die neuesten Texte




Startseite 
Aua292: Stray einsame Vierbeiner e. V.: Verstörende Leidensgeschichten

{TS-Kritik}

 

Aufgrund der Fülle der Kritikpunkte an dem Verein Stray einsame Vierbeiner e. V. mussten einige dieser in meinem aktuellen CharityWatch.de-Artikel Einfuhr gehandicapter Hunde  außen vor gelassen werden.

Am herausragendsten ist sicherlich die verstörende Leidensgeschichte der aus Kairo stammenden Hündin Mercy, die nach einem Autounfall gelähmt von Stray nach Deutschland verbracht wurde.

Was dieser Hündin in den elf Monaten zwischen ihrer Einfuhr nach Deutschland und der Euthanasie alles zugemutet wurde, kann keinen Tierfreund unberührt lassen: Operationen und Aufenthalt in der Tierarztpraxis Rosenhof, Herausgabe als austherapiert und  „aussichtsloser Fall“ auf einen Pflegeplatz; eingeschnallt in den Rolli, neuer Rolli, Amputation eines Beines, Kastration mit noch drei Wochen später aus der Naht herausquellendem Eiter; Verfrachtung auf einen Gnadenhof in Bayern, wo sie im Zwinger leben muss; Umplatzierung in das Tierheim Hersprung und am 9. Juli 2011 der (erlösende) Tod!

 

Lange Liste der Vernachlässigung und des Leidens

Im CharityWatch.de-Artikel nicht besprochen ist die eigentümliche Rolle des Tierheims Herzsprung bei dieser Geschichte. Die „Tierschützer“ dort hatten zunächst eine 13 Seiten umfassende Dokumentation darüber auf ihrer Website veröffentlicht, in welchem Zustand sie die Hündin Mercy übernommen hatten.

Zitate aus dieser Dokumentation (original mit Fehlern):

 

„Viele nicht behandelte offene Wunden und Liegestellen“

„Die Kastrationsnarbe – nach 3 Wochen der Kastrations immer noch teilweise Fäden daran und im Bauch ist ein ca. pfirsichgroßer Eiterbeutel“

„Schlimme Liegestellen, die nicht behandelt wurden“

„Schürfwunden am hinteren Fuß – Am Ballen und eine abgewetzter Zeh"

„Eine Infektion und Schwellung im Bein“

„Pilzstellen, die nun behandelt werden“

„Das Schwarze ist Kot und Dreck, was an ihr klebt. Unter dem Dreck ist alles offen.“

„Krebstumore“

„6 Mammatumore wurden an der Gesäugeleiste festgestellt“

(alle Zitate ex:
http://www.tierherzen-brauchen-hilfe.de/Tierheim_Herzsprung/Mercy/Mercy.htm mit Stand vom 02.08.2011; die Dokumentation ist nicht mehr verfügbar!)

Alle Zitate waren mit Bilddokumenten belegt!

Die „Tierschützer“ des Tierheims Herzsprung gaben auf ihrer Website an, die Hündin Mercy in der Tierklinik Pritzwalk vorgestellt zu haben. Und sie listen die Ergebnisse der tierärztlichen Gesamtschadensaufnahme, die nachgerade erschütternd sind.

Keinesfalls etwa sei die Hündin, wie bisher behauptet, 6 Jahre alt; sondern über 10 Jahre alt, so die Feststellung der Klinik.

Die Röntgenuntersuchung habe ergeben, dass die Wirbelsäule um fast 90 Grad geknickt sei. Das Herz sei vierfach vergrößert gewesen. Die Lunge sei verkrebst und voller Flüssigkeit gewesen. Das Becken sei gebrochen. Das hintere, linke Beingelenk im Becken wäre ausgekugelt und ausgefranst.

DAS ist nach Angaben der „Tierschützer“ vom Tierheim Herzsprung der Zustand der Hündin, die elf Monate  zuvor von Stray einsame Vierbeiner e. V. nach Deutschland  verbracht worden war.

 

Pikantes aus dem Netz gelöscht

Warum aber, so muss gefragt sein, ist diese wichtige Dokumentation nicht mehr im Netz verfügbar? Doggennetz hat versucht, diese entscheidende Frage in einem Telefonat mit Andrea Berthold zu klären. Die Auskünfte waren überraschend:

Andrea Berthold berichtete, dass man vier große Tierschutzorganisationen, deren Namen sie aber nicht nennen wolle, wegen dieses Falles schon informiert habe. Alle großen Orgas hätten einheitlich angegeben, da könne man nichts machen! Zur Begründung erhob Berthold die These, dass der Verein Stray einsame Vierbeiner für Mercy gar nicht verantwortlich wäre, sondern eine Tierschützerin, welche die Hündin auch auf Pflegeplatz genommen hätte.

