von foodwatch dazu:

              

Die Produkte, die Lebensmittelhersteller speziell für Kinder vermarkten, sind in den meisten Fällen ernährungsphysiologisch minderwertig. Sie sind stark zucker- oder fetthaltig, aromatisiert und häufig stark verarbeitet. Das gilt keinesfalls nur für klassische Süßigkeiten – auch Lebensmittel, die prinzipiell ausgewogen sein könnten, wie Frühstücksflocken oder Milchprodukte, sind fast immer Zucker- und Kalorienbomben. Zu diesen Ergebnissen kommt der foodwatch-Marktcheck.

(Quelle)
 

              

 
Die Doggenetz.de-Redaktion hat foodwatch um eine Stellungnahme zur Werbung des Deutschen  Tierschutzbundes e. V. für diese Jungfood-Frühstückscerealien gebeten. Gemäß Pressestelle jedoch ist der Verein augenblicklich so derart ausgelastet, dass zumindest kurzfristig kein Statement zu bekommen war. Sollte sich das noch ändern, wird Doggennetz.de die Stellungnahme von foodwatch an dieser Stelle nachreichen.


DTB-Partner mit skandalösem Sozialprofil

Eine der größten deutschen Tierschutzorganisationen kooperiert mit einem Lebensmitteldiscounter, der abgesehen von der Kategorie der angebotenen Nahrungsmittel auch hinsichtlich sozialer Aspekte stark in der Kritik steht. Die Suchmaschinenbegriffe „Lidl Billigtextilien“ bieten dazu Hülle und Fülle von Treffern. Stellvertretend sei auf den Artikel der Süddeutschen Zeitung Lidl-Billigtextilien: Das verkaufte Gewissen verwiesen.

In einem aktuelleren Artikel auf SPIEGEL online wird die Problematik noch schärfer gefasst: Das Sündenregister der Discounter ist skandalös:

              

Das Sündenregister der Discounter ist skandalös", kritisiert Co-Autorin Sandra Dusch Silva von der Christlichen Initiative Romero, der Trägerorganisation des CCC, daher auch weiterhin. Die bislang eingeleiteten Schritte hätten nicht zu einer wirklichen Verbesserung der Bedingungen für die Näherinnen geführt. "Aldi, Lidl und Kik hängen sich ein Sozialmäntelchen um."

(Quelle)  
              


Auf diesem Sozialmäntelchen prangt jetzt auch noch das Logo des Deutschen Tierschutzbundes e. V.!


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Doggennetz.de-Senf:

Es hat Gründe, dass derzeit die Agitation zu einem absoluten Seitenthema wie Zoophilie/Sodomie so derart eskaliert.

Es hat Gründe, dass Journalisten, die weiterhin versuchen, Strukturen zu analysieren, das Ganze im Auge und in der Berichterstattung zu  halten, gerade jetzt in einer Art und Weise verleumdet werden, die alles bisher Dagewesene sprengt.

Diese Gründe liegen in der strategisch gewünschten Ablenkung.

Ablenkung davon, dass große Teile der prominenten Tierschützerszene Kontakte zu extremistischen und kriminellen Organisationen pflegen.

Ablenkung davon, wie Tierfreunde systematisch emotionalisiert und fanatisiert werden – für eine politische Agenda.

Ablenkung davon, welche schlimmen Dinge – übrigens ebenfalls in Kooperation zu Industrie (Pharma) und Wissenschaft – weiterhin im Auslandstierschutz geschehen. Ein besonders dreistes Stück dieser Art war am Samstag auf Vox zu bewundern.

Ablenkung davon, wie große Tierschutzorganisationen immer weiter in die Nähe und Abhängigkeit der Industrie geraten, die weder mit den Tieren noch mit den Menschen Gutes im Sinn hat.

Ablenkung davon, wie Ethik in mundgerechte Stücke zerhackt wird.





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Dienstag, den 29. Mai 2012 um 10:34 Uhr
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