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Aua245: Gelähmter Auslandshund auf Pflegeplatz buchstäblich vermodert

{TS-Kritik}

 

Am 29. Juli 2011 ging eine Meldung durch einen der Schwarze-Listen-Tierschutzverteiler, die aus dem Meer des durch Tierschützer gefluteten Grauens scharfkantig hervorsticht.

Da die Augenzeugin und Verfasserin der Meldung jetzt lieber ein Vollbad im Selbstmitleid nimmt, gibt sie den Text nicht zur Veröffentlichung frei. Das ist paradox, hatte sie ihn doch vorher durch einen Mailgroßverteiler gejagt. Aber Paradoxie, Melodram und Handeln ohne das vorherige Abschätzen der Folgen sind gängige Strukturmerkmale der Tierschützer-Szene.

Alles wie gehabt!

Deshalb wird die Meldung, welche der DN-Redaktion vorliegt, nachstehend paraphrasiert.

Die Dame war von einer Tierschutzorganisation im ersten Schritt um eine Nachkontrolle gebeten worden. Im Verlaufe des weiteren Kontakts aber hieß es dann, sie solle den Hund dort mitnehmen. Dieser sei gelähmt und sitze im Rollstuhl.

aua245gelhmtfront

Dass es sich um den unten genannten Hund "Umut" handelt, lässt sich dank der Kooperativität von Birgit nicht beweisen, atmet jedoch starke Plausibilität. Auch dieser Hund war auf diesem Pflegeplatz. Macht es einen Unterschied, ob er vermodert ist oder ein Kollege? Wie moralisch verkommen muss man sein, um bei diesem Anblick eines Lauftiers kein Erbarmen zu spüren, ihn auf einen unqualifizierten Pflegeplatz zu setzen, wo man ihn Monate später nur noch wegholen und einschläfern kann?
Zeichnung nach der auf Facebook veröffentlchten Foto-Inspiration: Erri Emra.

 

Verkotet mit offenen Wunden und freigelegten Knochen

Am 22. Juli 2011 fuhr die Dame, die wir der Einfachheit halber jetzt fiktiv Birgit nennen, zusammen mit einem Mitglied des verantwortlichen Vereins nach 54649 Oberpierscheid. Dort fanden sie den Hund in einer ehemaligen Milchküche umringt von Fliegen vor.

Der Gestank sei bestialisch gewesen. Auf den ersten Blick sei zu erkennen gewesen, dass der Hund nicht nur am Körper, sondern auch am Kopf und im Gesicht abgemagert war. Am Körper habe man etwa sechs bis acht großflächige Liegegeschwüre erkennen können. Bei einem Liegegeschwür am Oberschenkel habe man etwas zwei bis drei Zentimeter des blanken Knochens sehen können. Die Krallen des Hundes seien so lang gewesen, dass sie schon in den Fußballen eingewachsen gewesen seien. Der gesamte Hund mitsamt seiner vielen Wunden sei voller Kot und Urin gewesen. Er sei kaum noch behaart gewesen.

Die Damen hätten den Hund mitgenommen.

 

Tierärztliche Befunde und Euthanasie

Er wurde noch am gleichen Tag einem Tierarzt vorgestellt, der ihn erstversorgte. Von dieser tierärztlichen Behandlung hat Birgit jede Menge beweiskräftiger Bilder gemacht, die jedoch sehr grausam seien. Um sich selbst und die Orga zu schützen, ist Birgit nicht bereit, die Bilder zu veröffentlichen.

Am nächsten Tag wurde der Hund, warum auch immer, einem weiteren Tierarzt vorgestellt. Der diagnostizierte einen massiven Wundbrand bei fast allen Wunden. Man nahm dem Hund Blut ab. Die Leber- und Nierenwerte waren so schlecht, dass der Hund euthanasiert wurde.

Im weiteren Text der Meldung berichtet Birgit dann noch vom Entsetzen der beiden behandelnden Tierärzte, die eingeräumt hätten, noch nie einen Hund in einem derart schlechten Zustand gesehen zu haben.

 

Ein häufiges Strickmuster

Für Tierschutzkritiker ist das ein typischer Fall. Unsere aktuellen Recherchen beschäftigen sich etwa mit einem Verein, der ausschließlich auf dieser Schiene fährt: Immer nur gelähmte und schwer behinderte Hunde werden aus dem Ausland nach Deutschland geholt. Mit großem Tamtam sammelt man Spenden für Operationen, Rollwagen etc. Viele der Hunde überleben diese Pseudorettungen nicht; die Regenbogenbrücken-Rubriken auf den Websites der verantwortlichen Vereine müssen wöchentlich aktualisiert werden und quellen über von Todesmeldungen.

Nach erfolgreichem Ableben des Tieres wird unter dem „Vermittlungstext“ das Angebot an Spender gerichtet, sie könnten ihr Geld zurückfordern. Dabei kann man völlig gelassen darauf vertrauen, dass sich kaum ein Spender die Blöße geben wird, den natürlich theatralisch beweinten Tod des betreffenden Tieres zu instrumentalisieren, um Geld zurückzuverlangen.

