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Aua3: DRINGEND: Paten für Doggenburger gesucht!


{TS-/DS-Satire} 

Es ist immer wieder erschütternd zu sehen, wie hartherzig und mitleidlos eine neoliberale Wirtschaft mit Künstlern, Freelancern und dem Prekariat umgeht. Selbst uns als hartgesottene Freizeit-Ethiker trieb es uns dann doch die Tränen in die Augen, als wir dieses geschundene Wesen endlich in unsere Obhut übernehmen konnten: Doggenburger!

Jahrelang hat diese arme Kreatur an der Kette des Turbokapitalismus vor sich hin vegetieren müssen. Als Futter warf man ihr nur Niedriglohnbrocken hin - zum Sterben zuviel, zum Leben zu wenig! Ohne soziale Rückzugsräume dem eiskalten Wind des Neoliberalismus ausgesetzt, hat sie gesundheitlich schwer gelitten und kann nur noch mühsam gehen. Jetzt ist die geschundene Kreatur alt und krank und damit raus aus dem Wirtschaftsspiel. Mit über 50 interessiert sich kein Auftraggeber mehr für sie. Die holen sich ihre Texter-Welpen bei den politisch damit beauftragten Armutszüchtern.

Doggenburger ist nach einem freudlosen, entbehrungsreichen Leben in einem erbarmungswürdigen Gesundheitszustand und sitzt schwerbehindert teilweise sogar im Rollstuhl. Angesichts eines Fotos von Doggenburger in ihrem "elektrisch betriebenen Krankenfahrzeug" verhöhnte sie eine Kollegin mit der Mail "Welch' Luxus!" Wie können Menschen nur so grausam sein?

Sofort nach der Übernahme haben wir unter Tränen das schrottige Mädel einem Tierarzt vorgestellt. Seine Gesamtschaden-Bestandsaufnahme kommt zu dem Fazit: "Das volle Wrack!" Bis zu ihrem Lebensende wird sie teure Schmerzmittel benötigen, weshalb es schon praktisch wäre, wenn sie ihren Krankenversicherungsschutz nicht verliert.

Aufgrund ihres Alters und gravierender Verhaltensprobleme ist Doggenburger auch nicht mehr vermittelbar. Ihre Bissigkeit ist überall bekannt. Leider lässt sie sich auch überhaupt keinen Maulkorb anlegen. Glick, KyDD und Lotte (dem Franz seine) haben das schon versucht. Das schafft nicht mal ein Anwalt!

Auch das Clicker-Training idealistischerer Tierschützer brachte nur kurzfristigen Erfolg. So lange man ihr Schmerzmittel für Marius oder einen Heizkostenzuschuss hinschmeißt, ist sie ganz lieb und zugänglich. Aber ihre Dankbarkeit überdauert kaum ein Jahr oder gar die Drohung, ihr einen Hund wegzunehmen! Schon hat man sie wieder am Hals! Aber das arme alte Mädchen kann ja nichts dafür. Es sind wieder böse Menschen, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute ist!

Sie will auch nicht gestreichelt werden. Diesbezüglich ist dieser Fall völlig anspruchslos. <Leben wie ein Hund> in tierschützerischer Obhut, also Obdach, Futter und ärztliche Betreuung sicher, würden ihr schon reichen. Auch wenn sich manche von uns ein Leben ohne Ferienhaus und Wellness-Wochenende kaum noch vorstellen können.

Außerdem macht sie schön einen Text, wenn man's ihr sagt.

Deshalb suchen wir jetzt Paten, die mit der Übernahme von Miete, Heizung, Sozialversicherung, Telefon und Strom diesem armen alten Mädchen noch ein paar schöne Jahre ermöglichen. Im Übrigen kann man hier nur noch die biologische Lösung abwarten. Da arbeitet sie auch gut mit und raucht wie ein Schlot!

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Donnerstag, den 01. Juli 2010 um 10:50 Uhr
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