die neuesten Texte




Startseite 
Aua1386P: Okapi oder die erfolgreichen Bemühungen von Tierschützern, die Situation der Straßenhunde noch zu verschlimmern

 

{der satirische Kommentar zu einem weiteren zynischen Fakt des ATS}

[erschienen im DNPA: 17.08.14; online verfügbar ab: 13.10.14]

 

Die außerordentlichen und außerordentlich erfolgreichen Bemühungen der Tierschützer, die Situation der Straßenhunde im Ausland noch weiter zu verschlimmern, werden bisher nicht ausreichend gewürdigt. Das liegt auch daran, dass gewisse Kausalverbindungen über die lange Zeit aus dem Blick geraten. Als Beispiel sei das unaussprechliche Elend von Hunden in den süd- und besonders in den osteuropäischen Tierheimen genannt – ein direkter Erfolg tierschützerischer Intervention.

Es waren die Tierschützer aus dem wohlstandssatten Mitteleuropa, welche schon vor 20 Jahren gegenüber den Autoritäten der süd- und osteuropäischen Länder die Forderung nach Tierheimen für die armen armen Straßenhunde erhoben. Ein fataler, unüberlegter, dummer Transfer von Werten in Länder, die für so eine Einrichtung wie ein „Tierheim“ keine einbettende Infrastruktur vorweisen können: keine gemeinnützigen Tierschutzvereine als Träger, keine staatliche Kontrolle von Tierheimen, keine kommunale Fundtierverwaltung, kein Tierschutzrecht, kein Sozialprestige durch die Übernahme von Tierheimhunden etc.

Die Tierheime zu errichten war kein Problem. Aber diese Tierheime wurden dann zum Problem für die kasernierten Straßentiere, die dort eine Adresse für qualvolle Verelendung fanden, wie sie ihnen bisher aus ihrem ohnehin schon entbehrungsreichen Dasein auf der Straße noch nicht bekannt war. Straßenhunde auf der Straße können auch dort Hunger und Durst leiden; müssen es aber nicht naturnotwendig. Überdies war dieses Leid aus rein biologischen Gründen zeitlich stark begrenzt. Und es fand in Freiheit statt.

Im Übrigen sind Straßenhunde eine regulär vorkommende, wissenschaftlich untersuchte, wenn auch für westliche Tierfreunde schwer zu akzeptierende reguläre Daseinsform (vgl. auch Aua635) .In diesen Themenkreis gehört auch die DN-Artikelserie Stefan Hack: Eine Wahrheit über Hunde in der Ukraine (ab Aua543).

 

Stätten der Verelendung

Ganz anders in den von Tierschützern geforderten Stätten der Verelendung, in den süd- und osteuropäischen Tierheimen. Dort können die vormals wenigstens freien Straßentiere jetzt über Jahre hinweg gequält werden, ohne den Hauch einer Chance, Hunger, Durst, Parasiten, Krankheiten und der Aggression dominanterer Artgenossen zu entkommen.

 

So weit würde es auf der Straße gar nicht kommen: Dieser Hund im rumänischen Tötungsheim Danyflor hat sich aufgegeben. Detaillierter Bericht über die Zustände eben dort in Aua903.
Foto: Pet Hope Association Rumänien / Claudia Bejan

 

Und wie es der Zynismus des Schicksals will, durften die Auslandstierschützer das von ihnen selbst angerichtete Elend in diesen Tierheimen nun für die Spendenakquise nutzen. Mit Horrorbildern und Schauerberichten darüber, was tatsächlich an diesen Höllenorten passiert, halten sie sogenannte Tierfreunde bei der Spenden- und Adoptionsstange.

Tierheime in Süd- und Osteuropa einzurichten sind ungefähr so sinnvoll wie eine Bushaltestelle in der Wüste. Keine Anbindung!

 

Ein eindrückliches Beispiel: Okapi auf Fuerteventura

Schon 2011, also vor fast drei Jahren, hat das Tierheim Okapi auf Fuerteventura Schlagzeilen gemacht (vgl. Aua437). Damals war die deutsche Tierschützerin Claudia Verlande (Hund Oberhausen) nach entsprechenden Hinweisen auf die beliebte Ferieninsel geflogen, um sich dort die Zustände des früheren Partners des Vereins Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. (ETN) anzusehen. Was sie dort vorgefunden hatte, wurde in Aua437 berichtet; was sie dort vorgefunden hatte, scheint sich nicht entscheidend von den Zuständen zu unterscheiden, die drei Jahre später zur Beschlagnahmung von 85 Hunden aus diesem Tierheim führte.

 

Im Tierheim und erst kein Wasser. Auf der Straße hätte dieser Hund wenigstens noch die Chance, irgendwo eine Pfütze zu finden. In Danyflor war es ihm versagt. Auch dieses Bild stammt aus Aua903.
Foto: Pet Hope Association Rumänien / Claudia Bejan

 


Ohne Tierschützer weniger Qual!

Die Zeitung der Kanarischen Inseln, Noticias7, berichtet über einen aktuellen Einsatz der Naturschutzeinheit der Guardia Civil zusammen mit der Policia von Puerto dekl Rosario: hier und hier.  

Genießen Sie die Früchte zentraleuropäischer Spenden für solche Einrichtungen des „Tierschutzes“ wie folgt:

              

Die Tiere waren alle unterernährt und befanden sich in einem äußerst bedenklichen gesundheitlichen Zustand.

[…]

Die hygienischen Zustände waren ebenso katastrophal wie die medizinische Versorgung von kranken Tieren, die in keiner Weise gewährleistet war. Fast alle Hunde, die sich auf der Finca befanden, waren nicht nur unterernährt, sondern auch von Flöhen und anderen Parasiten befallen.

