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Aua1373P: PETA-Kritik auf Gerati.de: Zirkuswerbung einmal anders!

 

{TS-Kritik}

[im DNPA erschienen: 25.07.14; online verfügbar ab: 17.09.14]

 

*** Bitte beachten Sie unbedingt die Aktualisierung dieses Artikels in Aua1404! ***

[Aktualisierung vom 18.09.14 hinsichtlich zweier Quellenangaben, die zwar die Quellenseite korrekt angab, jedoch Artikel dort verwechselten. Auch eine Präposition wurde sicherheitshalber noch eingefügt. Inzwischen liegt nämlich eine "Abmahnung" von Gerati.de vor. Siehe dazu Aua1405!]

[Aktualisierung vom 19.09.14: Nach Onlineschaltung dieses Artikels erhielt die DN-Redaktion vom Betreiber der Webseite Gerati.de, dem Schwarzleser Silvio Harnos, insgesamt drei Abmahnungen. Siehe dazu auch Aua1405. Plus einen nächtlichen Belästigungsanruf! In der Originalversion folgenden Artikels hatte die DN-Redaktion auch aus einer E-Mail von Harnos an die DN-Redaktion zitiert. Dieses Zitat aus seiner E-Mail bewertet der Schwarzleser als Rechtsverstoß unter Verweis auf ein Urteil des Landgericht Kölns. Das ist deshalb erstaunlich, weil Harnos auf Gerati.de ein ganzes Gutachten gegen den Willen des Verfassers, Rechtsanwalt Dr. Scheuerl, veröffentlicht. Da das Zitat aus der Mail ebenso gut inhaltlich paraphrasiert werden kann und der Gerati-Betreiber deswegen völlig aus dem Häuschen ist (3 Abmahnungen!), hat die DN-Redaktion ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht das Zitat gelöscht und durch eine Inhaltsangabe ersetzt. Die Korrektur ist an der grünen Schrift erkennbar.Der Vorgang beweist, wie bei Gerati.de mit zweierlei Maß gemessen wird.]

 

Der Tiernutzer-Industrie geht es grottenschlecht! Viel übler als bisher nur ansatzweise vermutet. Den Zirkussen wohl insbesondere …

Diesen Rückschluss zumindest lässt das neueste Projekt www.gerati.de zu. Das ist eine erst seit wenigen Tagen am Start befindliche Webseite, die sich exklusiv der Kritik an der Tierrechtsorganisation PETA widmet. Die Abkürzung „gerati“ soll dabei „gegen radikalen Tierschutz“ bedeuten. Im Impressum als Betreiber angegeben ist ein Silvio Harnos in …. Indonesien!

Ach nöö, Leute! Nicht schon wieder. Im Frühjahr erst hatten wir die Totgeburt charitywatch.info – siehe dazu Aua1209, Aua1210 und Aua1213. In deren Fokus stand ganz offensichtlich die Tierrechtsorganisation SOKO Tierschutz; andere große Vereine, die auf der inzwischen verstorbenen Webseite genannt wurden, waren nur Ablenkung: ETN, PETA, Deutsches Tierschutzbüro, Aktion Tier etc.

Das Impressum bei CharityWatch.info, dessen Betreiber mit dieser Namenstäuschung relativ dreist an den berechtigten Ruhm von Stefan Loipfingers Verbraucherschutzportal CharityWatch.de anzuknüpfen trachteten, benannte einen Peter Rüttli in Kiew als Verantwortlichen.

Ja, glaube ich gleich.

Hier der Rüttli in Kiew, dort der Herr Harnos in Indonesien.

Fazit: Der Mut von Stefan Loipfinger und Karin Burger, mit einem ordnungsgemäßen und in der Bunderepublik verorteten Impressum für ihre Kritik an Tierschutzorganisationen einzustehen, bleibt nach wie vor unerreicht!