Auf die Frage, wie sich das mit den laufenden Spendenaufrufen von Stray für diese Hündin vertrage, belehrte Andrea Berthold die Redaktion dahingehend, es sei völlig normal, dass Vereine Spenden einsammeln und diese an Privatpersonen weiterleiten.

Das ist eine – euphemistisch bezeichnet – erstaunliche Aussage, die jeder Staatsanwalt zunächst auf die Frage des Spendenbetrugs abklären würde.

Nachdem das Tierheim Herzsprung durch das Telefoninterview mit Andrea Berthold gemerkt hatte, dass die Redaktion zu diesem Fall recherchiert, kündigte Berthold schon im Telefonat an, man werde die Dokumentation aus dem Netz nehmen. Sie begründete diese Entscheidung wie folgt: „Die arme Mercy soll endlich ihre Ruhe haben!“

Doggennetz hat vor Löschung der Dokumentation alle Seiten per Screenshot gesichert!

Dass „vier große Tierschutzorganisationen“ diesen grausamen Fall unter der Decke halten wollte, kann nicht überraschen. Die Hündin Mercy ist wie die Katze Luilui, der gelähmte und auf seinem Pflegeplatz buchstäblich verschimmelte Hund Umut (Aua245) und viel zu viele andere eine blut- und eitertriefende Anklage gegen den Auslandstierschutz!

Und die nachgerade konspirative Deckung, die eine Orga hier der anderen gibt, spricht nicht dafür, dass sich an solchen Machenschaften in absehbarer Zeit etwas ändern wird. Oder wer will das Tierheim Herzsprung dazu bewegen, die Mercy-Dokumentation wieder online zu stellen?

 

Dubiose Pflegestellen

Ein weiterer Aspekt, der in meinem CharityWatch.de-Artikel ausgespart wurde, sind die dubiosen Pflegestellen von Stray einsame Vierbeiner e. V.

Das tierärztliche Untersuchungsergebnis der Hündin Mercy sowie die grauenhaften Bilddokumente, dokumentiert vom Tierheim Herzsprung,  sprechen ein vernichtendes Urteil über die Pflegestelle, die für diese arme Hündin aus Ägypten zuständig war.

Aber die „Qualität“ dieses Pflegeplatzes ist offensichtlich keine Ausnahme.

In Aua275 hat Marla Elan verschiedene Horrorgeschichten eines anderen Kooperationspartners von Stray einsame Vierbeiner unter die Lupe genommen. Gleich im ersten Fall geht es um die Hündin Demi und ihr tödliches Ende. Auch Demi ist, pardon: war ein „Schützling“ dieses Vereins.  

Es ist nicht mehr nachvollziehbar, wie Tierschützer schwer kranke Hunde auf einen Gnadenhof bringen können, deren Betreiber sich im Internet selbst seitenweise zu ihrem psychischen Gesundheitszustand outen (vgl. Aua276).

 

Doggenrüde Maylo

Auch die mehr als kuriose Geschichte des Doggenrüden Maylo ist bei weitem nicht geklärt. Im Artikel wird der Ablauf nur kurz zusammengefasst.

Sehr engagiert für diesen Rüden aus Athen haben sich die Doggenfreunde im Doggenforum. Sie sind es auch, die sehr detailliert und unter Vorlage einer ausführlichen Korrespondenz die einzelnen Phasen dieser Geschichte belegen können.

Auf Facebook soll es dazu eine sehr leidenschaftliche Diskussion geben.

Im Übrigen wird von den Doggenfreunden bezweifelt, ob der Rüde tatsächlich am vergangenen Samstag in Deutschland angekommen ist. Nachrecherchen am Flughafen Frankfurt räumen diese Zweifel aber aus.

 

Regenbogenbrücke und Zergportal als Lektüre empfohlen

Bevor unter Umständen weitere "Veränderungen" erfolgen, sollten Interessierte an diesem Verein insbesondere die Rubrik Regenbogenbrücke auf der Stray-Website studieren.

Übrigens darf Stray einsame Vierbeiner e. V. über Zergportal vermitteln, die Tiervermittlungsplattform mit den ach so hohen Ansprüchen …

 

Und natürlich: Zarenhof

Gleichfalls aus Platzgründen weggelassen wurde der Hinweis, dass Stray einsame Vierbeiner e. V. auch einen Hund auf den Zarenhof gegeben hatte. Thanos ist dann dort auch gestorben! Von Stray eingeworbene Gelder für dessen Physiotherapie seien bei dem Hund nie angekommen.

 

 

 

 

 





Texte sind mein Beruf. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, können Sie ihn über PayPal honorieren. Danke!

Lesegeld
 
Dienstag, den 30. August 2011 um 09:11 Uhr
PDF Drucken E-Mail