[…]

Aufmerksam geworden auf das Elend der Tiere waren die Behörden durch Anzeigen verschiedener Personen, die einen Aufruf der selbsternannten Tierschützerin auf Facebook gesehen hatten, in dem sie am vergangenen Dienstag Fotos von kranken Tieren veröffentlicht hatte, die dringend Medikamente benötigten. Außer den kranken Tieren wurden auch Fotos von nur wenige Tage alten Welpen eingestellt, die nach Angaben der Betreiberin der Tierauffangstation zum Tode verurteilt seien, wenn sie keine neuen Besitzer fänden. Einige dieser kleinen Hunde waren bereits gestorben, als die Behörden wenig später die Finca einmal genauer untersuchten.

[…]

Bei dem Einsatz wurde dann das ganze Elend der Tiere deutlich. Von den insgesamt 96 Hunden, die sich auf dem Gelände der Finca befanden, waren 75 der ausgewachsenen Tiere und 10 der Welpen in keinem einwandfreien Gesundheitszustand. Diese 85 Hunde wurden deshalb von der Seprona beschlagnahmt und in vorgeblich kompetentere Hände gegeben.

(Noticias7: Behörden holen 85 unterernährte Hunde aus einem Tierheim auf Fuerteventura ab; Hervorhebg. d. DN-Red.)

  
              

Deutsche „Tierfreunde“, Spender, Unterstützer und Adoptanten wollen und wollen und wollen einfach den Zusammenhang zwischen der Wohlstandsmission und dem dadurch noch gesteigertem Elend der Straßenhunde nicht erkennen! Das letzte Habitat der guten Tat muss auf Teufel komm raus erhalten werden. Auch wenn die Zusammenhänge noch so offensichtlich sind.

Doch Noticias7 bringt es auf den Punkt:

              

Den aufgenommenen Tieren ging es bei der Frau unter den auf der Finca herrschenden Zuständen kaum besser als auf der Straße.

(ibid.)

              

 

Ebenfalls Danyflor: Wie herzlos müssen Tierschützer sein, einem Hund aus der Freiheit so etwas als Alternative anzubieten? (Siehe Aua903).
Foto: Pet Hope Association Rumänien / Claudia Bejan



Systematische Tierquälerei, ermöglicht durch Spenden!

Wobei das „kaum besser“ noch zu beweisen wäre! Auf der Straße jedenfalls sind diese Hunde auf gar keinen Fall einem derartigen Parasiten- und Infektionsdruck ausgesetzt wie in den Animal-Hoarder-Haltungen vollkommen überforderter Tierschützerinnen, die partout nicht wahrhaben wollen, dass <Straßenhund> eine kynologisch anerkannte und zu respektierende Existenzform von Hunden ist, dass man nun einmal nicht alle retten kann und dass „die Straße“ oft die humanere Lösung ist.

Es ist mit ziemlicher Sicherheit davon auszugehen, dass auch diese strukturimmanente, jahrelange und exzessive Tierquälerei vermittels deutscher oder mindestens zentraleuropäischer Spenden von emotionalisierten, das Hirn abschaltenden „Tierfreunden“ ermöglicht wurde. Denn die „Unterstützung der öffentlichen Hand“ habe die Betreiberin schon zwei Jahre zuvor verloren, als damals ebenfalls 140 „nicht artgerecht gehaltene“ Hunde dort vorgefunden worden waren.

Okapi ist kein Einzelfall. Ganz im Gegenteil: Es ist die Regel! Es ist strukturimmanent. Derlei Fälle werden immer wieder vorkommen, weil das System selbst sie hervorbringt. Die Tiere dort wären ohne solche „Tierschützer“ weitaus besser dran! Und es gibt kaum Mechanismen, aus der deutschen Ferne heraus die Qualität solcher Auffangstationen und Tierheime im Ausland ausreichend zu kontrollieren.

Katastrophen wie Okapi werden nach dem Bekanntwerden dann gern personalisiert. Da ist es dann die böse Frau X oder das Ehepaar Y, das einfach nicht tierlieb genug war. Lieber ergehen sich Tierfreunde, „Tierschützer“ und Spender in Schimpftiraden und Verteufelungen derjenigen, die nur das eine Ende der Wurst sind, an deren anderem die ignoranten Unterstützer genüsslich kauen und sich im Glorienschein ihrer Tierliebe und der guten Tat wärmen!

Pervers.

 

Tierleid ausweiten: Casa Cainelui

Zugute halten muss man der Betreiberin im vorliegenden Fall dabei noch, dass sie die Leidensmaximierung nicht wie bei einem anderen eindrücklichen Beispiel aus Rumänien (Casa Cainelui) auf weitere Tierarten ausgedehnt hat. Dort erstreckt sich die von Spendengeldern finanzierte Qual inzwischen auch auf Schweine, die vom rumänischen Betreiber in Teilen der mit Spendengeldern errichteten Guantanamo-Anlage für Hunde gemästet und zum Schlachten vorbereitet werden (vgl. Pav10).

 

Danyflor: Auch dieser Hund wäre auf der Straße besser aufgehoben. Und es nützt herzlich wenig, wenn Tierschützer für den Fall Danyflor darauf verweisen, dass zum Zeitpunkt dieser Aufnahmen das Tierheim nicht unter der Verwaltung von Tierschützern stand, sondern von einem kommerziellen rumänischen Betreiber verwaltet wurde. Solche Folgen von tierschützerischen Forderungen sollte man sich besser vorher überlegen.
Foto: Pet Hope Association Rumänien / Claudia Bejan





Texte sind mein Beruf. Wenn Ihnen dieser Beitrag gefallen hat, können Sie ihn über PayPal honorieren. Danke!

Lesegeld
 
Sonntag, den 17. August 2014 um 13:00 Uhr
PDF Drucken E-Mail