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Aua159: Auslandstierschutz KATZEN: Würmer, Viren und Pilze auf Reisen

{TS-/DS-Kritik}

 

Doggennetz-Zielgruppen-Erweiterung: Zugegebenermaßen lag unser Themenschwerpunkt bisher deutlich und fast vollständig bei den Hunden. Ein nicht unerhebliches Quantum des Auslandstierschutzes erstreckt sich aber natürlich auch auf die zweite große Tierschützer-Zielobjekt-Tierart: Katze!

Hier entfaltet sich der Irr- und Widersinn hemmungsloser Einfuhren noch weitaus dramatischer, da fast alle deutschen Tierheime derzeit unter einer Katzenschwemme zu leiden haben, wie es sie noch nie gegeben hat. Viele Tierheime mussten deshalb schon einen Aufnahmestopp verhängen. Einzelne Tierheime lassen sich unter der momentanen bundesweiten Katastrophenstimmung zu Bestandsmeldungen verleiten, die schlichtweg unglaubwürdig sind (vgl. dazu Aua120, Aufgabe 7).

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Uninteressant: Das ist "nur" eine deutsche Tierschutzkatze. Sie war auch schon krank, als sie in Tierschützerhände geriet und musste nicht erst von Griechenland in die BRD verschleppt werden, um krank zu werden. Aber man sieht's auch gleich: Die Spendenmagnetkraft dieses einheimischen Katzenelends ist einfach zu dürftig!
Bild: mngw

 

Detaillierter, unverhüllter Erfahrungsbericht

Weit eindrücklicher als die Kritik „von außen“ sind Insiderberichte. Sie gewinnen dann an Authentizität und Aussagekraft, wenn sie vollkommen arglos und in tief wurzelnder Unwissenheit darüber verfasst werden, was die beschriebenen Akteure da eigentlich tun. Welcher Begriff passt: Unschuld? Ja, Un-Schuld im biblischen Sinne, also ohne das erkennende Bewusstsein vom Baume mittels Apfel-Inkorporation.

Ein solcher „unschuldiger“ Erfahrungsbericht, leider älteren Datums (aus dem Jahre 2003), wurde Doggennetz jetzt zur Kenntnisnahme und Verwurstung zugeleitet: Pflegekätzchen aus Kreta - Ein Erfahrungsbericht (Quelle:  http://www.kretakatzen.de/Katzenpflege/Pflege_Bericht.htm.)

Da die Verfasserin sehr gut schreiben kann und auch über beachtliche Kenntnisse verfügt, ist der Bericht gut lesbar und schildert anschaulich, was diese Art des Tierschutzes für die ausländischen und deutschen Katzen wirklich bedeutet.

Er lässt eine ethische Bewertung zu.

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In vielen deutschen Tierheimen herrscht Aufnahmestopp bei Katzen. Dann muss auch so ein Süffkind zusehen, wie es allein klar kommt. Hauptsache, der Auslandstierschutz läuft rund!
Bild: mngw


Vorweg: Komplett illegale Einfuhren!

Ohne durch Doggennetz noch einmal namentlich die Organisationen herauszuheben, welche diese Einfuhren zu verantworten haben, dokumentiert der Erfahrungsbericht an erster Stelle, dass diese mehrheitlich (vermutlich: vollständig) illegal sind! Die Tierschützerin berichtet wiederholt von ungeimpften Katzen, von Katzenwelpen unter 3 Monaten, welche eingeführt werden. All diese Einfuhren schließt die Binnenmarkt-Tierseuchenschutzverordnung für Tierschutzorganisationen aus!

Dazu empfohlen noch einmal die Huselstein’schen (BMELV) Ausführungen aus September 2010 auf Zergportal (wobei die kommentierten Gesetze und Bestimmungen teilweise schon seit fast 20 Jahren gelten).

Der Erfahrungsbericht belegt damit den häufig gemachten Vorwurf an die Auslandstierschützer, dass sie illegal handeln. Sie tun es!

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Um solche sinnvollen Objekte tierschützerischen Tuns zu finden, braucht man bei uns in der Region nur zwei Mal hüpfen oder die paar Meter bis zum nächsten Bauernhof zu schlappen. Vielleicht sollten sich die Tierschützer, welche diese Elendsbiographien aufgenommen, gepflegt und gesund gemacht haben und die ein erbarmungswürdig geringes Spendenaufkommen haben, einmal das "Friedrichshafener Modell" (Aua157) überlegen?
Bild: mngw


Tier-Krankheiten auf Reisen

Ganz unabsichtlich dokumentiert der Erfahrungsbericht, wie so ein armer Microsporum canis, ein von Tierärzten und Tierhaltern ganz besonders gefürchteter Pilz, der sich dadurch auszeichnet, dass er auch Menschen befällt, herumkommt in Europa! In aller Unschuld berichtet die Autorin, wie ihre eigenen Katzen durch die aus Kreta eingeführten Artgenossen, die zunächst nicht – was die banalste Selbstverständlichkeit im professionellen Tierschutz wäre – unter Quarantäne gehalten wurden, mit diesem Pilz angesteckt werden.

