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Aua589: Untergang der deutschen Tierschutz-Infrastruktur: Tierheim in Drakenburg

{TS-Kritik}

 

Selten nur vermögen sich die vielen untergehenden Tierheime in Deutschland für einen kurzen Moment die mediale Aufmerksamkeit sichern. Das Abschmelzen der deutschen Tierschutz-Infrastruktur wird vom Gros der Tierfreunde gar nicht registriert. Lieber, spektakulärer und ohne eigene Mühsal engagieren sie sich  bei der Menschenjagd (aktuell auf Zoophile) oder polemisieren mehr als protestieren gegen Hundetötungen im Ausland.

Gestern berichtet die Kreiszeitung Nienburg über die prekäre Situation des Tierheims in Drakenburg des Vereins Tierschutz Nienburg – Drakenburger Heide. Die Tierschützer dort können die dringendsten Rechnungen nicht mehr bezahlen.

 

Tierheim Schessinghausen hat nicht mal mehr ein Fahrzeug

Die obige Meldung der Kreiszeitung schließt nahtlos an den Bericht der DIE HARKE vom 1. April 2012 über die Situation im Tierheim Schessinghausen an. Dort suchen die Tierfreunde dringend einen Sponsor für einen Tierheimwagen, denn der alte macht mit 15 Jahren die Grätsche und erhält keinen TÜV mehr. Derzeit improvisieren die Tierschützer mit einem zur Verfügung gestellten Privatwagen.

Das schier unlösbare Problem, ein Tierheim ohne entsprechendes Fahrzeug betreiben zu müssen, kann nur derjenige in seiner ganzen Dimension erfassen, der die tägliche Arbeit deutscher Tierheime kennt. Was jedoch derzeit vorrangig im Internet als so genannter Tierschützer die Klappe aufreißt, hat aller Wahrscheinlichkeit noch nie an der Front gearbeitet und kennt die täglichen Arbeitsabläufe in einem deutschen Tierheim zumindest aus eigener Anschauung nicht.

Allerdings ist das Tierheim Schessinghausen als Mitglied des Deutschen Tierschutzbundes e. V. in einer privilegierten Situation. Dieser nämlich unterhält einen so genannten Tierschutz-Feuerwehrfonds, über den etwa im Jahr 2010 über 760.000 Euro Hilfe für in Not geratene Vereine des Dachverbandes geflossen sind (Quelle).

Im Übrigen ist den Schessinghausener nur DIESES Beispiel zu empfehlen, das belegt: Die Tierschlepper haben überhaupt keine Probleme, Spenden für Transportfahrzeuge zu akquirieren! Egal, wie lange schon bekannt und dokumentiert ist (z. B. hier; dort ab Seite 3), dass die Entnahme von Hunden aus ausländischen Straßenpopulationen und die Einfuhr nach Deutschland nicht tierschutzkonform ist! Übersetzt: Hat mit Tierschutz nichts zu tun!

 

Bitterer Wahnsinn – mit Feuereifer betrieben!

Es ist bitterer Wahnsinn, dass das Gros so genannter Tierfreunde ausschließlich mit mehr oder weniger sinnlosen Auslandsprojekten beschäftigt ist, derweil in Deutschland sukzessive die gesamte Tierschutz-Infrastruktur vor die Hunde geht!

Wozu müssen deutsche Tierschützer ein Tierheim im rumänischen Timisoara bauen, derweil ein deutsches Tierheim nach dem anderen aus finanziellen Gründen dichtmachen muss? Wie verschieben Spenden im Kontext mit den Horrormeldungen über Hundetötungen in der Ukraine die Spendenlandschaft, ohne dass bisher erkennbar wäre, was diese Spenden in jenem fernen Land, von Korruption und Kriminalität gebeutelt, bewirken?


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Donnerstag, den 05. April 2012 um 09:06 Uhr
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