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Aua563: Heldengedöns, Heldenmarketing, Heldengeschäft, Heidengeld und ganz viel Kleve

{TS-Kritik}

 

Die Helden-Propagandamaschine läuft auf Hochtouren. Der nächste Schritt ist getan: Jetzt geht das Ralf-Seeger-Heldengedöns in die nächste Phase. Auf der Website Der Heldenshop (http://heldenshop.spreadshirt.de/) können sich Tierfreunde und solche, die sich dafür halten, die für die Zukunft passende Uniform bestellen: T-Shirts, Stoffbeutel und Hundepullover  mit der bedruckten Forderung nach härteren Strafen für Tierquäler oder gleich mit der Werbung für Helden für Tiere e. V.

 

Die korrekte Uniform

Die textliche Variationsbreite für die T-Hemden-Aufdrucke ist schmal: Abgesehen von den Forderungen der Menschenjäger stehen noch zur Auswahl Echte Helden machen mit oder Echte Helden sind zuckersüß (stilecht mit Rechtschreibfehler beim Produkttext!). Als Konzession an die Frauen: Ich bin eine Heldin. Dann eher wieder die Drohvariante: Echte Helden packen an oder – sehr gewagt – die Weltspracheversion I am Hero (gesprochen: „I am Hero“).

Wieder stilecht versichert die Website dann noch: „Wir garantieren, dass 100% des Gewinns für Tierschutzprojekte eingesetzt werden.“

(Da sagt der Betriebswirtschaftler lächelnd: Kommt ganz drauf an, was man als „Gewinn“ definiert …“)

 

Myanimal.org: kommerziell und nicht kommerziell

Im Impressum vom Heldenshop genannt wird Till Kiepe mit der URL myanimal.org, wohl der nächste Schritt in der Ideologisierung der Tierschützer. Die Gefolgschaften müssen sich allerdings noch bis zum 1. Mai 2012 gedulden und können bis dahin auf Facebook mehr über diese Internetpräsenz erfahren.

Oder googeln: Dann stoßen sie auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (
98cubes.com/agb.docx) von myanimal.org, denen man entnehmen kann, dass der Internetauftritt kommerzielle und nicht kommerzielle Angebote macht. Das Hochladen von Bildern etwa soll kostenpflichtig sein. Also Vorsicht!

 

Bewährtes Prinzip aus Kleve

Das Vorgehen der Helden folgt geschichtlich bewährten und in jüngerer Tierschutzvergangenheit erfolgreich praktizierten Mustern: Mit ultraplatten Sprüchen und Slogans („Härtere Strafen für Tierquäler“) werden die Menschen angefüttert. Diese Forderung bedient niederste Instinkte nach Rache und Strafe anderer und passt in die Grundstimmung des dauereregierten moralischen Zeigefingers, der konsequent auf andere deutet.

Gleichzeitig uniformiert man die Anhängerschaft. Das hat – etwa bei Demos – ganz praktische Vorteile, damit die Zupacker sich nicht versehentlich an der eigenen Gefolgschaft vergehen. Wenn alle im gleichen Helden-Hemd auftreten, wird das – ebenfalls hochbewährte – Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt, das sicher davor bewahrt, eigenes Vorgehen selbstkritisch zu betrachten.

Zusammengehörigkeitsgefühl stärken, Anhänger uniformieren, geschlossen gegen Dritte antreten … wer hier nicht merkt, wohin die Reise geht …

Dazu kommt die eng getaktete Gründung aller möglichen Untergruppierungen und Websites, was die Kontrolle der Aktivitäten dieser Gruppe schwieriger macht. Jede Website betreibt dazu dann wieder eine eigene Facebook-Seite. Und bei allem vermischen sich kommerzielle und nicht kommerzielle Angebote in schwer durchschaubarer Art und Weise. Ob User, Follower, Käufer und Bilderhochlader das dann im Einzelfall noch sicher unterscheiden können, bleibt abzuwarten.

Versprechungen wie die, der Gewinn käme Tierschutzprojekten zugute, sind rechtlich irrelevant und für den Käufer kaum zu überprüfen, weil er von einem kommerziellen Anbieter keine Rechenschaft verlangen kann.

