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Aua68: Stierand / Evaschacht: Die Hysterie treibt Blüten

{TS-/DS-Kritik} 

Das Thema Hundefabrikant Uwe Stierand mit seiner Zuchtanlage vom Evaschacht wird zum ungewollten Prüfstein der Effizienz tierschützerischer Interventionen. Bisher erreicht: Die Hunde-Auktion wurde durch eine Demonstration der Tierschützer vor Ort erfolgreich boykottiert. Eine weitere Demo am vergangenen Donnerstag vor dem Veterinäramt des Saalekreises pointierte die grundsätzliche Problematik der Kooperation zwischen Veterinärbehörden und Tierschutzorganisationen. Schön, schön. Für die Hunde gebracht hat das bisher alles gar nichts.

Liest man verschiedene Forenbeiträge, läuft es einem eiskalt den Rücken hinunter angesichts der unsachlichen Überdramatisierung der hier vorliegenden Verhältnisse. Kein wahrer Hundefreund findet es schön oder auch nur akzeptabel, wie die Hunde dort leben müssen. Die Unterbringungsbedingungen allerdings mit den Zuständen im Ausland zu vergleichen und völlig unbegründet zu dramatisieren, verschiebt den Fokus in bedenklicher Art und Weise.

Überdies eiern wohl einige Tierschützer bedrohlich am Rande der kompletten Hysterie entlang. Gerüchteweise ist von militanten Befreiungsaktionen zu hören. Einige meinen, mit Futterspenden zu helfen. Das Gegenteil dürfte der Fall sein. Jede Futterspende verlängert den Status quo. Und übrigens: Nach Aussagen eines Vor-Ort-Zeugen war kürzlich zu beobachten, wie ein Beagle-Rüde eine Beagle-Hündin deckte. Da ist die nächste Produktionswelle schon in Arbeit!

Al Capone hat man seinerzeit auch nicht über seine kriminellen Machenschaften, sondern steuerrechtlich festgenagelt. Auch der vorliegende Fall bietet mannigfaltige Angriffspunkte, wenn man sich nicht gerade auf tierschützerische Aspekte konzentrieren wollte! Jetzt wäre es natürlich wieder praktisch, man hätte jemals über den tierschützerischen Tellerrand hinausgeblickt, kenne sich z. B. im Sozialgesetzbuch aus ...

Warum können Tierschützer und Hundefreunde nicht begreifen, dass das Veterinäramt formalrechtlich bei der gegebenen Gesetzeslage keinen Angriffspunkt findet? Zeigt nicht gerade der Fall Gnadenhof Momo und die nicht enden wollende Diskussion darüber z. B. im KSG-Forum, welches Risiko Veterinäre eingehen, die tierschützerisch handeln? Dort kann man frostgeschüttelt nachlesen, wie unfair, gemein und feige vorgebliche Tierfreunde hinterher solche Veterinäre im rechtsfreien Forumsraum filetieren!

Die Hysterie um die Hundchen im Evaschacht treibt inzwischen bedenkliche Blüten. Letzte Woche etwa ging ein bemerkenswerter Spendenaufruf durch den Verteiler. Formuliert und auf den Weg gebracht wurde er von Mitgliedern der Beagle-Union Deutschland e. V. Auch das Spendenkonto dieses Vereins wird im Aufruf benannt. Ralf Manhalter, erster Vorsitzender der Beagle-Union Deutschland e. V., legt aber großen Wert auf die Feststellung, dass dieser Spendenaufruf von der Beagle-Union weder veranlasst noch anderweitig autorisiert sei. Inhaltlich glänzt der Spendenaufruf vorzüglich damit, die Zustände in Steuden dramatisch zu übertreiben, eine akute Lebensgefahr für die Hunde heraufzubeschwören und potenzielle Spender unter Zeitdruck zu setzen. Details zu diesem Spendenaufruf und das Statement des ersten Vorsitzenden der Beagle-Union Deutschland zu diesem Vorgang lesen Sie gern hier!

 

 





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Montag, den 14. Februar 2011 um 11:51 Uhr
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