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Aua488: Pflegestellen berichten (4): Hundehilfe Russland und die Wahrheit über die gelähmte Hündin Dorisa

{TS-Kritik}

 

In Aua485 hatte Doggennetz auf einen neuen dramatischen Fall des von uns so bezeichneten Schaschlik-Tierschutzes hingewiesen: eine einträgliche Art des angeblichen Tierschutzes, wobei schwer gehandicapte Hunde aus dem Ausland nach Deutschland geschleppt werden,  ohne jede Chance auf Vermittlung oder ein halbwegs artgemäßes Leben als Lauftier Hund!

Die Hundehilfe Russland ist in diesem Themenbereich schon häufiger Gegenstand der Doggennetz-Berichterstattung gewesen (vgl. Aua301, Aua303, Aua306, Aua322, Aua376,  Aua397).

Nach Doggennetz-Meinung erfüllen viele Fälle dieser von Tierschützern praktizierten angeblichen Rettungsaktionen den Tatbestand der Tierquälerei. Die besondere Perversion liegt darin, dass diese Variante der Tierquälerei von Spendern erst ermöglicht wird!

Wenn diese Fälle dann nicht ganz so rund ablaufen, wie sich das die Tierschutz-Darsteller vorstellen, ist in der Regel der Schuldige rasch gefunden. Im Fall der aus Russland nach Deutschland eingeführten gelähmten Hündin Dorisa sollte das jetzt der Pflegeplatz sein.

Deshalb freut sich die Redaktion ganz besonders, dass sich die einzige Person, die de facto substanzielle Beschreibungen der Situation dieses bedauernswerten Hundes abgeben kann, sich direkt an Doggennetz gewandt hat.

Nachstehend dürfen wir den Bericht der Pflegestelle von Dorisa veröffentlichen.  Auf eigenen Wunsch erhält die Person Informantenschutz und wird nicht genannt.

              

Hallo,

ich bin die "böse" Pflegestelle aus Bochum, aus der Dorisa wieder raus musste.

Es ist so:  Ich bin schon jahrelang Pflegestelle bei 2 Vereinen. Ich habe eigene Hunde, davon ist eine Hündin inkontinent, eine Hündin blind.

Ich hatte Pflegehunde mit Cushing, Epilepsie, taube, blinde, sehr alte Hunde.

Von Anfang an habe ich klar gemacht, sollte Dorisa keine Chance haben, jemals wieder laufen zu können, stehe ich als Pflegestelle nicht bereit, zumal der Platz bei mir sowieso nur  bis Ende Februar zugesichert war .

 
Der Urin läuft ihr ständig an den Beinen herab

Ich habe Dorisa am 13. Januar vom Flughafen Düsseldorf abgeholt. Zustand in Ordnung für einen Hund aus dem  Auslandtierschutz.

Zuhause hat sich dann herausgestellt das Dorisa extrem inkontinent ist, das heißt sie verliert ständig Urin und Kot. Sobald etwas im Dickdarm oder der Blase ist, läuft es heraus.

Ich habe sofort diverse Windeln, Hosen usw. probiert, aber das half absolut nichts, weil sie ständig wieder eingekotet war bzw. die  "Brühe" an den Beinen herauslief.

Und einen Hund dieser Größe kann man nicht mal eben in die Wanne packen. Das geht nur mit Hilfe und die habe ich tagsüber nicht. Selbst das Windeln ist eine enorme körperliche Anstrengung .

 
Unerträglicher Geruch, entzündete Haut

Man kann sich vorstellen, wie das Haus gerochen hat. Selbst dem Tierarzt ist fast schlecht geworden.

Ich habe dann eine Wickelunterlage für Babys gekauft, welche ich ca. 1 x in der Stunde gründlich gesäubert habe, aber sie lag trotzdem immer nass. Die Haut hatte sich schon entzündet.  Sie ist auch auf dem Boden gerobbt , wodurch sich eine Kot- und Urinspur durch das ganze Zimmer verteilt hat - sehr spannend für meine Hunde und extrem geruchsintensiv, ungefähr wie ein Misthaufen im Wohnzimmer.

Nachdem der Tierarzt seine Diagnose gestellt hatte, war für mich klar: Ich kann das nicht mehr weiter machen.

 

Das ist kein Tierschutz mehr

Und ich war schon über meine Grenzen belastet. Mein Mann hat schon nicht mehr zuhause gegessen wegen des Gestankes und der hygienischen Zustände.

Es war für uns und den Hund unerträglich.

Am Mittwoch hatte sie dann wohl eine neue Pflegestelle.  Ich habe sie dann nach Leverkusen gebracht und habe die Leute vorher am Telefon genau über Dorisa aufgeklärt. Sie hatten dann ein Plätzchen im Wohnzimmer für die Hündin vorbereitet ... mit einer Wolldecke ...

Wie ich nun aus dem Internet erfahre, ist sie nun in der Tierklinik.

Ich hoffe, der Leidensweg hat bald ein Ende.

(Text von der Pflegestelle der Hündin Dorisa; Name ist der Redaktion bekannt; Erlaubnis zur Veröffentlichung liegt schriftlich vor)

    
              

 

Einen weiteren aktuellen Pflegestellenaufruf mit vielen Bildern der Hündin finden Interessierte hier:
http://stray-einsame-vierbeiner.de/index.php/koerbchen-gesucht/hilferufe-aus-aller-welt/57-hunde-andere-orgas/2864-dorisa-setzt-so-viel-hoffnung-in-uns--und-sie-hat-so-viel-lebensfreude.html





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Mittwoch, den 25. Januar 2012 um 12:24 Uhr
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