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Aua47: Hunde als Drogenkuriere

{TS-Kritik} 


Immer wieder, immer öfter und in letzter Zeit immer lauter geistert die These der heiligen Dreieinigkeit von Tierschutz, Hundehandel und Schlimmerem durch die Welt. Die breite Tierschutzszene aber ist wunderbar darauf konditioniert (worden), diese These ohne weitere Betrachtung als vollkommenen Unsinn, böse Schikane, Verleumdung etc. abzutun - wie sie alle Kritik abtut.

Selbst wenn Polizei, Staatsanwalt und Gerichte schon intervenieren, verhaften, beschlagnahmen, räumen, schaffen Tierschützer es immer noch, all dies als böse Schikane an Gutmenschen hinzustellen. Ein älteres Beispiel dazu aus Griechenland hier. Aber auch diese Reaktionen sind verständlich, erklärlich und Teil des ganz großen Tricks (siehe unten).

2005 machte der Artikel „Gefährliches Mitleid“ von Stern-Autor Werner Schmitz die große Welle. Interessant und aufschlussreich ist diese Empörungswelle und sind die Namen der Kapazitäten sowie deren Organisationszugehörigkeit, die sich seinerzeit auch „fachlich“ mit den im Stern-Artikel erhobenen Vorwürfen auseinandersetzten. Selbst Statements von einer ausgewiesenen Expertin wie Dr. Dorit Feddersen-Petersen fielen der Empörungswelle zum Opfer. Als Musterbeispiel tierschützerischer Reaktionen auf solche Meldungen lesen Sie: hier. Weitere Textmuster sind jederzeit über Suchmaschinen greifbar.

Auch der
Focus wusste zum Thema zu berichten.

Wie kommt die Droge in den Hund?

Als Humanist oder gar Tierfreund und nicht Teil der Strafverfolgungsbehörden fragt man sich eher, wie soll denn das – Drogenschmuggel mit Hunden - überhaupt in der Praxis gehen?

Im Ausland weiß man das. Ausländische Journalisten, die dem Thema schon viel länger auf der Spur sind, kramen aus dem hintersten Eck ihres Materials solche Videos wie das untenstehend verlinkte hervor und wundern sich, dass so etwas in Deutschland wenig bekannt und verbreitet ist.

2006 ging zwar einmal ein Fall aus den USA  und Kolumbien durch einige Foren, bei dem Welpen für den Transport von Heroin benutzt worden waren. Ein historisches Dokument der Tierschützer-Rezeption hier.

Doch Fälle in Europa, der Kontinent, der mehr Bezug zum Thema bietet, sind relativ unbekannt.

Dass nicht nur Hunde allein für diese kriminellen Dienste in Anspruch genommen werden, sondern auch andere Tierarten, berichtet aktueller 2009 BILD. Hier könnten die Truthahnschützer in Verdacht geraten! Aber:

 

Mitwissen der Fronttierschützer kontraproduktiv

Kein Tierschützer mit Anstand (?) würde solchem schändlichen Tun die Hand reichen. Das braucht er auch gar nicht! Mehr noch: Mitwissen oder gar Mitwirkung wäre eher kontraproduktiv. Andere Bereiche dieses Tätigkeitsfelds brillieren ja auch nicht mit Transparenz. Die ist hier eher geschäftsschädigend.

Man braucht sie nicht, die Tierschützer an der Front; zumindest nicht für diesen Teil des Geschäfts. Im Prinzip benötigt man einen Tierarzt und im Zielland einen sogenannten Interessenten. Alle Personen dazwischen tun ihre guten Werke und erfüllen ihre Werkzeugaufgabe mit Feuereifer. Dann tun sie nur das, was schon in der Bibel steht: Denn sie wissen nicht, was sie tun.

Die eigentlichen und „wahren“ (?) Tierschützer kommen erst dann zum Einsatz, wenn die Deckung aufzufliegen droht. Zum Beispiel, wenn ein Journalist im Stern einen Artikel schreibt. Natürlich sind die Tierschützer empört. Natürlich wollen sie ihre Arbeit verteidigen. Sie tun es authentisch und mit dem Feuereifer, für den sie bekannt sind. Aber man braucht ihnen ja nicht zu unterstellen, dass sie wissen, von wem sie für Zwecke benutzt werden, auf die sie gar nicht kommen.

Lösen kann dieses Dilemma eigentlich nur einer: der Staat und seine ihm angeschlossenen Organe. Durch Kontrollen. Durch Anwendung bestehender Gesetze – z. B. der seuchenrechtlichen. Er tät es denn!

 

Gelegenheit macht was ?

Nachstehender Link auf die Internetpräsenz der spanischen Guardia Civil dokumentiert einen Fall aus dem Jahr 2004. Er hat – zumindest was der Text dazu an Informationen hergibt – überhaupt nichts mit Tierschutz zu tun. Der Fall und das Video zeigen lediglich, was in diesem Bereich mit Hunden möglich ist.

Das kann man ganz unkommentiert so stehen lassen.

Diesen "logistischen" Möglichkeiten gegenüber steht, was die aktuellen bundesweiten Recherchen zur Anwendung geltenden EU-Rechts bei der Einfuhr von Tieren durch Tierschutzorganisationen dokumentieren: So gut wie keine Kontrolle! Und war im oben zitierten Stern-Artikel noch von 50.000 Hunden jährlich die Rede, die unkontrolliert ins Land strömen, so hat sich diese Zahl inzwischen verxfacht auf 200.000 bis 400.000 Hunde. Das Schätzspektrum ist deshalb so breit, weil niemand, vor allem die Behörden nicht, Genaues dazu wissen. Wie beruhigend!


