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Aua1473: Streunerparadies Helmut Hirmann (8): Pressemitteilung der Stadt Nürnberg zur Beschlagnahmung im Trapo-Skandal

 

{TS-Kritik}

[24.12.2014]

Die in Aua1472 angekündigte Pressemitteilung der Stadt Nürnberg zu dem Trapo-Skandal des österreichischen Vereins Streunerparadies und des deutschen Vereins Tierengel Grenzenlos e. V. ist nun verfügbar und wird von DN in voller Länge abgedruckt. Darin werden auch noch einmal die Details der tierseuchenrechtlichen Mängel bestätigt, wie sie bei und durch die Kontrolle am Sonntag, den 21. Dezember 2014, festgestellt wurden.

Die Hervorhebungen in der Pressemitteilung stammen von der DN-Redaktion.

 

              

Nachrichten aus dem Rathaus

Logo der Stadt Nürnberg

Nr. 1392 / 23.12.2014

Beschlagnahme von elf Hunden bei Tiertransport

Das Ordnungsamt hat elf Hunde eines Tiertransports im Tierheim Nürnberg-Fürth unterbringen lassen. Bei einem am 21. Dezember 2014 kontrollierten Transport von 28 Hunden des Vereins „Streunerparadies“ aus Österreich wurden bei einer Untersuchung in einer Tierklinik bei den elf Hunden gesundheitliche Mängel und Verstöße gegen Transportbestimmungen festgestellt, die die Weiterfahrt nicht zuließen und eine Unterbringung dieser Tiere im Tierheim erforderten.

Die Stadt war durch einen Anwohner aufmerksam gemacht worden, der beobachtet hatte, wie aus einem Transporter mit mehreren Hunden ein Tier ausgeladen wurde. Bei den Hunden handelt es sich um Mischlinge unterschiedlichen Alters aus Ungarn und Rumänien. Bei einem Tier besteht der Verdacht, mit dem hochansteckenden Staupe-Virus befallen zu sein, eine Hündin musste wegen massiver Bissverletzungen notoperiert werden. Bei zwei Welpen fehlt der Nachweis über die erforderliche Tollwutimpfung, ein Welpe war deutlich jünger als im Impfpass angegeben, bei einigen Hunden fehlten die bei Transporten innerhalb der EU vorgeschriebenen Microchips, damit unter anderem die Herkunft und der Impfschutz überprüft werden können. Der Transport wäre nach Nürnberg noch zu anderen Zielen in Deutschland, Belgien und der Schweiz weitergefahren.

Nach den bisher vorliegenden Informationen haben alle Tiere schon neue Besitzerinnen und Besitzer. Teilweise haben diese die Tiere auch schon bezahlt und sind damit rechtliche Halter der Tiere geworden, ohne möglicherweise die Tiere vorher gesehen zu haben oder alle Daten über die Tiere zu kennen.

Das Ordnungsamt warnt davor, Tiere nur aufgrund von Anzeigen im Internet oder in Zeitschriften von Personen und Organisationen zu kaufen, wenn ihnen diese nicht ausreichend bekannt sind und nicht alle Daten zu den Tieren vorliegen. Hier werde oft mit sehr emotionalen Geschichten über Tierschicksale geworben. Eine Entscheidung für ein Tier sollte nicht von Emotionen geleitet sein, sondern sehr gut überlegt und nur nach Kenntnis aller erforderlichen Daten über das Tier getroffen werden. Ob der im Internet ausgesuchte Hund auch wirklich zur Familie passt, zeige sich erst, wenn der Hund dann tatsächlich da ist. Hunde, die aus ausländischen Tierheimen kommen, zeigen häufig Scheu vor Menschen, lassen sich nicht anleinen, sind nicht stubenrein und reagieren oft angstaggressiv. Tierheime vor Ort können alle erforderlichen Daten und Hinweise zu untergebrachten Tieren geben und bieten auch die Gelegenheit, sich mit den Tieren vertraut zu machen. Let

(Quelle)

              

 

Das wird ja immer schlimmer: Von einer Notoperation einer Hündin aufgrund von Bissverletzungen war bisher noch nicht die Rede.