Bingo!

aua245gelhmtseite

Obschon er kniet und anthropomorph die Körperhaltung des um Gnade Bittenden einnimmt, Erbarmen und Gnade (engl. Wort: "mercy"!!!) kennen Tierschützer nicht. Die eigene Angst vor dem Tod und der ganzen Bandbreite des Lebens lässt sie die Wehrlosen noch aus dem Grab ziehen, wenn sie schon mit zwei von vier Beinen drinstehen! Erri Emra und ich kommen gern noch einmal vorbei, wenn die Verantwortlichen hierfür mit Krebs im Endstadium, Anus praeter, Blasenkatheter, Luftröhrenschnitt, PEG, beatmet, palliativ unterversorgt auf der Intensivstation liegen und sich ein zweites Loch in den Bauch ärgern, dass sie nicht rechtzeitig eine Patientenverfügung getroffen haben, welche sie vor der Todesangst ihrer Retter rettet. Vielleicht öffnen sich jene dann für die unbestrittene Gnade des Todes?
Zeichnung nach der Foto-Impression der Facebook-Bilder von: Erri Emra


Das Drumherum der aktuellen Meldung

Doch die für obigen Fall verantwortlichen Tierschützer haben den Dilettantismus – wenn es dann solcher ist; es könnte auch  Kalkül sein - nicht für sich gepachtet. Birgit möchte da nicht hintanstehen:

  •               

    1. Erst schickt sie eine Horror-Meldung durch den Verteiler. Dann generiert sie sich in der Pose des Opfers, gibt weder den Namen des Vereins frei noch veröffentlicht sie die Bilder.

                  

    2. In der Meldung selbst wird mit der Nennung von Vor- und Nachname des Pflegeplatzes zuzüglich Wohnort gegen geltendes Recht verstoßen. Das kann Birgit im schlimmsten Fall auch noch eine Anzeige eintragen.

    3. Nicht genug damit gibt Birgit in der Meldung über den Tierschutzverteiler ihren eigenen Vor- und Nachnamen und ihre Telefonnummer preis mit dem Angebot: „Bei eventl. Auftretenden Fragen kann man mich auch unter Tel.  […] erreichen.“

  • Vermutlich sucht Birgit allgemein Kontakt. Denn die auftretenden Fragen beantwortet sie nicht. Dafür erzählt sie in Länge und Breite, wie sie jeden Morgen weinen müsse, weil sie die furchtbaren Bilder nicht loslassen

    Angesichts dieser Reaktionen, die eine sehr deutliche Sprache sprechen, könnte der Verdacht entstehen, ob Birgit sich vielleicht den Fall komplett ausgedacht hat?

    Nein, das hat sie nicht, denn einige Fakten lassen sich recherchieren.

    Vermutlich, aber im Moment nicht verifizierbar, handelt es sich um den Hund Umut, der von dem verantwortlichen Verein und dem Pflegeplatz zu früheren Zeiten bei Facebook massiv beworben wurde. Dort auch findet man jede Menge Bilder dieses so sehr gequälten Hundes, bevor er in den physiologischen Zustand der lebenden Verwesung überging.

    Eventuell sollte man sich diese Bilder rasch ansehen, denn es wäre nicht das erste Mal, dass derlei Bilddokumente direkt nach Erscheinen des dazugehörigen Doggennetz-Artikels verschwinden.

    Dabei besonders zu empfehlen sind das zweite und dritte Bild in der dritten Reihe. Diese Bilder sprechen für sich und zeigen, dass Tierschützer kein Erbarmen kennen. Diesen Hund hätte man auf gar keinen Fall nach Deutschland bringen dürfen. Das ist Tierquälerei, kein Tierschutz!

    Dass diese Bilder aber seit elf Monaten unwidersprochen im Netz stehen, die Aktion sogar noch Unterstützer findet, beweist zugleich, dass angeblichen Tierfreunden jedes Gefühl für Humanität und Ethik abhanden gekommen ist. Damit haben Verwerter solchen Tierleids leichtes Spiel und jeder Unterstützer bei Facebook (und andernorts) darf sich mitverantwortlich für das Leiden dieses Hundes fühlen!

     

    Mindestens ein weiterer toter Hund auf diesem Pflegeplatz

    Ebenfalls nicht verifizierbar sind folgende Infos: Vor etwa zwei Jahren soll es auf diesem Pflegeplatz schon einmal einen solchen Fall mit tödlichem Ausgang gegeben haben. Es habe  sich um einen Tierschutzhund aus Rumänien gehandelt. Die für diese Pflegeplatzbesetzung verantwortliche Organisation, die in Rumänien das größte Tierheim der Welt zu betreiben behauptet, habe den damaligen Hund ebenfalls von diesem Pflegeplatz weggeholt. Allerdings sei diesem Hund auch nicht mehr  zu helfen gewesen und er wäre eingeschläfert worden.

