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TL29/15: Schweiz: Unseriöse Tierschützer entführen kastrierten Kater zur Kastration

 

[26.01.2015]

Mehr typisch „Tierschützer“ geht nicht: Sogenannte Tierschützer in der Schweiz setzen sich über Recht und Gesetz hinweg und entführen einen Kater aus einem Seniorenheim, um ihn den tierärztlichen Interventionen zuzuführen, die sie selbst für angemessen halten. So meldet es aktuell 20min.ch.

Dass auch diese „Tierschützer“ nicht über ein Mindestmaß an Sachkunde verfügen, ist an der Tatsache erkennbar, dass sie den Kater offensichtlich für eine Kätzin gehalten hatten und kastrieren lassen wollten. Das Opfer zeige entsprechende Rasuren auf. Offensichtlich erst nach den OP-Vorbereitungen haben die Verantwortlichen dann festgestellt, dass es sich um ein männliches Tier handelt, das schon kastriert ist. Das wirft auch Fragen zu den Sorgfaltspflichten des hier hantierenden Tierarztes auf.

Details dieser Räuberpistole, die erneut das Ansehen des Tierschutzes in der Bevölkerung herabsetzt, lesen Interessierte hier! Immerhin kommentiert Reinhold Zepf, Präsident des Thurgauischen Tierschutzverbandes, das Vorgehen schnörkellos: „«Extreme Tierschützer, die eine Mission haben, sich moralisch überlegen fühlen und deshalb glauben, sich alles erlauben zu können.» Klar sei die unkontrollierbare Vermehrung der Katzen ein Problem, so Zepf, doch das rechtfertige nicht jedes Verhalten“ (Quelle).

Das ist das Kernproblem überaktiver Tierschützer und – sorry für die offenen Worte – durchgeknallter Katzenweiber: „sich moralisch überlegen fühlen“. Dieses Überlegenheitsgefühl erfüllt sie dann mit der blindwütigen Energie, die jede andere Meinung, Besitzerverhältnisse, Recht, Gesetz und Anstand, ja notfalls sogar das Wohlergehen des Tieres funkensprühend niederwalzt.

Dabei hatte es erst im Sommer am selben Tatort und mit Bezug auf denselben Tierhalter einen ähnlichen Skandal gegeben: Denn auch die vorherige Katze des Alters- und Pflegeheim Egnach TG sei von „übereifrigen“ Tierschützern (? - siehe Senf unten!) einfach von der Straße geklaubt und eingeschläfert worden (hier und hier).

Der Teaser des dazugehörigen Artikels auf 20min.ch gibt an: „Laut einer Tierschutz-Kritikerin ist das keine Seltenheit“. Wer diese Tieschutz-Kritikerin sein soll, ist nicht erwähnt. Mit der DN-Redaktion haben die Kollegen auf jeden Fall nicht gesprochen.

Dafür kommentierte Edith Zellweger von der Aktiven Tierschutzgruppe Salez das Vorgehen fast in DN-Diktion: „«Das hätte nicht sein müssen, das ist unseriöser Tierschutz.»“ (Quelle).

 

DN-Senf: Unseriös ja, Tierschutz nein! Allerdings ist der letztgenannte Eingriff in die Rechte Dritter abweichend, denn gerade emotional überqualifizierte Tierschützer stehen eigentlich nicht für zeitgerechte Euthanasien, sondern eher für deren Gegenteil. Deshalb hat DN leichte Zweifel an der Vermutung, dass es sich in beiden Fällen um dieselben Täter handelt bzw. dass wirklich sogenannte Tierschützer für das Wegklauen einer Katze zum Einschläfern verantwortlich sind.

Und das im Artikel genannte Argument von wegen "er hat ja noch geschurrt" ist ebenfalls sachkundefrei, denn Katzen zeigen dieses Phänomen bis in den Tod und selbst bei Euthanasien in akuter Lebensgefahr. Das Schnurren von Katzen ist nicht immer Ausdruck von Wohlbefinden und erst recht kein Indikator für dieses!





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Montag, den 26. Januar 2015 um 12:51 Uhr
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