 

Erst einmal Zucker ins Zentrum der DN-Sitzfläche

Wie im Fall CharityWatch.info auch, versuchen die Betreiber solcher angeblich Tierschutzkritik betreibenden Seiten, hinter denen aber sehr wahrscheinlich einfach nur die Tierausbeuter-Industrie steht, sich zunächst der Sympathie der DN-Redaktion zu vergewissern. Das kriegt Harnos auch nicht besser als Rüttli hin. Im ersten Kontaktschreiben vom 20. Juli 2014 heißt es einschmeichelnd: „Ich lese immer wieder gern, Ihre satirischen Geschichten zum Thema Tierschutz“.

Und DN liest es immer wieder gern, wenn angebliche seriöse Kritiker schon im ersten und orthografisch komplett anspruchslosen Satz einen derart unnachvollziehbaren Kommafehler reinhauen, womit sofort klar ist: Hier stimmt etwas nicht!

Noch lieber jedoch liest DN von Schwarzlesern, die „immer wieder gern“ diesen Blog besuchen, sich mit den Texten dort amüsieren und dabei „immer wieder gern“ das Bezahlen vergessen!

Sich bei DN als Schwarzleser vorzustellen, war bestimmt bannich klug, Herr Harnos!

[Aktualisierung vom 19.09.14:
Harnos erklärt der DN-Redaktion dann im Weiteren, dass er mehrfach Probleme mit Facebook gehabt habe. Dort seien mehrere Artikel von ihm mit dem Verweis auf Rechtsverletzungen Dritter (!!!) gesperrt worden. Deshalb habe er sich entschlossen, die Seite Gerati.de ins Leben zu rufen.

Schon hier kündigt er quasi an, sich über geltendes Recht hinwegzusetzen, indem er erklärt, die von Facebook als Rechtsverletzung klassifizierten Beiträge auf der genannten Webseite zu veröffentlichen.

Harnos merkt dazu bedeutungsschwanger an, dass er in Indonesien lebe. Bedeutet für DN: Klammer auf: Wo er für deutsche Gerichte nicht erreichbar ist, Klammer zu. Letzte Woche habe er dann festgestellt, dass PETA ohne eine Mitteilung umgezogen sei. Die neue Anschrift befinde sich jetzt in Stuttgart. Ihm sei anonym ein juristisches Gutachten über die Gemeinnützigkeit von PETA zugesendet worden.
[Ende der Aktualisierung vom 19.09.14]

Bis hierhin ist alles nachvollziehbar. Von Anfang an verdächtig jedoch ist der Wohnsitz in Indonesien, wozu Silvio Harnos sich dann hier erklärt [vgl. Quelle 1 am Ende vom Text; da die Seite Gerati.de nach Meinung dieser Redaktion strafbare Inhalte führt, erfolgt keine aktive Verlinkung].

 

Am interessantesten: die wichtigsten Fragen an PETA

Keine Frage: Kritik an PETA ist mehr als berechtigt, wenn auch nicht neu! Die auf Gerati.de gestellten 45 Fragen [Quelle 2] sind teilweise interessant, vereinzelt einfach unlustig-polemisch (Frage Fr. 5) oder auch saudumm. Zur letzteren Kategorie gehört die Frage Nr. 9, warum PETA Deutschland e. V. kein Tierheim in Deutschland betreibe. Alarm: Da hat jemand keine Ahnung von der Materie! PETA Deutschland e. V. ist eine Tierrechtsorganisation; karitativer Tierschutz, für den allein ein Tierheim Sinn macht, ist nicht Gegenstand des Vereins. Dem steht auch die Tatsache nicht entgegen, dass PETA USA sehr wohl Tierheime betreibt.

Aufmerksamkeit verdienen die Fragen nach der Wirtschaftlichkeit (Nr. 13 bis Nr. 24). Allerdings wurden einzelner diese Fragen schon vor langer Zeit von Kritikern mit mehr Expertise gestellt: etwa von Stefan Loipfinger oder auch von Stiftung Warentest.

