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Aua261: Der Fall "Gnadenhof" Momo als Attacke von rechts

 

{TS-Kritik / Ein politischer Kommentar}

 

Die in Aua260 beschriebene Dokumentensammlung zum Fall „Gnadenhof“ Momo auf einer Website in der Schweiz ist eine absolute Sensation. Ob die Pro-„Gnadenhof“-Momo-Fraktion sich damit einen Gefallen getan hat, diese Dokumente – eventuell auch noch entgegen geltenden Rechts – zu veröffentlichen, darf füglich bezweifelt werden.

Leider setzt die Dokumentation erst am 17. Juni 2011 ein. Der Schriftwechsel zur Beschlagnahmung der rund 100 Hunde im November 2010 wäre diesbezüglich sicherlich auch noch aufschlussreich.

ABER!

 

Argumente gegen diesen Staat

Nach meiner, Karin Burgers, persönlichen Meinung geht es überhaupt nicht um den Einzelfall „Gnadenhof“ Momo. Barbara B. wird mit ihrer Geschichte von ganz anderen Kräften gezielt zur Märtyrerin aufgebaut und als Argument gegen diesen Staat in Stellung gebracht.

Man achte zum Beispiel auf die gebetsmühlenartigen Wiederholungen des Internet-Star-Verteidigers von Barbara B., den von Doggennetz nur unter dem Pseudonym Shangal-SharPei gelabelten Wortführer. Wieder und wieder präsentiert er seine These, das Vorgehen der Behörden im Fall „Gnadenhof“ Momo sei nicht rechtsstaatlich.

Daran an fügt sich nahtlos das Statement von Andreas Popp in dem You-Tube-Video, das zuerst in einer Kurzversion erschien, inzwischen aber auch in einer einstündigen Vollversion vorliegt.

In der Kurzversion spricht Andreas Popp nur in Ungefähr von dem Fall selbst, den er auch nicht ein einziges Mal namentlich benennt. Stattdessen doziert der bekannte Publizist von den „klassischen Symptomen unserer Zeit“, davon, wie sich der Staat an Menschen vergreife, die „Gutes tun“, von den Ängsten der Bevölkerung und so fort.

Weitergehende Recherchen zu den Institutionen, welche das Video und das Buch produziert haben, zu den verschiedenen Akteuren im Video etc. führen in brisante politische Bereiche hinein ... die mit Tierschutz gar nichts mehr zu tun haben!

 

Machtübernahme?

Als Appetithäppchen in diese Richtung sei eine Begebenheit kolportiert, die Doggennetz nur vom Hörensagen kennt; dies allerdings aus zwei verschiedenen Quellen: Eine der im Video sprechenden Personen kündigte in persönlichen Gesprächen mit anderen Tierschützern mehrfach an, „man“ werde demnächst die Macht in Deutschland übernehmen. Und dann würde als erstes die Presse abgeschafft.

(Doggennetz wurde namentlich nicht erwähnt. Wir gehen jedoch davon aus, dass Doggennetz die erste Bastion der Pressefreiheit wäre, die fiele.)

Schade, dass diejenigen Publizisten, die früher einmal schon sehr erfolgreich in diese Richtung recherchiert hatten und auch profunde Texte zum Thema rechte Unterwanderung der Tierschutz- bzw. Tierrechtsszene vorgelegt haben, so von ihren persönlichen Gefühlen vereinnahmt worden sind, dass sie gar nicht mehr merken, von wem sie für was instrumentalisiert werden.

Jede Fall-Diskussion, wie derzeit im Wuff-Forum stattfindend, ist deshalb kontraproduktiv. Nach Doggennetz-Meinung geht es den Akteuren hinter diesem Fall primär und nur darum, so viel Aufmerksamkeit wie irgend möglich auf den Vorgang zu lenken, um die These der Behördenwillkür und der Abwesenheit des Rechtsstaates aufzupumpen. Die Zielgruppe liegt dabei mit Sicherheit außerhalb der Tierschützerszene, denn in dieser können die Macher aufgrund der bekannten Vorgeschichte und der vielen Dokumente zu diesem Fall nicht mehr punkten.

Deshalb passt sowohl der Spendenaufruf eines gemeinnützigen Vereins für den „Gnadenhof“ wie auch die der Dokumentation angefügte Beitrittserklärung zum Verein Haus- und Wildtierhilfe Lüneburger Heide e. V. exakt ins Bild.

Wie sich ein Spendenaufruf für eine Einrichtung, die einem behördlichen Hundehaltungsverbot unterliegt, mit dem Status der Gemeinnützigkeit verträgt, ist dann andernorts zu klären.

 

Dokumentierter Extremismus-Vorwurf

In dem You-Tube-Video „Gnadenlos gegen Gnadenhof“ interviewt der als „Journalist und Filmemacher“ betitelte Michael Vogt die „Gnadenhof“-Betreiberin Barbara B.

In dem Video nicht klar wird die Tatsache, dass Michael Vogt Geschäftsführer exakt des Verlages ist, der Video und Buch produziert hat.

Michael Vogt ist an der nach Doggennetz-Meinung verorteten politischen Position kein Unbekannter mehr. Am 23. November 2007 berichtete Spiegel-online unter der Headline „Extremismus-Vorwurf“ über den Rauswurf des „umstrittenen Honorarprofessors“ Michael Vogt von der Uni Leipzig .

Vogt selber weist die erhobenen Vorwürfe im  Spiegel-online-Artikel zurück.

 





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Sonntag, den 14. August 2011 um 11:57 Uhr
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