Dieser Fakt ersetzt wohl das durchs Netz flatternde Gerücht von einem Hund, der euthanasiert werden musste. Kein Hund musste eingeschläfert werden.

Und der Staupe-Verdacht ist schwerwiegend! Es liegt auf der Hand, dass es mit Tierschutz nichts zu tun hat, eine so furchtbare Infektionskrankheit wie die Staupe nach Deutschland zu bringen, von der übrigens auch Wildtiere bedroht seien.

Dazu allerdings muss man auch wissen, dass der österreichische Verein Streunerparadies bisher wohl nicht die für Deutschland geltende Erlaubnis nach § 11 Absatz 1 Satz 1 Nr. 5 Tierschutzgesetz besitzt und mithin die absolut notwendige Sachkunde dieser "Tierschützer" und gewerbsmäßigen Hundehändler bisher nicht nachgewiesen ist. Momentan wird von den Behörden abgeklärt, inwiefern die für alle anderen auch geltende Erlaubnispflicht für den österreichischen Verein zur Auflage gemacht werden kann; zumal einzelne Vereinsfunktionäre ihren Wohnsitz in Deutschland haben.

 

Warnungen verhallen?

Die wohltuende, wichtige und richtige Warnung des Ordnungsamts wird vermutlich nicht viel Gehör finden. Denn diese Warnungen werden seit Jahren und von verschiedenen Institutionen mit schöner Regelmäßigkeit herausgegeben, ohne dass sie Wirkung zeigen. „Tierfreunde“, die über solche Organisationen Tiere regelrecht konsumieren, erliegen der hoch emotionalen Ansprache und Agitation, wie sie auch bei den genannten Vereinen zu finden ist.

Dabei wäre solchen Tierfreunden das Gespräch mit authentischen Tierschützern zum Beispiel in Ungarn empfohlen! Wenn die dort seit über 20 Jahren Tierschutz machen, Land und Kultur sehr gut kennen, werden die dem an nachhaltigem Auslandstierschutz Interessierten erzählen, wie in ungarischen Tierheimen gezielt unkastrierte Hunde gehalten und zusammen gesperrt werden, um die fortlaufende Produktion für den einträglichen deutschen Mitleidsmarkt aufrecht zu erhalten!

Es ist kein Grund erkennbar, warum das in Rumänien anders sein sollte.

 

Adoptanten könnten richtig bluten!

Abhilfe allerdings könnten Erfahrungsberichte von Adoptanten schaffen, die ihr Aha-Erlebnis im Zuge auch dieses Trapo-Skandals über die ins Haus flatternden Rechnungen von Tierheim und Behörden erhalten werden.

Der DN-Redaktion liegt der Tierabgabevertrag, den der Verein Streunerparadies verwendet, vor. Da staunt der Laie, der Fachmann wundert sich, wie "Tierfreunde" einen Vertrag unterzeichnen können, der einseitig nur Pflichten für den Adoptanten formuliert und den Verein von jeder Verantwortung freistellt. Verträge, die nur einem Vertragspartner Pflichten zuweisen, gelten im Allgemeinen als sittenwidrig.

 

Weitere DN-Artikel über Streunerparadies:

Aua1346P / Aua1349 / Aua1352P / Aua1371P / Aua1464 / Aua1465 / Aua1472 / Aua1473 / Aua1475 / Aua1476 /

DN-Artikel über den Parallelverein Gegen Tierquälerei:

Aua1351 / Aua1354 / Aua1403

DN-Artikel über weitere dubiose Orgas im Umfeld:

Aua1367P (Tierschutzengel Grenzenlos e. V. i. Gr. und Hundehilfe Koblenz) sowie Pav13 und Pav14

 





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Mittwoch, den 24. Dezember 2014 um 06:56 Uhr
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