Bei den Fragen zu den Zielen von PETA (Nr. 25 bis Nr. 45) deuten sich die Hintermänner schon sanft an: Nr. 32, 34, 45, 41.

 

Viele Kritikpunkte sind nicht PETA-spezifisch

Warum fokussiert sich Gerati.de so explizit auf PETA, wenn die geübte Kritik auf viele zumindest der großen Tierschutzorganisationen gleichermaßen zutrifft? Ausuferndes Abmahnwesen und Prozessfreudigkeit etwa kann ebenso für den Verein Europäischer Tier- und Naturschutz e. V. (ETN) nachgewiesen werden, bei dem manche Tierfreunde auch gern wissen würden, wie viel Geld der ETN für Rechtsanwälte und Prozesse ausgibt.

Die gesamte und durchaus berechtigte Kritik an der mangelnden Transparenz von PETA Deutschland e. V. gilt im gleichen Maße für die Kategorie-Kollegen von PETA, wie sie die Stiftung Warentest im November 2013 in der untersten Schublade zusammenfasste: Aktion Tier, Allgemeiner Tierhilfsdienst, Animal Friends International, Animals‘ Angels weiter über Bund Deutscher Tierfreunde über ETN über Retriever in Not bis TASSO (vgl. Aua1163).

Also: Alles ein alter Hut!

 

Prominentestes Dokument: Rechtsgutachten

Das spektakulärste Dokument auf der Gerati.de-Seite ist zweifelsohne das „Gutachten zu fragwürdigen Tierrechtskampagnen und zu der Frage einer gemeinnützigkeitsschädlichen Mittelverwendung durch den Verein PETA Deutschland e. V.“ der Promi-Rechtsanwaltskanzlei Graf von Westphalen, namentlich Rechtsanwalt Dr. Walter Scheuerl [Quelle 3].

Übrigens hat die DN-Redaktion durchaus versucht, von Dr. Scheuerl direkt eine Stellungnahme zu der Veröffentlichung seines Gutachtens auf der Gerati.de-Seite zu erhalten. Der Anwalt befand sich nach Auskunft des Kanzleisekretariats bis vergangenen Mittwoch im Urlaub. Ein Rückruf wurde dieser Redaktion verbindlich zugesagt, ist aber bis zum Redaktionsschluss dieses Artikels und zwei Tage nach Urlaubsende noch nicht erfolgt.

Und Achtung: Das Gutachten stammt aus dem Jahr 2012.

Selbstverständlich hat die DN-Redaktion auch PETA Deutschland e. V. angeboten, zu dem veröffentlichten Gutachten Stellung zu nehmen. Die Tierrechtsorganisation lässt durch Dr. Edmund Haferbeck erklären, dass es keine gesonderte Stellungnahme geben wird, da „Scheuerls Absonderungen [..] allen hinreichend bekannt“ seien.

Immerhin gibt die für dieses Rechtsgutachten beauftragte Kanzlei und die Tatsache, dass diese eigentlich der Veröffentlichung dieses ihrem Urheberrecht unterliegenden Dokuments zugestimmt haben müsste, Hinweise auf die Gerati.de-Drahtzieher. In einschlägigen Pressemitteilungen wird Dr. Scheuerl als Anwalt von Circus Krone benannt (hier und hier).

Die „Beweisrichtung und -kraft“ von sogenannten Rechtsgutachten hängt nach Meinung dieser Redaktion immer damit zusammen, wer sie beauftragt und bezahlt. Und ganz offensichtlich konnte das Rechtsgutachten von Dr. Scheuerl aus dem Jahr 2012 bisher noch nicht eine derart überzeugende juristische Wucht entfalten, dass PETA Deutschland e. V. die Gemeinnützigkeit aberkannt worden wäre?

