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Aua1300: Rechtsextremismus im Tierschutz (8): Tierschutzverein Stendal entlässt rassistischen Vorstand

 

{TS-Kritik}

[19.04.2014]

 

Na bitte: Geht doch! Der wohltuende Selbstreinigungsprozess des Altmärkischen Tierschutzvereins Kreis Stendal e. V. ist durchaus geeignet, anderen Tierschutzorganisationen Mut zu machen: Weder müssen Tierfreunde am 11. April 2014 im brandenburgischen Zossen einen Vereinsvorstand wählen, von dem ausreichend antidemokratische und fremdenfeindliche Äußerungen dokumentiert sind, noch sollten größere Tieraktionen den fortgesetzten Satzungsverstoß riskieren, indem sie einen solchen Mitstreiter in ihren Reihen nicht nur dulden, sondern aktiv unterstützen.

Denn es scheint noch ausreichend Tierfreunde mit verfassungskonformer Gesinnung zu geben.

Diesen Schluss zumindest legt das mutige Vorgehen der Tierfreunde in Stendal nahe. Dort wurde ein rassistischer Vorstand gerade erst gefeuert. Dieser hatte zuvor seinen Rücktritt angeboten. Ans Tageslicht gekommen war dessen fragwürdige Gesinnung durch Recherchen des MDR (Quelle). Der Fernsehsender hatte dem angeblichen Tierschützer ein Vorstandsamt im „Bund für Gotterkenntnis“ nachgewiesen, der vom Verfassungsschutz als eine rassistische, rechtsextreme Glaubensgemeinschaft kategorisiert wird. Auch die Nähe zu den Neonazis war beweisbar.

 

Rechtsextreme unterwandern Vereine

Im Zusammenhang mit dem aktuellen Fall wird in der MDR-Berichterstattung darauf hingewiesen, dass die Unterwanderung von Vereinen durch Rechtsextremisten ein weit verbreitetes Phänomen ist. So listet der MDR weitere Fälle bei zwei Feuerwehren auf.

Für die Tierschutzszene ist diese Unterwanderung exklusiv durch den kritischen Blog DN dokumentiert. Neben der Artikelserie Rechtsextremismus im Tierschutz (Linkliste am Ende vom Text) finden sich weitere Belege dafür in den Textreihen Zoophilenhetze außerhalb von Recht und Gesetz und Warten auf den ersten Toten des faschistoiden Tierschutzes. Wenn es das Thema hergibt, demonstrieren "Tierschützer" und Mitglieder der Tierschutzpartei zusammen mit berüchtigten NPD-Funktionären ohne Berührungsängste (vgl. Aua1240). Auch die zunehmende Vernetzung des früheren NPD-Funktionärs Basti Sommer im Tierschutz ist spannend zu beobachten.

 

Die politische Agitation des Mario Aßmann

Aktuell und in der Rezeption durch die Tierschutzszene beachtenswert ist auch die politische Agitation des „Tierschützers“ Mario Aßmann im Rahmen von dessen Alternative-für-Deutschland-Kandidatur für den Kreistag in Meißen (satirisch in Aua1244; im Rahmen verweigerter Presseauskunft in Pav1). Aßmann gehört zu aktion tier und dem Tierheim Winkwitz. Am vergangenen Freitag wurde er in der Mitgliederversammlung des Tierheims Zossen, konkret des Vereins der Tierfreunde schützende Hand e. V., zum Vorstand gewählt (Verlautbarung von aktion tier auf Facebook am 15.04.2014).

Die Grenzen zwischen dem politischen und den „tierschützerischen“ Tätigkeiten von Mario Aßmann sind zumindest für diese Redaktion nicht mehr zu erkennen. So lichtet sich der Partei-Kandidat und „Tierschützer“ mit dem Rattenvernichtungswunsch auf Facebook wie folgt ab.

 

Ausschnitt aus Bildzitat Screenshot Facebook "tierpsycho/marioassmann" vom 15.04.2014.

 

Um welches Büro es sich dabei handelt, ist nicht feststellbar. Besucher des Tierheims Winkwitz berichten dieser Redaktion, dass sie dort von „tätowierten Glatzen“ behindert und recht bedrohlich in ihrer Bewegungsfreiheit beschränkt werden. Ein anderer Tierheimbesucher hält das Tierheim Winkwitz für die Wahlkampfzentrale des AfD-Kandidaten Mario Aßmann.

Auch direkt vor dem Tierheim Winkwitz soll plakatiert sein, wobei nach Angaben von glaubwürdigen Informanten die Plakate der AfD direkt neben denen der NPD hängen sollen (Bildmaterial ist der DN-Redaktion zugesagt und wird ggf. nachgereicht).

Üblicherweise würde ein an dieser Frage interessierter Journalist eine solche einfach an einen demokratisch gesinnten Kandidaten richten. Nur leider ließ sich ja schon zweimal nachweisen, dass weder aktion tier noch das Tierheim Winkwitz, Mario Aßmann, Fragen zu der brisanten Verquickung zwischen politischem Mandat und tierschützerischem Engagement  beantworten (vgl. Pav2, Pav3).

 

DER FREITAG zum Unterschied (?) zwischen den AfD- und NPD-Wahlplakaten

Augsteins Meinungsmedium DER FREITAG hat sich auf Facebook mit den Motiven und Parolen der AfD- und NPD-Wahlplakaten beschäftigt. Die direkte Gegenüberstellung enthüllt Augenfälligkeiten.

 

 

Weitere DN-Artikel aus diesem Themenkreis:

Rechtsextremismus im Tierschutz:
Aua1154Aua1173P / Aua1174P / Aua1190 / Aua1208P / Aua1225 / Aua1253 /

Zoophilenhetze außerhalb von Recht und Gesetz:
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Warten auf den ersten Toten des faschistoiden Tierschutzes:
Aua686 / Aua687 / Aua688 / Aua699 / Aua968 /

 





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Samstag, den 19. April 2014 um 09:01 Uhr
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