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Aua1513: Tierfreunde-Kritik am Tierschutz-Auslandshundehandel (2): Friedas Welt - Straßenhund passt nicht ins Leben und muss wieder weg

 

{TS-Kritik}

[21.02.15]

Doch, die Stimmung schlägt um. Deshalb wird es Zeit für eine neue Artikelserie auf DN: Tierfreunde-Kritik am Tierschutz-Auslandshundehandel.

Als erster Beitrag wird nachträglich der Tageslink TL50/15 mit dem exquisiten Artikel von Regina Buchhop dieser Serie zugeschlagen. Buchhops Beitrag fand in der Tierschutzszene auf Anhieb so viel Zustimmung, dass die österreichische Publizistin Rosa Hackl, die im Impressum ihrer Facebook-Grauppe DOGnews – die Seite zusammen mit dem WUFF-Geschäftsführer Gerald Pötz auftritt, weite Passagen des Textes unmarkiert übernahm und ihn als ihren eigenen ausgab (vgl. dazu Aua1510).

 

Die Länder wehren sich gegen die Tierschützer

Die Stimmung schlägt um: Sie schlägt auch in den Ländern um, aus denen die gewerbsmäßigen Hundehändler unter dem Etikett des Tierschutzes ihre Ware beziehen. Griechenland etwa habe die Grenzen für dieses miese Geschäft auf Kosten der Tiere dicht gemacht (vgl. TL41/15). Am Flughafen Thessaloniki wurden gerade erst drei deutsche Tierschützerinnen verhaftet (vgl. Aua1512).

In Rumänien steppt nach einer Pressekonferenz des ASPA-Projektkoordinators Razvan Bancescu ohnehin der Medien-Bär (vgl. TL43/15). Bancescu hatte behauptet, zumindest ein Teil der von deutschen und dänischen Tierschützern außer Landes gebrachten Hunde würden in Versuchslabors und bei Sodomiten landen. Ob diese „Erkenntnisse“ des obersten Hundefängers von Bukarest mit der Tatsache in Zusammenhang stehen, dass der langjährige Projektmanager von Vier Pfoten Rumänien, Kuki Barbuceanu, letztes Jahr die Seiten gewechselt und von der Tierschutzorganisation zur rumänischen „Tierpolizei“ ging, lässt sich nicht klären.

Es lässt sich auch deshalb nicht klären, weil Vier Pfoten dazu auf eine nachgerade sensationelle Art und Weise die Presseauskunft an diese Redaktion verweigert. Ein entsprechender Artikel für die Rubrik „Auskunft verweigert“ folgt.

Apropos Auskunft verweigert: Auch das Mitglied des EU-Parlaments (von Steuergeldern bezahlt) und frühere Bundesvorsitzender Tierschutzpartei, Stefan Eck, der zur „Ehrenrettung“ der gewerbsmäßigen Hundehändler unter dem Etikett des Tierschutzes gleich nach Rumänien reiste, verweigert jede Presseantwort auf wichtige Fragen zu seinem von EU-Geldern finanziertem Ritt nach Rumänien!

Auch in Italien beschäftigten sich inzwischen die Gerichte mit der Frage, wie man den unendlichen Exodus von Straßenhunden, mit denen die gewerbsmäßigen Hundehändler unter dem Etikett des Tierschutzes ihr Geschäft machen, unterbinden kann. Dazu fiel 2014 ein interessantes Gerichtsurteil mit noch interessanterer Begründung, welche dieselben Vorwürfe wie Bancescu in Rumänien erhebt und besonders darauf hinweist, dass der Verbleib der italienischen Hunde in Deutschland völlig ungeklärt ist.

 

Das traurige Leben eines rumänischen Straßenhundes in Deutschland

Mit erstaunlichem Mut geht die Bloggerin von Friedas Welt jetzt mit der Geschichte eines und zwar ihres rumänischen Straßenhundes an die Öffentlichkeit.

Dass die DN-Redaktion auf dem Blog kein Impressum findet, wird der Autorin vielleicht das Leben retten; vor Beschimpfungen und Drohungen jedoch nicht. Das, was sie über die unabwendbaren Lebensbedingungen des früheren rumänischen Straßenhundes Emil berichtet, wird ihr wahrscheinlich als persönliches Versagen angekreidet werden. Denn schließlich erwarten die Tierschützern, dass Adoptanten notfalls auch bereit sind, ihr eigenes Leben komplett aufzugeben, um die Erfolgsgeschichten zu produzieren, welche die Hundehändler dann berechtigt, ihr einträgliches Dog-Trafficking fortzusetzen!

Emils Schicksal: Ein die Freiheit gewohnter Hund passt aufgrund von Verhaltens- und Gesundheitsproblemen, welche die vermittelnde Orga nicht kannte oder verschwiegen hat, nicht in das Leben der Adoptantin. Natürlich gehört schon eine ordentliche Portion Naivität und Blauäugigkeit zu der Idee, einen Straßenhund als Therapiehund einsetzen zu wollen. Aber an der Stelle wäre es genau die Aufgabe verantwortungsvoller Tierschützer gewesen, diese Diskrepanz aufzuklären und den Hund eben nicht dorthin zu vermitteln.