 

Berechtigte Kritik, indonesisch-legasthenisch verhampelpampelt

Das sieht alles nicht sehr überzeugend aus: ein hundsaltes Gutachten aus dem Jahr 2012, das bisher wohl nichts geändert hat; ein Betreiber, der in Indonesien sitzt, und auf der Gerati-Seite jede Menge Hinweise auf das Themenfeld Zirkus.

Jetzt kommt das Schlimmste: Leser-Pein! Natürlich ist eine Sprachwissenschaftlerin gegenüber Rechtschreibfehlern besonders empfindlich und mithin DN eine sensible Adresse für derlei Defizite. Diese Redaktion hat dazu allerdings durch ihre Zielgruppe Tierschützer jede Menge Abhärtungstests in den vergangenen vier Jahren durchlaufen. Aber die Gerati.de-Seite ist aufgrund der Fülle dortiger Rechtschreibfehler wirklich eine Leser-Qual!

Damit schließt sich der Kreis zu der eingangs angestellten Vermutung: Der Tierausbeuter-Industrie im Allgemeinen und den Zirkussen im Besonderen geht es wirtschaftlich schlecht! Denn andernfalls würde man sich für ein derartiges Internet-Projekt doch sicherlich einen Profi holen? Und wenn schon keinen Profi, dann wenigstens jemanden, der die deutsche Rechtschreibung zumindest ansatzweise beherrscht?

 

PETA selbst reagiert auch sehr verstaubt

Oder treffen sich hier Gegner auf Augenhöhe? Eine auf der Gerati.de-Seite veröffentlichte E-Mail von Dr. Edmund Haferbeck, die authentisch sein soll, macht jedenfalls keinen schlanken Fuß:

              

Was hier von Hornos gepostet wird, ist wirr. Das Finanzamt Leonberg hat eine umfangreiche, 2 Monate andauernde Prüfung von PETA 2013 vorgenommen. Diese Prüfung hat eine vorbildliche Arbeit von PETA attestiert, äußerst sparsam, in voller Übereinstimmung mit den Gesetzlichkeiten. Der Umzug in neue Räume ist im Juni 2014 erfolgt, und nicht überstürzt, sondern seit langem geplant, da die Räume in Gerlingen zu klein geworden sind.

Das Gutachten des “Anwalts ohne Moral”, Scheuerl, ist aus Tierausbeutungskreisen In Auftrag gegeben worden und beweist in besonderer Weise, wie effektiv die Tierrechtsarbeit von PETA ist.

(www.gerati.de, Antwortmail von Dr. Edmund Haferbeck an gerati.de vom 20.07.14; veröffentlicht unter Artikel "Ist PETA Deutschland e. V. auf der Flucht vor dem Finanzamt?", Quelle 4)

              

Es mag ein Lapsus sein oder nicht, aber die Mühe, wenigstens den Namen seines Gegners korrekt zu schreiben, sollte PETA Deutschland schon aufwenden. In einer E-Mail würde man dann auch eher die höfliche Variante „Herr Harnos“ erwarten; in einem journalistischen Text ist bei Erstnennung Vor- und Nachname üblich.

Statt der Haferbeck-Verlautbarung, dass die Prüfung des Finanzamts Leonberg erfolgreich ausgefallen sei, wäre der dazugehörige Beleg überzeugender. Erst an anderer Stelle erfährt der Interessierte, dass dieses bombastische Lob nur mündlich ausgesprochen worden sei und sich der „Beleg“ in der weiterhin bestehenden Gemeinnützigkeit ausdrücke.

Von mir aus!