Der Erfahrungsbericht dokumentiert damit zum einen die Unprofessionalität der Tierschützer und zum anderen, wie durch den Tierschutz Krankheiten eingeschleppt werden. Zwar gibt es diesen Pilz auch ohne Griechenland, aber jeder Multiplikationsfaktor zählt für seine Verbreitung!

Dagegen nehmen sich die Schilderungen der Europareisen ganzer Endoparasiten-Stämme harmlos aus.

Liebevoll und eindringlich schildert die Autorin, welche Anforderungen ein Pflegeplatz erfüllen muss. Badezimmer seien optimal. Deswegen:

                

Hier lassen sich tote Flöhe und Floheier, Schuppen und Krusten von verpilzten Hautstellen, Rotzfetzen aus verschnupften Katzennasen, erbrochene Wurmzuchten und Mißgeschicke durchfallgeplagter Patienten am besten zusammenputzen.
(Quelle: 
http://www.kretakatzen.de/Katzenpflege/Pflege_Bericht.htm)

              



Krankgeschützte Katzen

Sehr schön sind auch die eindrücklichen Schilderungen, wie auf Kreta (zumindest nach Augenschein) noch gesunde Katzen hier schwer erkranken und „innert Stunden zum Intensivpatienten“ werden. 

Wer etwas von der Stressanfälligkeiten von Katzen versteht, die rudimentären Schilderungen zu den Transportbedingungen und zur Transportdauer herausliest, für den ist das nicht wirklich eine Überraschung!

Aber dafür gibt es ja die Spenden! Irgendwie müssen die ja auch an ihre Zielgruppe – hier primär die veterinärmedizinische Pharma und ihre Produktverteilungsstellen (Tierärzte) – kommen!

 

Kein Tierschutz ohne Pharma

Ohne die Pharma nämlich würden alle diese Katzen gar nicht überleben. Die Autorin listet die verschiedenen Produkte, die man zur Behandlung der unendlich vielen Krankheiten braucht. Die Schizophrenie des Gesamtkonzeptes, dass die Katzen in Deutschland Krankheiten aufnehmen, welche sie in Griechenland noch gar nicht hatten, wird von den Tierschützern vermutlich als Kollateralschaden abgebucht?

So werden die Geretteten einem unendlichen Bombardement von Parasiten- und Wurmbekämpfungsmitteln und jeder Menge Antibiotika ausgesetzt.

Aus dieser Perspektive wird verständlich, warum die gesamte Veterinärmedizin sowie die Pharma im Besonderen dem Auslandstierschutz so zugeneigt sind. Unter der Leitorientierung Cui bono? erhält das Phänomen der bedrohlichen Annäherung von Tierschutz und Pharma/Veterinärmedizin unangenehme Plausibilität und Eindringlichkeit.

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Augen auf in der ländlichen Idylle. So schön haben es viele Katzen auf Bauernhöfen! Solche Bilder schocken inlandserprobte Katzenschützer schon lange nicht mehr!
Bild: mngw

Geringe Vermittlungsfähigkeit

Umwerfend überzeugend aus der unschuldigen Ehrlichkeit heraus skizziert die Autorin des Weiteren auch die Vermittlungsfähigkeit der Geretteten. Interessenten wird liebevoll eine Wegbeschreibung an die Backe getextet, wie sie wenigstens einen distanzierten Blick auf das Objekt ihrer Begierde werfen können:

              

Und wenn Sie sich dann hier auf den Boden legen und mit der Taschenlampe unter die Kommode leuchten, können sie das Kätzchen hinten rechts in der Ecke sitzen sehen ...
(Quelle: http://www.kretakatzen.de/Katzenpflege/Pflege_Bericht.htm )  

              

Nur professionelle Katzenschützer und Ethologen wissen, welche unendliche Tierquälerei es bedeutet, solche Katzen „zwangszuzähmen“!

 

Für all das spenden deutsche Tierfreunde! Die Pharma und die Importeure danken!

Wie sich die Entnahme all dieser Tiere aus den Vorort-Populationen populationsdynamisch auswirken, dazu befragen Sie bitte Ihren Biologen oder das nächstgelegene Tierheim! Oder Sie überlegen, warum sich nach Jahrzehnten deutscher Tierschützer-Aktivitäten im Ausland NICHTS!!! geändert hat.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hier lassen sich tote Flöhe und Floheier, Schuppen und Krusten von verpilzten Hautstellen, Rotzfetzen aus verschnupften Katzennasen, erbrochene Wurmzuchten und Mißgeschicke durchfallgeplagter Patienten am besten zusammenputzen.

 

 

http://www.kretakatzen.de/Katzenpflege/Pflege_Bericht.htm

 

 





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Sonntag, den 19. Juni 2011 um 09:17 Uhr
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