Bevor sich Kritiker auf die Autorin stürzen, sollten sie erst die Tierschützer für ihre verantwortungslose Vermittlung in Haftung nehmen!

 

Zu Solidarität mit den Tierschützern besteht kein Anlass!

Warum die Autorin alle paar Absätze mit der Wendung „Wäre ich Tierschützer in Rumänien – ich würde es genauso tun“ ihr „Verständnis“ für einen derartig rabiaten und kontraproduktiven Umgang mit Straßenhunden dokumentiert, ist dieser Redaktion unverständlich. Denn von den Tierschützern ist nicht nur vernünftigerweise, sondern auch vom Gesetz her Sachkunde verlangt. Diese Sachkunde schließt die Vermittlung eines rumänischen Straßenhundes an eine Adoptantin, die ihn als „Therapiehund“ einsetzen will, kategorisch aus!

Die Autorin berichtet dann sehr glaubwürdig von sogenannten Pflegestellen, die nichts anderes als Animal Hoarding betreiben.

Und dann kommt diese verräterische Stelle:

              

Die Tierschützer beschrieben ihn als total lieb und anhänglich. Klingt doch nach Therapiehund, oder? Ich habe ihn also bei der Pflegestelle besucht. Er kam wiederholt zu mir, legte den Kopf auf meinen Schoß und ließ sich kraulen. Perfekt.

(Friedas Welt: "Tierschutz um jeden Preis?")

              

Vermutlich würde sich Emils Frauchen auch über den Hersteller vom Waschpulver Weißer Riese beschweren, weil ihre Wäsche nach Anwendung des Waschpulvers nicht weißer als weiß ist? Aber diesen Zuschnitts sind die Abnehmer der Auslandsschlepper: naiv bis zum Abwinken! Dabei gibt die Autorin als Berufsbezeichnung Psychologin an. Good gracious me!

Erst nach einem selbstlosen Einsatz der Adoptantin stellt sich dann heraus: Der Hund ist ziemlich krank, verhaltensauffällig und – logisch! – als Therapiehund gar nicht geeignet.

Endergebnis:

              

Emil geht es also gut. Jetzt kommt aber die harte Realität. Mit auf Arbeit kommen kann er nicht – er wird nie Therapiehund werden, da man nicht weiß, wann ihn der nächste Schmerz-Schub überkommt. Also muss er zuhause bleiben. Alleine, denn Frieda darf ja arbeiten. 8-10 Stunden am Tag, mittags kommt mal jemand vorbei und geht eine große Runde mit ihm. An der Leine, denn Emil jagt. Aber hier hat er es sicher besser als in Rumänien. Und natürlich: Wäre ich Tierschützer in Rumänien – ich würde es genauso tun.

(ibid.; Hervorheb. d. DN-Red.)

              

Sagenhaft: Ein die Freiheit gewohnter Straßenhund muss acht bis zehn Stunden täglich allein zu Hause bleiben. Und immer noch bekundet die Autorin ihr Verständnis für „Tierschützer“, die per definitionem des Gesetzgebers gar keine sind, sondern gewerbsmäßige Hundehändler.

 

Endstellen-Schach – das Martyrium geht weiter!

Aber für Emil ist das Elend noch nicht zu Ende, denn er hat gute Chancen, dem nächsten Blauauge ausgeliefert zu werden:

              

Und um ehrlich zu sein: Ich kann es euch nicht sagen. Ich finde, dass seine Augen trauriger geworden sind und ich merke, wieviel Arbeit es ist, ihn in mein Leben “zu quetschen”. Dennoch liebe ich ihn.

Aber den ganzen Tag zuhause bleiben und als “Wochenend-Hund” gehalten werden, das ist für mich nicht das Leben, dass ich ihm wünsche. Deshalb habe ich mich schweren Herzens entschieden, ihm ein neues Zuhause zu suchen in einer Familie mit Garten oder Hof, wo er ein bisschen Freiheit in einem kleinen Hunderudel genießen darf.

(ibid.)

              

Trotz der ernüchternden Erfahrung mit den immer trauriger werdenden Augen Emils ist der Glaube an die rosa Wolke ungebrochen: Familie mit Garten oder Hof, wo er ein bisschen Freiheit in einem kleinen Hunderudel genießen darf.

DN empfiehlt einer der zahlreichen Animal-Hoarder-Haltungen, wie sie im Tierschutz üblich sind. Und natürlich: Bei (vom WDR schon 2011 geschätzten) 200.000 bis 450.000 nach Deutschland geschleppten Auslandshunden gibt es solche idyllischen Endplätze wie Sand am Meer!

 





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Samstag, den 21. Februar 2015 um 10:58 Uhr
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