Der PETA-Umzug gibt eigentlich auch nichts Verdächtiges her. Allenfalls ließe sich in der breiten Kritikrubrik <mangelnde Transparenz> eine entsprechend rechtzeitige Ankündigung und Begründung dieses Umzugs monieren. Eher ein schlechtes Bild macht die Tatsache, dass bisher auf der Homepage von PETA bei den einzelnen Artikeln und Ansprechpartnern die neuen Telefonnummern nicht angegeben werden. Will man etwa Peter Höffken erreichen, ist das bisher – zumindest für DN - unmöglich. Unter der zentralen Rufnummer erreicht man lediglich einen Anrufbeantworter; und die neue Durchwahl der einzelnen Mitarbeiter kann zumindest die DN-Redaktion auf der PETA-Seite nicht finden.

Pfusch!

Das Eigenlob des Herrn Haferbeck stinkt: „… und beweist in besonderer Weise, wie effektiv die Tierrechtsarbeit von PETA ist“. Außerdem ist das Lob unlogisch. „In besonderer Weise“ beweisen, wie effektiv die Tierrechtsarbeit von PETA ist, würden Fakten wie ein gesetzliches Wildtierverbot für Zirkusse oder der finale wirtschaftliche Niedergang von Krone und anderen Zirkusunternehmen, die mit Wildtieren auftreten.

Und eine Peinlichkeit besonderer Güte ist das Etikett „Anwalt ohne Moral“ für Scheuerl – ausgerechnet vom Ko-Autor, Haferbeck, des Buches „Die Rechtsbeugermafia“, das schon im Jahr 1999 auf knapp 600 Seiten in äußerst unterhaltsamer Art und Weise Beweis darüber geführt hat, dass es nicht wenigen Anwälten und bedenklich vielen Richtern offensichtlich berufsbedingt an genau jener Moral fehle!

Es ist eine sehr persönliche Meinung dieser Redaktion, dass PETA auch ein Personalproblem hat – wie ähnlich der Deutsche Tierschutzbund mit seinem ewigen Apel und den vielen Vereinsvorständen bundesweit, für die keine Vorstandssitzung ohne Anwesenheit eines leistungsstarken Pflegedienstes denkbar ist, oder dem ETN mit seiner vor allem gerontologisch relevanten Führungstruppe. Die alten Herren des Tierschutzes quer durch die Republik und durch alle Organisationen: tendenziell grantig, humorlos, verbiestert und vor allem mit der ewigen Drohung von Anwalt und Klage. Ad nauseam!

Haferbeck nimmt mit seiner Mail an gerati.de diese Plattform ernst und gibt ihr damit unverdient Gewicht!

Souveränität ist anders.

 

Es werden wohl die Zirkusleute sein?

Wenn Eigenlob so en vogue ist, bitte: Es war nicht ganz dumm von der DN-Redaktion, mit der Besprechung dieses neuen und nach diesseitiger Meinung vermutlich sehr kurzlebigen Phänomens Gerati.de einige Tage zu warten. Wer schon im Kampf mit den Buchstaben unterliegt, kommt natürlich bei der Komplexität der Materie mit seiner mangelhaften Deckung auch nicht weit. Und so dauerte es nur wenige Tage bis zum Gerati-Artikel „Saarbrücken erteilt PETA eine Abfuhr“ [Quelle 5]. Darin geht es um ein von PETA gefordertes Auftrittsverbot für den Zirkus Charles Knie in Saarbrücken.

Dazu der Offenbarungseid von Gerati.de:

              

Jedem der in der Nähe von Saarbrücken ist empfehle ich an diesem Wochenende einen Besuch im Zirkus Charles Knie. Wenn man vor der Vorstellung noch Zeit hat, kann man sich auch selber überzeugen wie die Tiere gehalten werden.

(gerati.de: Saabrücken erteilt PETA eine Abfuhr)

              

Wir können PETA Deutschland und die anderen Alt-Herren-Zusammenrottungen im Tierschutz kritisieren, bis nichts mehr übrig bleibt. DN tut diesbezüglich ohne sein Bestes. Aber wer im Jahr 2014 allen Ernstes Tierfreunde dazu auffordern möchte, einen Zirkus mit Wildtieren zu besuchen, kann sich alle Glaubwürdigkeitsklimmzüge an seiner PETA-Kritik sparen.

