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Aua304: Pflegestellen berichten (1): Hundepfoten in Not e. V.

{TS-Kritik}

 

Wenn Menschen Tierschutzorganisationen einen Pflegeplatz anbieten, ist dies eine ganz besonders bemerkenswerte Leistung. Anders als die Organisation selbst und deren Repräsentanten bleiben die Pflegestellen mit ihrem umfassenden Einsatz meist im Schatten und ungenannt. Dabei erbringen sie in vielen Fällen enorme Leistungen – sowohl finanziell wie betreuungstechnisch wie emotional.

 

Vertraglich geknebelt und gefesselt

Vielen unbekannt ist die Tatsache, dass der weniger seriöse Teil der Tierschutzorganisationen diesen Pflegestellen oft auch noch die Futterkosten aufhalsen. Entsprechende Regelungen in Pflegeverträgen sind stets ein Alarmzeichen.

Darüber hinaus müssen Pflegeplätze für die tierärztliche Behandlung bei vielen Tierschutzvereinen vor dem Tierarztbesuch die schriftliche Erlaubnis und Kostenübernahmezusage einholen. Und die wird nicht immer erteilt, wie ein Fall, der diese Woche noch veröffentlicht wird, belegt. Im genannten Fall wollte die Pflegestelle einem schwer kranken Welpen die von mehreren Tierkliniken dringend angeratenen lebensrettenden Maßnahmen zukommen lassen. Der Verein untersagte ihr das und nahm den totkranken Welpen von diesem engagierten Pflegeplatz weg. Seit dem fehlt jede Spur von ihm.

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Die Setter-Hündin Maya, die nach 17 Monaten von Hundepfoten in Not von ihrem Pflegeplatz weggerissen wurde, obwohl die Pflegefamilie sie behalten wollte.
Bild:
http://www.rettet-maya.de/

 

Harte Strafen für Kritiker

Eine Pflegestelle erhält zwangsläufig einen tieferen Einblick in die Arbeit einer Tierschutzorganisation.  Aus diesem Einblick heraus und den erkannten Missständen drückt Kritik. Wenn Pflegestellen jedoch Kritik an der Orga üben, für die sie gerade Tiere in der Betreuung haben, wird nicht selten unglaublich radikal und tierfeindlich agiert: Die Tiere werden den Pflegestellen weggenommen.

Ein solcher Fall in der Doggenszene  initiierte das Relaunch von Doggennetz. Lesen Sie dazu die Prä-Aua-Artikel Doggen-Pflegeplatz anbieten? Besser nicht!, Anonyme- und Drohmail-Schreiber gesucht sowie Gutmenschen-LKW überrollt Doggenkind.

 

Pflegestelle vor Gericht gezerrt

Ein besonders dramatischer Fall ereignete sich jüngst im Kontext mit Hundepfoten in Not e. V. Der Verein war schon Anfang des Jahres aufgefallen (vgl. Aua93 und hier).

Tierfreunde hatten für diesen Verein im April 2010 eine taube und nicht stubenreine Setterhündin aufgenommen. Was die Betreuer für diesen Hund alles geleistet haben, ist auf der eigens eingerichteten Homepage Rettet Maya nachlesbar. Schließlich und nach enormem Einsatz für den Hund entschloss sich die Pflegefamilie, den Hund zu behalten, der zu diesem Zeitpunkt und nach gut einem Jahr (!!!) dort auch wie zu Hause war.

Damit fing der Ärger an.

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Maya - die pure Lebensfreude! Ein vitaler, schöner, gesunder Hund, der geliebt wurde und ein Zuhause hatte. BIS Tierschützer ihren Kopf durchsetzen wollten ...
Bild:
http://www.rettet-maya.de/




Herausgabe des geliebten Hundes nach 17 Monaten

Das Ende vom Lied: Obwohl der Richter nach Angaben der Pflegeleute noch einen Appell an die Vereinsverantwortlichen gerichtet haben soll, abseits der juristischen Lage die Hündin der Pflegestelle zu überlassen, bestand der Verein auf der Herausgabe.

Jeder Hundefreund wird nachvollziehen können, was es bedeutet, einen Hund, den man 17 Monate lang betreut und gepflegt, sozialisiert und erzogen hat, an Fremde abgeben zu müssen.

Der Fall ist umfassend und gut lesbar dokumentiert.


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Die umfassende Bilder-Galerie der Hündin Maya spricht Bände. Manchmal kann man an den Bildern selbst erkennen, wie sehr Menschen ihre Hunde lieben. Diese Bilder dokumentieren das! Genützt hat es weder der Pflegestelle noch dem Hund!
Bild: http://www.rettet-maya.de/



Das Hundswohl eiskalt ignoriert

Dass es in diesem Fall (wieder einmal) nicht um den Hund geht, erhellt aus der grausigen Pointe: Die Hündin Maya wurde nach Angaben der früheren Pflegestelle vom Verein Hundepfoten in Not e. V. auf den nächsten Pflegeplatz gesetzt und stehe in der Vermittlung!!

Dieser Fall ist kein Einzelfall. Weitere Dokumentationen folgen.



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Montag, den 12. September 2011 um 08:11 Uhr
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