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Aua1364: Sachkundeprüfung Tierschutzgesetz (3): Sachkunde-Seminar Mittelmeerkrankheiten mit Martin Krause

 

{TS-Kritik}

[Aktualisiert am 17.07.14 mit Leserbrief vom 16.07.14]
[Aktualisiert am 18.07.14 mit Replik von Martin Krause auf Leserbrief]

 

Die Vorzeige-Tierschützer von Pro Greyhound e. V. (vgl. Aua1363) können über dieses Angebot natürlich nur müde lächeln. Sie haben ihre Genehmigung im Sack, die Sachkunde nachgewiesen. Übrigens hätten die Damen zur Vorbereitung darauf Veranstaltungen des Deutschen Tierschutzbundes e. V. besucht.

Es begeistert diese Redaktion in Wellen, dass es offensichtlich doch noch irgendwelche sinnvollen Angebote von dem Dachverband mit den Chaotenvereinen (TSV Moers, Nordische in Not & Co.) gibt.

Soll die einträgliche Auslandshundeschlepperei demnächst legal werden und nicht ganz eingestellt werden müssen, sollten sich so einige Tierschützlerlein jetzt mal so langsam auf die Socken machen. Zum Beispiel nach Alzenau, Nähe Aschaffenburg / Frankfurt am Main. Dort bietet die GbR Hundiversum (ja, DN weiß ….) am Samstag, den 26. Juli 2014, ein Sachkunde-Seminar Mittelmeerkrankheiten beim Hund / Bedeutung für die Praxis in Tierheimen, Tierpensionen und Hundetagesstätten . Dozenten sind Marco Schadegg und der bekannte Sachkundebuchautor Martin Krause.

 

Seminarthemen sind Prüfungsthemen

Das Seminar behandelt exakt die Themen, welche Gegenstand der bisher bekannten Sachkundeprüfungen nach § 11 Tierschutzgesetz für die Genehmigung zum gewerbsmäßigen Handel (Verbringung & Vermittlung!!!) von Tieren sind: Die ganze Iose-Korona: Babesiose, Ehrlichiose, Leishmaniose und Co.

Auslandstierschützer sind gut beraten, im Seminar genau auf Symptome, Inkubationszeit und Heilbarkeit zu achten! Dieses Wissen könnte (Sie wissen, was Konjunktive bei DN bedeuten?) Gegenstand von Prüfungen sein …

 

Preisgünstig dazu

Im Gegensatz zu Seminarangeboten von Tierärztinnen, die erst unter einem e.V. die Sachkunde-Prüfungsfragen ausarbeiten und dann von dem mit ihrer Mitwirkung gestalteten Test als Gewerbetreibende profitieren (vgl. dazu Aua1360) und üppige Seminargebühren verlangen (in dem Falle allerdings nur für den Hundetrainer-Test), gibt es das Sachkunde-Seminar Mittelmeerkrankheiten vergleichsweise günstig. Bei Anmeldung bis zum 19. Juni 2014 kostet die Teilnahme 49 Euro pro Teilnehmer und 44 Euro für dessen Ehe- oder Lebenspartner; nach dieser Frist dann sind es 59 Euro pro Person und 54 Euro für die Begleitung (Anmeldung und Infos hier).

Martin Krause weist gegenüber der DN-Redaktion darauf hin, dass dieses Seminar auf Wunsch auch an anderen Veranstaltungsorten in Deutschland angeboten werden könne, wenn eine entsprechende Teilnehmerzahl erreicht werde.

Und die DN-Redaktion weist darauf hin, dass sie selbstsverständlich und gern auch entsprechende Seminarangebote (zur Vorbereitung auf die Sachkundeprüfung für Auslandstierschützer) anderer Anbieter veröffentlicht und darauf hinweist; man informiere sie denn über solche!

***

 

LESERBRIEF zu dieser Ankündigung:

Zu der Seminarankündigung erreicht diese Redaktion ein Leserbrief von einem DN-Leser, der jedoch ungenannt bleiben möchte. Da er ein wichtiges Thema auf den Punkt, zeitgleich eine nicht vereinzelte Kritik an den Thesen von Sachkundebuchautor Martin Krause (unbedingte Hörigkeit gegenüber der Schulmedizin) artikuliert, veröffentlicht die DN-Redaktion diesen Leserbrief gern:

              

Vielleicht meldet sich ja ein Teilnehmer bei der DN-Redaktion, der einen Erlebnisbericht zu dem Mittelmeerkrankheiten-Seminar abgeben möchte. Ich wäre jedenfalls neugierig. Der Hinweis im Anmeldeformular

Mitgebrachte Hunde müssen einen aktiven Impfschutz gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose vorweisen.

missfällt mir, denn solche Aufforderungen klingen überhaupt nicht von Sachkunde durchdrungen. 