Lesen Sie das unerträgliche und ignorante Gesülze der Zirkusleute selbst:

              

Der Zirkus CHARLES KNIE reist mit der artenreichsten reisenden Tierschau Europas.

Rund 100 Tiere 30 verschiedener Arten sind in dem großen rollenden Zoo beheimatet. Angefangen bei Pfauentauben oder asiatischen Hängebauchschweinen, über Kamele, Zebras, Papageien, Lamas, Pferde und exotischen Rindern bis hin zu kalifornischen Seelöwen, Raubtiere, Kängurus oder Elefanten – Die Tierschau des Zirkus Charles Knie bringt von allem etwas in die verschiedenen Gastspielorte. Ein Besuch der großen „Arche Noah“ ermöglicht Kindern wie Erwachsenen das hautnahe Kennenlernen der verschiedensten faszinierenden Haus- und Wildtieren aus allen fünf Kontinenten. Sowohl an Vorstellungstagen in der Zeit von 10-13 Uhr (inklusive Tierproben) als auch während den Vorstellungspausen kann Jedermann sich selbst ein Bild von unseren gepflegten Tieren machen. Erleben auch Sie informative und erlebnisreiche Stunden zwischen und bei unseren Tieren. Sie werden über die großen Gehege, wie den 80.000-Liter-fassenden Pool unserer Seelöwen und die zufriedenen, glücklichen Tiere staunen!

(Zirkus Charles Knie, Rubrik „Unsere Tiere“; Hervorhebg. d. DN-Red.)

 
                

Zumindest für diese Redaktion ist damit die Gerati-Seite erledigt.

Dieses kritiklose Pro-Zirkus-Votum fügt sich nahtlos in die Reihe anderer Hinweise darauf, dass hinter Gerati.de Zirkusleute stecken: das Scheuerl-Gutachten, die vielen Fragen zum Themenbereich Zirkus und nicht zuletzt die Identität einiger der Kommentatoren auf Gerati.de. Vielleicht wussten Sie nicht, dass der Kommentator Othmar Vohringer internationaler Zirkusstar und Tierlehrer ist?

 

Aussichten

Silvio Harnos und diejenigen, die möglicherweise hinter ihm stehen, täuschen sich: Sowohl die Geschichte von CharityWatch.de wie die von DN beweist, dass es schon lange nicht mehr darum geht, Spender und Tierfreunde über die Qualität einzelner Tierschutzorganisationen „aufzuklären“. Die jeweiligen Anhänger sind dagegen resistent – aus vielfachen Gründen.

Und bei PETA Deutschland ist der Grund einfach zu offensichtlich: Was immer man an Defiziten gerichtsfest oder nicht dieser kritikwürdigen Tierrechtsorganisation antackern mag, de facto bleibt sie vorläufig – und in der Synergie mit neueren und durchaus beachtenswerten Phänomenen wie etwa der Soko Tierschutz - das einzig relevante Gegengewicht zur Tierausbeuter-Industrie. Über deren Praktiken wurden Verbraucher und Ignoranten erst jüngst wieder durch eine mehr als schockierende ARD-Exklusiv-Doku über die Ferkelmast belehrt.

Kritik an PETA & Co. Ist wichtig, richtig, berechtigt, notwendig. Die spröde Reaktion auch von PETA dokumentiert, dass sie den Herausforderungen der Gegenwart mit Internet, Facebook, Twitter und den vielen anderen Kommunikationsmöglichkeiten nicht mehr gewachsen ist. In stattgehabter Form (Haferbeck-Mail) gibt sie dieser Kritik Recht und unnötiges Gewicht.

Aber wenn hinter einer solchen Kritik ganz offensichtlich, aber eben nicht ehrlich und offen diejenigen Interessensgruppen stehen, die Gegenstand der Attacken von PETA sind, dann wird diese Kritik obsolet und lächerlich.

