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Aua514: Das Christian-Wulff-Schlaubären-Syndrom: Muss Ralf Seeger jetzt auch zurücktreten?

 

{TS-Satire}

 [18.02.2012]

 

Gerade gestern erst hat diese Republik schon wieder einen Bundespräsidenten verloren. Ein Baustein in der Prellwand, auf die Christian Wulff sehenden Auges mit Vollgas zugebrettert ist, war sein Drohanruf mit Message auf die Mailbox von BILD-Chefredakteur Kai Diekmann; also der Versuch, die Presse zu beeinflussen.

Diese Redaktion weiß nicht, ob und wer  in der Bundesrepublik aus diesem Vorgang etwas gelernt hat. Diese Redaktion kann nur belegen, dass Ralf Seeger, Akteur in der neunteiligen Miniserie „Harte Hunde“ in der von Whiskas präsentierten HundKatzeMaus-Sendung auf Vox und erster Vorsitzender des gerade erst eingetragenen Vereins Helden für Tiere, dass also dieser neu geborene Tierschützer daraus nichts gelernt hat.

 
Mit hoher Frontlast aufs Glatteis des schriftlichen Ausdrucks

Als oberkörperfreier  Star im Rahmen seines Feldzuges „Nennt-mich-euren-Held!“ begab sich Ralf Seeger gestern bei seinem persönlichen Versuch der Pressemanipulation auf das hundsfottgemeine Glatteis des schriftlichen Ausdrucks: Einschüchterungsversuch-Mail an die Doggennetz-Redaktion.

Das Eis trug nicht! Krawumm, haute es den tätowierten angeblich ehemaligen Fremdenlegionär schon mit je einer Beleidigung in Anrede und Grußformel auf die Plauze. Statiker vermuten als Ursache dieser kapitalen Bruchlandung (das Eis ist unverletzt!) die enorme Frontlast des Mailers. Abgesehen von den Beleidigungen in der Start- und Endphase des Aufsatzversuches hüpft der inhaltliche Rest hin und her zwischen Drohung und Einschüchterung.

 

Was zur Hölle ist „Polemtik“?

Im konkreten Drohteil der Mail gibt insbesondere die Interpunktion weiteren Aufschluss zum eigentlich Gemeinten:

              

Fräulein Burger, wenn Sie nicht ab sofort mit dieser negativen Polemtik und Hetzerei aufhören, werde ich geeignete Wege und Mittel finden; Durch die Justiz meinem Recht geltung zu verschaffen.
(Zitat aus der Presse-Einschüchterungsmail von Ralf Seeger, 1. Vorsitzender vom Verein Helden für Tiere e.  V., am 17.02.2012 an die Doggennetz-Redaktion) 

              


Mit dem verstörten Suchauftrag „Polemtik“ ist sogar Google überfordert ...

Schön jedoch ist das Semikolon nach „geeignete Wege und Mittel finden“, das einen höheren Grad der Abgrenzung ausdrückt als etwa das Komma. Erst nach diesem Versprechen, „geeignete Wege und Mittel zu finden“ und als von der ersten Aussage auch durch die Versalie abgesetzter neuer Gedankengang kommt die Justiz ins Spiel.

Wie in meinem CharityWatch.de-Artikel  Website angeblicher Tierschützer geschlossen über die gefährlichen Tendenzen in den neuen Spielarten des Tierschutzes dargestellt, enthüllt sich auch hier eine bedenkenswerte Ferne zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Denn im Weltbild unserer neuen Helden ist es nicht mehr die Aufgabe der Justiz, dem Recht – unabhängig von der Person - Geltung zu verschaffen, sondern für die Durchsetzung der Rechte von Drohern zu sorgen: „MEINEM Recht geltung zu verschaffen“. Die Justiz soll dem Recht von Ralf Seeger zur Durchsetzung verhelfen.

Allerdings muss dem tierrettenden Helden Ralf Seeger eine gewisse Entscheidungsschwäche vorgeworfen werden. Gegen seinen Kritiker Bernd Wierum hatte er gerade erst öffentlich bei Facebook seine Rocker-Kumpels zum wörtlichen „Kampf“ aufgerufen (vgl. Aua507). Dieser Aufruf war mehr als erfolgreich, wie Aua510 belegt. Wie viel kriminelles Potenzial hinter diesem Erfolg steckt, das wurde in Aua513 ausgeführt. Noch also schwankt Ralf Seeger zwischen Faustrecht und Justiz hin und her.


Horst Köhler trat zurück, Christian Wulff trat zurück und Ralf Seeger geht es auch nicht so gut

Doch wenn alle Engel mit Bernd Wierum und anderen Kritikern dieses Schwachsinnsprojekt Tierheimneubau Casa Cainelui sind und wenn die Parallelen zwischen dem Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff und dem Freefighter Ralf Seeger sich auch in die Zukunft hinein fortsetzen, dann könnte eines Tages einer der vielen rund um dieses Projekt ohnehin schon tätigen Staatsanwälte die Entscheidung bringen! So könnte die Parallelität der Schicksale presseeinschüchternder Schlaubären zu dem gestern erst wieder stattgehabten Ergebnis und vielleicht noch eine Prise darüber hinaus führen: Ralf Seeger muss zurücktreten!

Und bitte vergessen Sie nie: Die gesamte Timisoara-Casa-Cainelui-Show, ob im Fernsehen bei hundkatzemaus oder im Internet oder im Krankenhaus oder auf dem Friedhof, wird Ihnen präsentiert von: WHISKAS!!!





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Samstag, den 18. Februar 2012 um 10:12 Uhr
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