Text auf der Website der Guardia Civil

Damit die Fallinformationen zu den gezeigten Bildern und dem Video für jedermann verfügbar sind, haben wir den Text ins Deutsche übersetzen lassen. Bitte beachten Sie, dass es sich um keine autorisierte Übersetzung handelt! Doggennetz dankt der Übersetzerin Rita Kubutat für ihre kompetente Hilfe.

Der übersetzte Text ist farblich abgesetzt:

 

Ein Drogenring, der Hunde für den Handel mit Kokain benutzte, ist zerschlagen worden

 

  • Im Zuge der Operation „Meiga“ wurden 13 Personen verhaftet, 9 kolumbianischer Nationalität, 2 Venezulaner und 2 Spanier.
  • Die Drogen wurden in den Organen von 6 Hunden transportiert, was bei diesen einen chirurgischen Eingriff notwendig machte
  • Es handelt sich hierbei um eine neue Methode, Drogen über Flughäfen zu transportieren.

In einer gemeinsamen Operation der Guardia Civil und des Cuerpo National de Policia wurden im Verlauf der Operation „Meiga“ in den Provinzen Madrid und Málaga 13 Mitglieder eines Drogenrings verhaftet, der sich dem Handel mit Kokain verschrieben hatte, und über 45 Kilo Kokain beschlagnahmt, welches sich in den Körpern von Hunden verborgen befand.

Weiterhin wurden knapp 15 Kilo derselben Substanz beschlagnahmt, Utensilien für die Handhabung von Drogen, 18 Handys, 4 Kraftfahrzeuge, mehr als 20000 Euro in bar und eine große Menge von Akten, die noch der Durchsicht und Bewertung bedürfen.

Die Operation begann im vergangenen Februar, als der Guardia Civil Indizien in die Hände fielen, die auf die Verwicklung mehrerer Personen aus der Provinz Málaga in den Drogenhandel hindeuteten.

Bei den darauf folgenden Ermittlungen wurden einige dieser Personen als Kolumbianer identifiziert. Diese wurden beschattet und überwacht mit dem Ziel, sämtliche Mitglieder der kriminellen Vereinigung zu identifizieren.

Als Ergebnis dieser Bemühungen erhielt die Guardia Civil Kenntnis von der Ankunft eines Fluges aus Kolumbien am Flughafen Barajas (in Madrid, Anm. d. Ü.) mit mehreren Einheiten von Kokain, versteckt in Teilen der Ladung, die jeweils als lebende Tiere deklariert seien.

Darauf wurde diese Fracht durchsucht, und tatsächlich wurden 6 Käfige mit derselben Anzahl von Hunden aufgefunden. Es konnte an diesen jedoch keine Spur von Drogen festgestellt werden.

Deswegen wurde beschlossen, die Hunde einer Röntgenuntersuchung zu unterziehen. Die Röntgenbilder offenbarten das Vorhandensein von Fremdkörpern außerhalb der Magengegend der Hunde. Die Hunde wurden operiert und so fand man 49 latexüberzogene Zylinder mit 4550 Gramm Kokain von großer Reinheit (Anm. d. Ü.: es ist wegen der wirren Plural- und Singularverwendung bei den Verben in diesem Abschnitt nicht klar, ob jeder Zylinder oder alle insgesamt die angegebene Menge Kokain enthielten).

Alle Hunde überlebten den Eingriff und wurden in ein Aufnahmezentrum für Hunde in Madrid überstellt, wo sie postoperative Überwachung genießen und sich zufriedenstellend erholen.

Später verhaftete die Guardia Civil folgende Personen: (Anm. d. Ü.: Es folgen die Details der Verhafteten mit Initialen, Alter und Nationalität sowie die Orte der Verhaftungen, nämlich der Flughafen Barajas in Madrid, der Ort Leganés, der zu Madrid gehört, und die Stadt oder Provinz Málaga.)

 

MODUS OPERANDI

Der zerschlagene Ring benutzte die Methode, Drogen in lebenden Hunden zu verstecken, weil diese noch relativ unbekannt ist und deswegen von den Zollbehörden kaum entdeckt wird.

Dazu gingen sie wie folgt vor: Mit einem Schnitt öffneten sie die Bauchhöhle der Hunde und führten dort die Kokainzylinder ein. Die Wunde wurde vernäht.

Sobald die Wunde vernarbt und Haar darüber gewachsen war (zwischen 1 und 3 Monate), wurden die Hunde ins Bestimmungsland der Drogen geflogen.

Die Ermittlungen wurden von der Abteilung Organisiertes Verbrechen und Drogenhandel der Guardia Civil, der Kommandatur von Málaga und der Flughafenpolizei von Barajas unter Mitwirkung der Gruppe II der UDYCO (Anm. d. Ü. ???, könnte aber heißen „Unidad de Drogas y Crímen Organizado“)  des Kommissariats von Málaga durchgeführt.

Die Operation ist noch nicht beendet, und weitere Verhaftungen sind nicht ausgeschlossen.

Bildmaterial der Operation bei der Dirección General de la Guardia Civil, C/Guzman, 110.

 

Ende der Übersetzung des Textes der verlinkten Guardia-Civil-Seite.

Quelle und Video

 

BEIPACKZETTEL:

Natürlich ist es brandgefährlich, solche Dinge zu veröffentlichen. Wenn schon beruflich Agierende im Nachgang zu ihren Statements zu diesem Thema massiv bedroht werden, was der Fall ist. Sollte ich also morgen nicht mehr leben, mein Haus abbrennen oder mein E-Mobil in Flammen aufgehen, dann sollten Sie über diesen Text noch einmal ganz intensiv nachdenken. Selbstverständlich habe ich das gesamte Recherchematerial inklusive Namenslisten bei meinen Journalistenkollegen hinterlegt.





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Donnerstag, den 30. Dezember 2010 um 13:26 Uhr
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