die neuesten Texte




Startseite 
Aua1417: SFS Satirisches Freitags-Saugut (1): 1.500 neue Motive für die Rüsselsheimer Kadaververwerter

 

{TS-Satire}

[10.10.2014]

 

 

WARNHINWEIS:

Wenn Sie sich mit Satire nicht auskennen und Satire als Textgattung nicht verstehen und/oder verstehen können, dann lassen Sie gefälligst die Pfoten davon!

Satiren sind extrem gefährlich! Bei destruktiver Annäherung (kritisieren, sich aufregen, Empörung und Hysterie) können Satiren unerwartet explodieren und Sie peinsam entlarven!

 

 

Gerade erst erfolgte die Markteinführung des Rüsselsheimer Modells, das die wirtschaftliche Vollverwertung von durch die Behörden getöteten Tieren vorführt. Spendenaktionen, Petitionen (= Datensammlung) sowie der Verkauf von Kerzen, Aufklebern und T-Shirts geben der darbenden Volkswirtschaft kräftige Impulse und den Hinterbliebenen eine existenzielle Zukunft. Das Motto lautet: „Nur keine Hemmungen!“ oder „Pietät – was ist das?“

Da Ethik bekanntermaßen nicht teilbar ist, empören sich diese besondere Spielart von Tierfreunden natürlich nicht nur über die Exekution zweier friedlich und unbeaufsichtigt in der Innenstadt von Rüsselsheim herumspielender – oder je nach befragtem Augenzeuge auch herumbeißender - Hunde. Die Marketingexperten des Rüsselsheimer Modells beweisen ihre absolute Uneigennützigkeit und Authentizität durch das gleiche Engagement für 1.500 im Kreis Steinfurt von den Behörden ermordeten Puten, Enten und Wachteln.

 

Kondolieren Sie den Hinterbliebenen der Pute Priscilla!

Nun sind 1.500 neue Webseiten mit viel Blutrot, Rosen und sonstigem Kitsch in Arbeit. Dort werden 1.500 virtuelle Kondolenzbücher ausliegen, in die hinein empörte Tierfreunde ihre unteilbare Ethik und mithin Empörung über den gewissenlosen Mord an unschuldigen Puten, Enten und Wachteln in Steinfurt gravieren können: "Gerechtigkeit für Priscilla!"

 

Bildzitat Screenshot. Tierfreunde und Voll-Ethiker in der gesamten Bundesrepublik sind restlos empört über den sinnlosen und von den Behörden kraft souveräner Willkür veranlassten Tod von 1.500 Puten, Enten und Wachteln im Kreis Steinfurt!

 

Mahnwachen und Demos sind in Planung. Eine Petition wurde schon gestartet.

Ganz besonders schöne Weihnachten 2014 versprechen sich die tierliebenden Marketingexperten in Rüsselsheim von den Aufklebern und T-Shirts, auf denen neben dem für viele allerdings undecodierbaren Spruch „R.I.P.“ die Konterfeis von 1.500 Geflügelindividuen abgebildet werden sollen. So können die schönen Weihnachten für solche Tierfreunde dann in Monte Carlo, auf Bali, in Australien oder bei einem Einkaufsbummel in London stattfinden.

 

Die echte Priscilla und wahre Tierliebe erkennen

Kleinherzige Skeptiker und die ewigen Bedenkenträger aus tierschutzkritischer Ecke befürchten Betrug hinsichtlich der Tier-Konterfeis auf den T-Shirts und Aufklebern. Aufgrund mangelnder phänotypischer Unterscheidbarkeit bestehe die Gefahr, dass ein und dasselbe Foto von je einer Pute/Ente/Wachtel einfach nur mit den verschiedenen Namen versehen werde.

Das ist natürlich Quatsch mit Soße: Dagegen spricht schon die unzweifelhafte Seriosität der Rüsselsheimer Kadaververwerter und deren besonnenes Auftreten in der Öffentlichkeit bar jeder Gewinnerzielungsabsichten! Auch wenn deren Webseiten nach Erscheinen solcher miesen und total unausgewogenen Artikel sofort geändert und das Aufkleber- und T-Shirt-Angebot dann doch lieber wieder gelöscht wird.

 

+++ Ende Satiregelände +++

 

Weitere DN-Artikel der Rüsselsheim-Serie
(beachten Sie insbesondere die lange Linkliste zur Medienberichterstattung in Aua1410):

Aua1408 / Aua1410 / Aua1412P /Aua1413 / Aua1417 /

 





Texte sind mein Beruf. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, können Sie ihn über PayPal honorieren. Danke!

Lesegeld
 
Freitag, den 10. Oktober 2014 um 08:35 Uhr
PDF Drucken E-Mail