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Aua1502: Ein neues Konzept für den Auslandstierschutz (5): Mustergültiger Auslandstierschutz von Tierschutzprojekt Amor Rafeiro in Portugal

 

{TS-Kritik}

[29.01.2015]

Eine DN-Leserin macht diese Redaktion mit dem Hinweis „Bericht von einem anderen Planeten“ auf diesen Einspieler der Sendung Tiere suchen ein Zuhause vom vergangenen Sonntag (25.01.2015) aufmerksam. Darin geht es um ein durch und durch sinnvolles Tierschutzprojekt in Portugal.

Die Leserin hat recht: Fast möchte man nicht mehr glauben, dass es noch Auslandstierschützer gibt, die wirklich Tierschutz im Ausland betreiben und dort sinnvolle, nachhaltige Strukturen aufbauen. Also wirklicher Tierschutz im Ausland, wie er im ersten Artikel dieser Serie, Aua914, dezidiert erklärt wurde.

Man möchte an die Zeitenwende insbesondere angesichts der Tatsache nicht glauben, dass sogenannte Tierfreunde zu Hunderttausenden den gewissenlosen Schleppern auf den Leim gehen, die rücksichtslos und unter Inkaufnahme von Krankheit und Tod der Tiere ihren Gewinn mit der Verbringung von Tieren aus dem Ausland nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz erwirtschaften.

 

Tierfreunde wollen Tiere konsumieren, nicht schützen!

Ob sich mit so mustergültigen Beispielen wie dem von Tierschutzprojekt Amor Rafeiro tatsächlich eine Wende abzeichnet, dazu hegt die DN-Redaktion erhebliche Zweifel. Derartige nachhaltige, moderne und effiziente Tierschutzarbeit, die nachweislich tierfreundliche Strukturen im Ausland aufbaut, wird niemals so viel Resonanz beim Publikum finden wie jene Pseudo-Tierschützer, die permanent auf die Tränendrüse drücken und über die Macht verfügen, Einzelpersonen durch den käuflichen Erwerb der Tierware Aufmerksamkeit und Märtyrerstatus zu verschaffen. Kurz: den Tierkonsum zu bedienen.

 

Tiere suchen ein Zuhause vom 25. Januar 2014

Die auf diesem Blog umfänglich kritisierte WDR-Sendung Tiere suchen ein Zuhause verblüfft am 25.01.2015 mit dem Beitrag „Alle für einen: Das Gemeinschaftstier – eine Chance für Straßentiere“ offensichtlich nicht nur diese Redaktion. In dem Film wird über ein sensationelles und offensichtlich sehr erfolgreiches Projekt in Portugal berichtet.

Positiv auch: Die das Projekt begleitenden Tierschützer, allen voran die Deutsche Cornelia Fischer und der Verein Tierschutzprojekt Amor Rafeiro, stellen sich nicht (womöglich noch als Held, gell, Ralf Seeger) in den Vordergrund der Berichterstattung, sondern treten vor den eigentlichen Helden zurück.

Diese Helden sind jene Gemeinschaftseinrichtungen in Lissabon, die Verantwortung für Straßentiere übernehmen. Und das haben sie offensichtlich eigeninitiativ und ohne Anleitung und Belehrung von (deutschen) Tierschützern getan. Berichtet wird von einer Schule, einem Seniorenheim, einer Feuerwehr-Station sowie einer Druckerei.

Und alle machen Folgendes: Jede Einrichtung hat die Verantwortung für ein oder mehrere (bei Katzen) Straßentiere übernommen. Die entsprechenden Tiere wurden kastriert und medizinisch versorgt. Sie werden jeden Tag von den Mitarbeitern/Bewohnern etc. der Einrichtung mit Futter und Wasser versorgt, verbleiben aber in der Freiheit und auf der Straße und dürfen sich aufhalten, wo immer sie möchten. Portugiesen übernehmen die Verantwortung für Straßentiere und haben richtig Spaß dabei!

 

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Ausschnitta aus Bildzitat Screenshot Tiere suchen ein Zuhause vom 25.01.15: Eine ganze Schule hat die Verantwortung für eine Straßenhündin übernommen. Sie wurde kastriert und wird zuverlässig täglich mit Futter und Wasser versorgt, kann sich aber frei bewegen. Wie der Film dokumentiert, sucht die Hündin trotz des Trubels die Nähe der Kinder. Diese haben aufgrund des Projekts die Chance, die stummen Mitgeschöpfe in ihrem Zauber zu erkennen. Wenn deutsche und andere zentraleuropäische Tierschützer jedoch alle Straßentiere aus diesen Ländern um des eigenen Profites willen abfahren, wird sich an dem Bewusstsein der Bevölkerung dort nie etwas ändern!

 

Das Projekt scheint in Portugal Schule zu machen. Die Tierschützer von Amor Rafeiro haben es überprüft und unterstützen es. Eine lobende Berichterstattung im deutschen Fernsehen, quasi bei den obersten Hütern der Tierschutzmoral in Europa, kann da nicht hinderlich sein.

Die hinter diesem Projekt stehenden Tierschützer von Amor Rafeiro haben damit für den Auslandstierschutz geleistet, was 100 Schlepper in 1.000 Jahren nicht leisten werden: Sie helfen den Tieren vor Ort! Sie öffnen den Bewohnern der klassischen Straßentierländer den Zugang zu den Erlebniswelten Hund und Katze, zu ihrer Individualität, zu ihrer Bedürftigkeit, aber auch zu Straßentieren als Quell der Freude, machen sie als leidensfähige Individuen erkennbar, verankern mit behutsamer Hand Verantwortung für das Mitgeschöpf bei denen, die sich täglich an ihrer Seite bewegen. Tierschutz geschieht!

Wollte die DN-Redaktion ihre ziemlich hochkochende Begeisterung für dieses Projekt in allen Einzelheiten ausführen, liefe das auf eine Nacherzählung von Aua914 heraus.

Wer wirklich an Auslandstierschutz – statt an gewinnmachender Tierschlepperei – interessiert ist, sollte solche Projekt unterstützen!

 

Auch hoffnungsvolle Zeichen aus der Türkei

In die nämliche Rubrik passt diese leider nur auf Englisch verfügbare Zeitungsmeldung aus der Türkei.

Darin wird von Leergut-Rücknahme-Säulen mitten in Istanbul berichtet, in die Bewohner und Passanten ihr Leergut entsorgen können. Statt Rückerstattung eines Pfandbetrags wird auf der anderen Seite der „Pugedo Smart Recycling Box“ eine Portion Trockenfutter für Straßenhunde ausgeworfen. Die Boxen bieten auch eine Trinkgelegenheit für die Tiere.

Dieses Angebot wird gemäß dem Zeitungsartikel sehr gut von der Bevölkerung angenommen.

 

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Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot dieses Zeitungsartikels: Die Pugedo Smart Recycling Box in Instanbul nimmt Leergut entgegen. Statt eines Pfandbetrags werden Trockenfutterportionen für Hunde ausgeworfen. Wie der Artikel berichtet, wird dieses ("natürlich" nicht von Tierschützern stammende) Angebot von der Bevölkerung hervorragend angenommen!

 

Weitere Artikel dieser Serie:

Aua914 / Aua923 / Aua1296 /Aua1483 /  Aua1502 /

 





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Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 13:40 Uhr
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