    Da die betreffende Organisation komplett intransparent ist, erübrigen sich Nachfragen hierzu.

     

    Kein Dilettantismus ohne Österreicher

    Die Story ist noch nicht zu Ende. Nun kam es einer österreichischen „Tierschützerin“ in den Sinn, die gesamte Meldung mit all den persönlichen Daten und ohne Abklärung der Textrechte bei Facebook zu veröffentlichen. Hier muss man nachsichtig sein, denn die wie hier auch andernorts blindlings agierenden Tierschützer fallen derzeit in einer Forumsdiskussion durch eine Begriffsstutzigkeit auf, die schon tierische Ausmaße annimmt.

    Diese Verletzung der Persönlichkeits- und Urheberrechte sollen nach Angaben von Birgit einen Strafantrag gegen die österreichische „Tierschützerin“ nach sich ziehen.

    Inzwischen ist der Text bei Facebook auch nicht mehr verfügbar.

    Dafür hat Birgit bis nachts um zwei Uhr schöne und unschöne Telefonanrufe bekommen. Davon ist sie zu recht nicht begeistert.

    Allerdings ist sie auch nicht in der Lage, einen kausalen Zusammenhang mit ihrer eigenen Großtat herzustellen: Wer bitte als Privatperson jagt seine Telefonnummer durch ebenso gigantische wie hinsichtlich der Adressaten anonyme Tierschutzverteiler?

    Aber man muss Birgit auch etwas in Schutz nehmen. Es mehren sich Hinweise auf den ganz üblen Verdacht, dass es sich bei den hinter diesem Fall stehenden Akteuren um die wirklich bösen Jungs handelt …

    Leider ist Birgit nicht in der Lage zu erkennen und die Erfahrung anderer sich zu eigen zu machen, dass das rückhaltlose Treten an die Öffentlichkeit der einzige und beste Schutz gegen anonyme Drohungen ist!

     
    Konsequenzen?

    Wie kommen Sie denn auf das schmale Brett? Konsequenzen? Gar keine!

    Der Verein habe einen Anwalt eingeschaltet. Na und?

    Übermorgen oder die Woche danach wird wieder ein Verein einen gelähmten oder anderweitig spendenmagnetischen Hund auf diesen Pflegeplatz setzen. Oder auf einen anderen, qualitativ gleichwertigen.

    Solange Tierfreunde nicht begreifen, dass die Einfuhr solcher Hunde (an dieser Stelle empfiehlt sich noch einmal der Blick auf das zweite und dritte Bild der dritten Reihe) mit Tierschutz nichts zu tun hat, dass jede Orga, die derlei überhaupt nur anbietet, schon unseriös ist, solange werden solche Hunde auf solchen Pflegeplätzen, auf den Zarenhöfen der Republik, auf den Gnadenhöfen dieses tierparadiesischen Landes, in den Tierheimen Haßfurt oder Rotzhintermberg sich qualvoll in den Tod leiden müssen.

    Immerhin kann man in ungefähr den Zeitraum abschätzen, den Umut  gebraucht hat, um zu verschimmeln. Die frühesten Unterstützer-Einträge der publicityträchtigen Aktion auf Facebook datieren vom September 2010.

    Wissen wir das auch: Ein gelähmter Hund braucht rund elf Monate, um in seinem Kot und Urin liegend zu vermodern. Aber natürlich nur, wenn man durch fortgesetzte Fütterung dabei darauf achtet, dass es mit dem Kot und Urin, der sich in die offenen Wunden schmiert und den Knochen blank ätzt, auch weiter klappt.

    Birgitlein muss nun seit dem 22. Juli 2011 morgens weinen.

    Ich bin voll der Zuversicht, dass diese Tränen Umut auf der Regenbogenbrücke die volle Tröstung geben werden!

    So, jetzt entschuldige ich mich bei den Tierschützern dafür, dass ich sie so lange vom Retten abgehalten habe.

    Bitte weitermachen!

    Zwei Hinweise

    1. Doggennetz-Leser mögen uns des taktlosen Zynismus’ zeihen, mit dem Obiges berichtet wird. Das stimmt. Aber auch Doggennetz braucht seine (sprachlichen) Strategien, um mit so etwas fertig zu werden. Und wir haben es nicht so mit der Heulerei.

    2. Die Bedroher von Birgit werden gebeten, bei ihren Drohanrufen bei Doggennetz klar und deutlich auf den Anrufbeantworter zu sprechen, damit man und Staatsanwalt auch etwas versteht. Bei Drohmails bitte darauf achten, dass nicht allzu viele Rechtschreibfehler im Text sind. Denn – wie immer – werden Drohmails sofort veröffentlicht. Und es ist der Linguistin M. A. so unangenehm, wenn so verheerender sprachlicher Stuss wie z. B. der von Lara Brei auch noch durch Veröffentlichung multipliziert wird.


    Besten Dank für Ihre Rücksichtnahme!

     

     

     





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    Lesegeld
     
    Dienstag, den 02. August 2011 um 08:42 Uhr
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