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Aua639: Horror-Spanien-Trapos (XX): Staatsanwaltschaft beantragt Strafbefehl

 

{TS-Kritik}

[18.05.2012]

 

Es war der bisher größte Tierschutz-Transport-Skandal: Karlsruhe im Juni 2011. In der Organisation und Verantwortung des  österreichischen Vereins Galgos.at wurden rund 70 Hunde und Katzen (!!!) in einem nicht geeigneten Transporter von Spanien über Deutschland nach Österreich transportiert. Auch von der deutschen Tierschutzorganisation ASPA friends Germany e. V. befanden sich Tiere auf dem Transport.

Bei einem Abladestopp in der Nähe von Karlsruhe stellte man beim Öffnen des Transporters fest, dass mehrere Hunde und Katzen verendet waren. Amtlich wurden neun tote Tiere festgestellt. Die Augenzeugen jedoch berichteten von 19 Tierleichen, die in teilweise dramatischer Körperhaltung vorgefunden worden sein sollen. So soll ein Welpe sich mit dem Halsband am Griff einer Transportbox stranguliert haben, wo er beim Öffnen des Fahrzeugs baumelnd vorgefunden wurde.

Doggennetz.de hatte über diesen Skandal in einer bisher 19 Artikel umfassenden Serie berichtet, wobei auch jeweils die Stellungnahmen der betroffenen Organisationen veröffentlicht worden waren:

Aua165, Aua169, Aua172, Aua174, Aua176, Aua178, Aua179, Aua180, Aua181, Aua182, Aua186, Aua188, Aua190, Aua191, Aua198, Aua200, Aua218, Aua235, Aua290.

Tierfreunde und Tierschützer hatten im ersten Schock auch Mühe, die verschiedenen Tierleichen noch auseinander zu halten, weil auf einem zeitgleich stattfindenden Transport des deutschen Vereins Hundehilfe Hundeherzen e. V. ebenfalls eine Hündin  in einem nicht genehmigten Transportanhänger erstickt war (vgl. Aua176, Aua179, Aua182, Aua200).

 

Riesenempörung ohne Wirkung

„Karlsruhe“ machte eine Riesenwelle in der Tierschutzszene. Jetzt müsse sich etwas ändern im Auslandstierschutz, war das in vielfältigen Versionen gesungene Lied. Namhafte Tierschützer veröffentlichten ihre Kommentare: Aua184, Aua185, Aua193.

 

ASPA friends auf CW-Warnliste

Die umfassende Recherche zum Verein ASPA friends Germany e. V. führte auf CharityWatch.de zu einem ausführlichen Bericht und den Eintrag in die CW-Warnliste.

Im Nachgang zu diesem Bericht kam es dann auch noch zu aufschlussreichen Leserzuschriften: vgl. Aua236 und hier.

Auch für die DN-Artikelserie Pflegestelle berichten erwies sich der Verein als fruchtbar: Aua309.

 

Versuchte Unterdrückung der Berichterstattung

Der in den Skandal involviert Verein ASPA Friends Germany e. V. versuchte mit dem bekannten juristischen Instrumentarium gegen die Berichterstattung insbesondere auf Doggennetz.de vorzugehen: anwaltliche Abmahnung inklusive strafbewehrter Unterlassungserklärung, die jedoch einen Verzicht auf Grundrechte zum Inhalt gehabt hätte. Denn die Unterlassungserklärung verlangte, dass überhaupt und grundsätzlich und nie mehr und in keiner Weise auf Doggennetz.de über diesen Verein berichtet werden sollte.  Deshalb wurde sie von der Redaktion auch nicht unterzeichnet.

Es folgte Strafantrag wegen Verleumdung gegen Doggennetz.de. Und die Strafanzeige ging aus wie immer, wenn Tierschützer meinen, sich per Staatsanwalt vor Kritik schützen zu können: Das Verfahren wurde eingestellt.

 

Business as usual

Und heute? Was hat sich geändert? Nichts! Einige Tierfreunde sind kritischer geworden. Punkt. Ende Gelände. Die betroffenen Orgas machen weiter wie bisher. ASPA hat seinen „Tätigkeitsbereich“ inzwischen verlagert – vgl. Aua291. Der Laden brummt, wie einem Blick auf Tiervermittlung.de zu entnehmen ist. Dort stehen aktuell 182 Tiere zur Vermittlung!


Aua639HorrorSpanienTrapos20Strafbefehl60  
Bildzitat Screenshot von Tiervermittlung.de am 18.05.2012

 

Beantragter Strafbefehl gegen Galgos.at

Auch Galgos.at scheint den Skandal hervorragend überlebt zu haben. Aktuell bieten die österreichischen <<<Tierschützer>>> derzeit 144 Katzen und 35 Hunde zur Vermittlung an. Man sieht rasch: Den Durchsatz von ASPA erreichen sie nicht einmal in der Summe!

Aua639HorrorSpanienTrapos20StrafGalgosKatz  
Bildzitat Screenshot von: http://www.galgos.at/index.php?cat=vermittlung_suche_cats am 18.05.2012.
In Erwartung eines Strafbefehls wegen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz bieten diese <<<Tierschützer>>> aktuell 144 Katzen aus dem Ausland zur Vermittlung an
! Katzen, die aus Spanien nach Österreich gekarrt werden!!!

Zu einer der Strafanzeigen, die deutsche Tierfreunde und Tierschützer gegen Galgos.at erstattet hatten, liegt aktuell eine Verfügung der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vor. Die besagt, dass von den drei angezeigten Verantwortlichen des Vereins gegen zwei Damen „der Erlass eines Strafbefehls beantragt“ wurde (Zitat aus Schreiben der Staatsanwaltschaft Karlsruhe vom 14.05.2012).

Festzuhalten ist: Die beiden Verantwortlichen des österreichischen Tierschutzvereins Galgos.at wurden wegen des Verdachts wegen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz angezeigt. Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe beantragt Strafbefehl …

 … gegen <<<Tierschützer>>> wegen Vergehens nach dem Tierschutzgesetz, die aktuell 144 Katzen und 35 Hunde in der Vermittlung stehen haben!

Das ist der eindrückliche Status quo des Auslandstierschutzes!





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Freitag, den 18. Mai 2012 um 10:44 Uhr
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