Für den Glauben, von nach gefühlt mindestens 50 Jahre alten Empfehlungen geimpften Tieren gehe eine kleinere Ansteckungsgefahr aus als von nicht durchgeimpften, hatte ich vor einiger Zeit noch Verständnis, als die Trennung vom alten Sicherheitsgefühl durch Impfungen bedeutete, naja, weniger Impfen für Mutige, mehr Impfen schadet aber auch nicht.

Das ist falsch, wie man heute weiß.

Daher ist es für mich nicht nachvollziehbar, solche höchst umstrittenen Impfungen wie gegen Leptospirose undiffenenziert als erforderlich darzustellen. (Die Befürworter eines verbesserten Impfstoffs geben damit an, der Impfschutz könne sogar 6 Wochen alte Welpen schützen, trotz maternaler Antikörper. Ich fasse es nicht, die feiern den Triumph über die Kolostralmilch!!!)  Für die anderen Erkrankungen sollen die Hunde vielleicht einen Titernachweis erbringen? Grundimmunisiert halten Staupe-, Hepatitis-, und Parvo-Schutz mindestens 8 Jahre, wahrscheinlich sogar lebenslang an. Und wie hätten die Veranstalter es gerne bei Tollwut? Jährlich, alle drei Jahre,...?

Ich hoffe, das Restwissen dieser Seminarveranstalter ist auf einem aktuelleren Niveau als diese vorsintflutliche Impfgläubigkeit!

             

 

[Aktualisierung vom 18.07.14:]

Replik von Martin Krause auf obigen Leserbrief:

              

Sehr geehrte Doggennetz-Redaktion,
sehr geehrte/r Leserbriefschreiber/in,

obwohl ich nicht der Veranstalter des genannten Sachkunde-Seminars bin, möchte ich Ihnen auf Ihre Leserzuschrift zu Aua 1364 antworten:

Der Veranstalter ist eine behördlich anerkannte tierheimähnliche Einrichtung i.S.v. § 11 Absatz 1 Nr. 3 Tierschutzgesetz n.F.

Sie werden vermutlich in ganz Deutschland keine einzige behördlich anerkannte und vorschriftsmäßig arbeitende tierheimähnliche Einrichtung, Hundepension oder Hundetagesstätte finden, in der es Hunde ohne „gültigen“ Impfschutz gegen Tollwut, Staupe, Parvovirose, Hepatitis contagiosa canis und Leptospirose gibt.

Dies gilt erst Recht, wenn die Hunde dort in der Gruppe und nicht einzeln in Zwingern oder „Hundezimmern“ gehalten werden.

Wenn der Veranstalter in seinen Seminarbedingungen daher schreibt, dass mitgebrachte Hunde einen „aktiven“ Impfschutz gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis (contagiosa canis), Parvovirose und Leptospirose vorweisen müssen, zeugt dies meines Erachtens von Sachkunde, von Verantwortung gegenüber dem dort beschäftigten Personal und Besuchern (Tollwut und Leptospirose sind eine Zoonose), von Verantwortungsbewusstsein gegenüber allen dort untergebrachten Hunden und von der Einhaltung der für die allermeisten Tierheime, Hundepensionen und Hundetagesstätten geltenden behördlichen Auflagen.

Der Veranstalter hat alle fünf Core-Komponenten für Hunde in Tierheimen, tierheimähnlichen Einrichtungen, Hundepensionen und Hundetagesstätten vorschriftsmäßig, vollständig und korrekt aufgeführt.

Ergänzend verweise ich auf die Leitlinie zur Impfung von Kleintieren der Ständigen Impfkommission Vet. im Bundesverband praktizierender Tierärzte e.V. (bpt) in derderzeit aktuell gültigen Fassung der 2. Auflage vom Juli 2013 (Beilage zum DeutschenTierärzteblatt 7/2013).

 

Mit freundlichen Grüßen

Martin Krause

              

 

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Mittwoch, den 16. Juli 2014 um 11:33 Uhr
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