 

Und noch die letzte PETA-Bockigkeit

Einzelfragen erscheinen interessant und recherchewürdig, wie etwa die auf Gerati.de erhobene Behauptung, der PETA-Mitarbeiter Peter Höffken sei eigentlich Dachdecker. Die DN-Redaktion hat dazu auf die Schnelle ebenfalls noch um eine Stellungnahme von PETA Deutschland gebeten. Dies ward ihr zur Antwort:

              

Herr Höffken hat gerade Rücksprache genommen, auch über den Vorstand: Wir geben keine persönlichen Daten von unseren Leuten raus, nur weil ein Spinner in Indonesien über uns her zieht. Die Dokumente liegen hier alle vor, es sind keine Fälschungen. Wir haben hier bei PETA im übrigen nur Akademiker, davon vier, die sogar promoviert haben.

(PETA Deutschland, Presseantwort von Dr. Edmund Haferbeck, 25.07.14)

              

Ach, PETA, das ist doch nichts! Was für ein unglaubwürdiger Murks. Höffken wird von PETA als Diplom-Zoologe vermarktet; wenn er Diplom-Zoologe ist, hat das Vorzeigen dieses Diploms nichts mit der Preisgabe von „persönlichen Daten“ zu tun. Das ist auch wieder leider ein Punkt für die Zirkusleute!

Trotzdem: Auf die Dauer wird die Gerati-Seite nach Schätzungen von DN keinen Traffic generieren. Die Zirkusleute wussten schon immer, was für eine verwerfliche Orga PETA sei; PETA-Fans und –Spender lassen sich ohnehin nicht aus ihrer Gefolgstreue bomben; und wer an fundierter Kritik an PETA aufrichtig interessiert ist, wird sich diese nicht bei Zirkusleuten abholen, die keinen Satz fehlerfrei zu Papier bringen.

In so einer Loss-Loss-Situation lassen sich Leser allenfalls noch durch Humor, Satire und Witz binden, um eine bisher nicht breitenwirksam genug rezipierte Dokumentation der haarsträubenden Missstände im Tierschutz zu leisten. (Ja, natürlich ist hier die Rede von DN)!

Das wissen auch die Gerati-Leute; nicht umsonst wurde in der Erstkontaktmail an die DN-Redaktion der Hoffnung Ausdruck verliehen, irgendwie einen satirischen Beitrag auf DN zu bekommen.

Tja, nicht alle Hoffnungen gehen in Erfüllung.

Die Gerati-eigenen Bemühungen in dieser Richtung verdienen das Etikett <Rohrkrepierer von ausgesuchter Peinlichkeit>: Quelle 6.

Gerati.de befindet sich also in einem ähnlich existenziell bedrohlichen Zustand wie die Kinder des „Tierschützers“ Helmut Hirmann (vgl. Aua1371P). Letztere werden jetzt schon vernachlässigt; die Internetseite Gerati.de ist nach DN-Meinung aber mindestens vernachlässigbar.

 

Quelle 1: www.gerati.de/2014/07/22/warum-indonesien-ist-diese-webseite-serioes/

Quelle 2: www.gerati.de/2014/07/18/waehlt-die-wichtigsten-10-fragen-an-peta-deutschland-e-v-aus/

Quelle 3: www.gerati.de/wp-content/uploads/GutachtenPETA.pdf

Quelle 4: www.gerati.de/2014/07/20/ist-peta-deutschland-e-v-auf-der-flucht-vor-dem-finanzamt/

Quelle 5: www.gerati.de/2014/07/24/saarbruecken-erteilt-peta-eine-abfuhr/

Quelle 6: www.gerati.de/2014/07/25/petas-buechse-der-pandora-1/





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Freitag, den 25. Juli 2014 um 13:19 Uhr
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