 

Das Geschäftsmodell Bermuda-Dreieck

Diese haufenweise Gründung von Institutionen hat sich im Tierschutz schon bewährt. Stefan Loipfinger nennt sie in seinem Buch Die Spendenmafia das „Geschäftsmodell Bermuda-Dreieck“:  

              

Das »Geschäftsmodell Bermuda-Dreieck« ist kein Einzelfall. Ein weiterer Virtuose auf diesem Gebiet ist Sigurd Tenbieg. Der Tausendsassa unter den Tierfreunde-Täuschern dirigiert ein ganzes Knäuel von Organisationen. Eines haben sie gemeinsam – sie sind, gelinde gesagt, nicht besonders transparent, verschieben zum Teil Geld im Kreis und missbrauchen den Tierschutzgedanken als Moneymaker-Vehikel.

(Stefan Loipfinger: Die Spendenmafia - Schmutzige Geschäfte mit unserem Mitleid; S. 164; Hervorhebung d. Red.)

              

Im weiteren Buchtext zählt Loipfinger dann die vielen Tierschutzorganisationen auf, die Sigurd Tenbieg gegründet hat: Tierschutzförderverein, Südeuropäische Tierhilfe, Tiernothilfe in Europa, Tierheim-Tierhilfe, Bund deutscher Tierfreunde und schreibt weiter:

              

Wem noch nicht schwindelig ist – das Tenbiegsche Spendenkarussell dreht sich noch weiter: Ganz besonders undurchsichtig zeigt sich der Verband Tierfreunde Rumänien. Die Tenbieg-Vereine Tierschutzförderverein, Südeuropäische Tierhilfe und Tierheim-Tierhilfe gründeten zusammen mit Christina Faust den rumänischen Verein Asociatia Prietenii Animalelor-Romania, eingetragen im Registergericht in Bukarest.

(ibid.. S. 165; Hervorhebung d. Red.)

              

 

Der Sinn dahinter? Dazu Stefan Loipfinger - im ersten  Satz erkennbar ironisch:

              

Die Kooperationen geschehen selbstverständlich ganz im Sinne von Spendern und Tieren. Intern gilt hingegen das alte Spiel »Linke Tasche, rechte Tasche«. Das Muster dahinter: Ein Verein, bei dem Tenbieg im Vorstand sitzt, gewährt Mittel für einen anderen Verein mit Tenbieg im Vorstand. Wohl kaum zum Schaden seiner Familie, um nicht zu sagen seines Clans. Denn bei einigen Vereinen sitzen neben Sigurd noch weitere Familienangehörige im Vorstand. Und auch außerhalb der Familie zeigt sich Tenbieg sehr loyal gegenüber alten Freunden, selbst wenn diese längst ihre Glaubwürdigkeit im Tierschutz verloren haben.

(ibid., S. 166)   
              

Es macht übrigens wenig Sinn, zu all den oben genannten Vereinen im Einzelnen zu recherchieren. Einen guten Überblick gibt zum Bund deutscher Tierfreunde liefern diese Links:

http://www.animal-health-online.de/klein/2010/12/08/oberverwaltungsgericht-bestatigt-sammlungsverbot-gegen-bund-deutscher-tierfreunde-e-v/6546/

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-75638307.html

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-67153489.html

http://www.charitywatch.de/?id=461

http://www.charitywatch.de/?id=516

http://www.charitywatch.de/?id=591

http://www.charitywatch.de/?id=1066

http://www.doggennetz.de/index.php?option=com_content&view=article&id=436:aua281-aerger-ueber-aufdringliche-tierschutzwerber&catid=37:tier-a-doggen-schutz-kritik&Itemid=117

http://www.facebook.com/pages/Seite-gegen-den-Bund-Deutscher-Tierfreunde/188585321182278?sk=wall&filter=12

http://veganismus.ch/foren/read.php?f=1&i=3311&t=3311

 





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Mittwoch, den 21. März 2012 um 10:57 Uhr
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