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Aua386: ETN: Illegaler Pferdetransport und besorgniserregender Offenbarungseid

{TS-Kritik}

 

In welcher Märchenstunden wollte man welchen Kindern erzählen wollen, dass ausgerechnet eine so große und in der Auslandstiere-Einfuhr so zentral positionierte Organisation wie der Europäische Tier- und Naturschutz e. V. ETN nicht um den Stellenwert legaler Tier-Einfuhren weiß?

Trotzdem (?) tat er solches - Pferde illegal von Österreich nach Deutschland einführen!

Der ETN selbst jedoch stellt den Vorgang, in den vereinseigenen Verlautbarungen irgendwo auf der Delikthöhe von Falschparken angesiedelt,  ganz anders dar und hat – praktisch- auch schon einen Schuldigen, der in der ETN-News nebulös als „einer“ bezeichnet wird.

Details zu dieser delikaten Peinlichkeit (oder mehr?) beschreibt mein jüngster CharityWatch.de-Artikel.

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Illegal heißt ja nicht notwendig heimlich: Der ETN-Transporter auf dem Fohlenmarkt im österreichischen Maishofen. (Mich persönlich reizt schon wieder die Behauptung "Tierrettungs-Transport" ...)
Bild: Karin Burger

 

Und wieder: das Öffentlich-Rechtliche (WDR) als Steigbügelhalter

Ohne hilfreiche Partner kann auch so eine große Orga wie der ETN sein Geschäft nicht betreiben, zumindest nicht mit dem gewünschten maximalen Spendenerfolg. Deshalb ist es einmal wieder das öffentlich-rechtliche Fernsehen, das einer von der Staatsanwaltschaft Bonn untersuchten Tierschutzorganisation für den illegalen Transport auch noch die entsprechende Publicity verschafft: Die Redaktion WDR-Lokalzeit hat das Happening begleitet und einen atmosphärisch ganz in „Tierrettung“ schwelgenden  Beitrag am 3. November 2011 ausgestrahlt.

Wieder und wieder geben die Sendeanstalten der ARD dem Doggennetz-Artikel Aua72 Die ARD und der illegale Hundehandel recht, auch wenn es sich in diesem Fall um Pferde handelt.

Und der WDR treibt es diesbezüglich auch nicht anders als die Kollegen beim MDR, die letztes Jahr den Tierschutzverein Leipziger Land e. V. beim illegalen Hundeimport aus Rumänien filmten und unkritisch als prima Vereinswerbung ausstrahlten (vgl. dazu Aua18).

Überhaupt gehört die Werbung für Tierschutzorganisationen, die bei Weitem nicht über jeden Zweifel erhaben sind, zum Tagesgeschäft in der ARD, durfte sich doch gestern Abend beim MDR der Verein Aktion Tiere darstellen (vgl. Aua384).

Netzwerke. Bewährte.

 

Die besorgniserregende Botschaft eines Postskriptums

Zurück zum ETN: Oft stecken die wichtigsten Informationen in Details oder wie hier im Postskriptum zur ETN-News:

              

P.S. Ganz nebenbei fragt sich der Rechtskundige, ob diese Verordnung für einen nicht gewerblich, weil gemeinnützig Handelnden überhaupt zutrifft. Aber dann müsste man ja nachdenken bevor man zutritt.
(Quelle: ETN-News ohne Datum) 

              

AuaAuaAua!!!

Dieses Postskriptum ist an Peinlichkeit schwer zu überbieten. Kühn bis blamabel fällt schon die Begriffswahl „der Rechtskundige“ auf. Denn der Verfasser dieses Postskriptum ist ganz offensichtlich (selbst) NICHT rechtskundig. Oder sollten News-Texter beim ETN die für dieses Bundesland (Nordrhein-Westfalen!!!) geltenden tierseuchen- und tierschutzrechtlichen Bestimmungen wirklich nicht kennen?

Dann empföhle sich ein Blick in Aua377, wo die Bestimmungen des Landesamts für Verbraucherschutz (Lanuv) für Newcomer im Tierseuchen- und Tierschutzrecht in epischer Breite abgedruckt sind.

Abgesehen davon, dass diese Bestimmungen Tiereinfuhren durch Tierschutzorganisationen generell als gewerbsmäßig definieren, sei den Tierschutz- und-Tierseuchenrecht-Novizen des ETN noch einmal folgender Passus ans Herz gelegt:

              

Jeder Transport von Tieren ist nach Richtlinie 90/425/EWG am Tag der Ausstellung der Bescheinigung über den Gesundheitsstatus bzw. bei der Einfuhr aus Drittländern an der Grenzkontrollstelle über das TRACES-System zu melden.

(Zitat aus Presseauskunft des Lanuv NRW zu den tierseuchen- und tierschutzrechtlichen Bestimmungen bei der Einfuhr von Tieren durch Tierschutzorganisationen, abgedruckt in Aua377, Hervorhebung: K. B.)  

              

Diese offensichtlich und peinlicherweise notwendigen Belehrungen können wir dann auch nur mit den eigenen Worten des ETN beschließen:

              

Aber dann müsste man ja nachdenken [sic!] bevor man zutritt.
(Quelle: ETN-News)  

              

Das Tunwort „nachdenken“ kann bedarfsweise auch durch „sich sachkundig machen“ ersetzt werden.


Mein ganz persönliches Postskriptum:

Danke für diese Steilvorlage, ETN!!!





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Donnerstag, den 17. November 2011 um 11:17 Uhr
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