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Aua344: Spendenanlässe: Wenn das Scrotum über den Boden schleift

 

{satirische TS-Kritik}

 

Der Wettbewerb des Grauens ist hart. Wer in der Tierschutzszene nicht mit dem ultimativen Resthund punkten, Hektoliter an Blut, Eiter, Urin, Kot und Tränen vorweisen kann, guckt mit dem Ofenrohr ins Spender-Gebirge. Um so grausamer die behauptete, hineininterpretierte, angenommene, nur in seltenen Fällen de facto bewiesene Misshandlung des stummen Mitgeschöpfes, um so leuchtender die Diabolik des Menschen gezeichnet werden kann, desto kraftvoller sprudelt der Spendenquell.

Das allerdings ist eine Entwicklung ad infinitum. Wir alle warten nur noch auf die per Bollerwagen spazieren gefahrene Leber mit dem baumelnden Etikett „Dies ist der traurige Rest von Bello aus Afpakniran, zerhackt von der Bestie Mensch“!

Der – insbesondere Auslands- Tierschutz hat sich auf diesem Gebiet in den vergangenen Jahren tapfer vorangearbeitet. Hunde und Katzen mit ohne Beine, gespaltenem Schädel und bar aller basalen Lebensfunktionen sind quasi Standard. Die Veterinärmedizin , die Orthesen- und Prothesen-Industrie sowie die Firma Pampers freut’s!

Ab jetzt muss man sich dann schon etwas Besonderes einfallen lassen. Diese Herausforderung nun nahm jene Puffmutter von Frankensteins Resthunde-Gruselkabinett, welche DN schon zu so mancher skurrilen und bluttriefenden Geschichte verhalf (vgl. Aua251, Aua275), mutig an:


Kleiner gelähmte Dodi braucht eine Kastration

So ging gestern ein Spendenaufruf über den Tierschutzverteiler, der zunächst ganz harmlos und typisch mit „Kleiner gelähmter Dodi braucht eine Kastration“ startete. Wer hier nun den Standard vermutete und nicht weiterlas, beraubte sich jedoch einer besonderen Pointe.

Zunächst wird das ungeheure Hoffnungspotenzial, das diesem gelähmten Resthund innewohnt, mit Zahlenmaterial untermauert, denn er konnte „nach meiner ersten Physio schon 3 Sekunden auf allen 4 Beinchen stehen“.

Ja dann!

Die zynischen Launen der Natur haben nun aber diesem kleinen „Nothündchen“ etwas mitgegeben, was er verdammt noch mal am wenigsten braucht, wenn er schon nicht auf den eigenen Beinen stehen kann: einen riesengroßen Sack!

Wenn Sie das Problem hierbei nicht erkennen können, fehlt es Ihnen eindeutig an der Praxis im Umgang mit gelähmten und gewindelten Hunden. Unser tierschützendes Blumenkind erklärt: Da Dodi inkontinent sei, trage er Windeln. Dadurch werde sein „Säckchen (was recht groß ist für so einen kleinen Zwerg) immer recht wund durch die Feuchtigkeit in der Windel“.

Schlimmer noch: Streckenweise muss sich das „Nothündchen“ ohne Rolli durch die Wohnung robben. Hier übergeben wir den Bericht an die Augenzeugin: Dann  „ … schleift natürlich sein Säckchen auf dem Boden und kann sich somit entzünden und wund werden“.

Haben Sie das korrekt vor dem geistigen Auge?

Auch mit Bepanthen-Applikationen kommt Blümchen nicht gegen die üblen Folgen dieser hemmungslosen Sackschleiferei an: ständiges Wundsein.

Sollte Dodilein sich der Hoffnung hingeben, sein Sackleiden sei nicht ausbaubar, wird das nach der spendenfinanzierten Kastration mit Sicherheit ein brennendes Erwachen geben: mit der uringetränkten Pampers 24 Stunden am Tag auf der frischen OP-Wunde!

Mit Spenden wird in diesem Sonderfall insbesondere von männlichen Tierfreunden zu rechnen sein? Wer auch immer mit zusammengekniffenen Oberschenkeln zum Banktresen tippelt oder einhändig versucht, die Sache per Online-Banking zu lindern, das Geld fließt auf jeden Fall auf das Privatkonto von Blümchen!

Nur so kann sie dem großen Vorbild des symbolträchtigen Namens – DODI – nacheifern, denn der Namensgeber hatte auch einen großen Sack: einen Riesensack voll Geld.

 





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Dienstag, den 11. Oktober 2011 um 10:19 Uhr
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