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Aua1206: Menschen- contra Tierschutz in Rumänien (19): Kastration NUR von Haus- und Hofhunden - hat ausgerechnet Waldinger es geschnallt?

 

{TS-Kritik}

 

Nein, ist das ärgerlich! Erst war eine saftige Waldinger-Satire geplant. Aufgrund der Komplexität des Themas und der erschütternden Ignoranz vieler Tierfreunde bei diesem Thema erfolgte die Umdisponierung auf Sachartikel zu dem praktizierten Rumänien-Zynismus deutscher Tierschützer, dort nach dem Inkrafttreten des neuen Tötungsgesetzes stur weiterhin Straßenhunde zu kastrieren, damit sie anschließend dann von den Hundefängern massakriert werden (satirisch in Aua1148P aufgrund dieses SPIEGEL-online-Artikels).

Und sie werden massakriert – ohne Ansehen des Fruchtbarkeitszustandes! Das haben diverse Film- und Fotodokumente sowie Zeugenberichte längst belegt. Die rumänischen Hundefänger fangen gnadenlos alle Tiere ein, ob mit oder ohne Ohrmarke. Die mit Ohrmarke sind kastriert. Doch die Hundefänger erhalten angeblich pro eingefangenen Hund 50 Euro. Das ist ein gigantisches Salär in Rumänien, wo das durchschnittliche Monatseinkommen bei 351 Euro liegt. Bei diesem finanziellen Anreiz kann kein vernünftiger Mensch erwarten, dass Hundefänger auch nur einen einzigen Hund entkommen lassen.

 

Die Fakten anerkennen!

Es mag deutsche Tierschützer empören bis zur Tollwut, ändern lässt sich das im Moment leider nicht. Und deshalb ist jede Kastrationsaktion von Straßenhunden nach DN-Auffassung komplett sinnlos; de facto zynisch. Im Gegenteil: Geschwächt durch den chirurgischen Eingriff könnten frisch kastrierte Tiere eine noch geringere Chance gegen die Hundefänger haben.

Auch das Akquirieren von Spenden für die Kastration von Straßenhunden hält diese Redaktion für fragwürdig und juristisch bedenklich, wenn per Gesetz in Rumänien feststeht, dass diese Hunde eingefangen und getötet werden. Denn das Gesetz sieht keine Schonung für kastrierte Hunde vor! Wer aber Geld für die Kastration von Straßenhunden sammelt, die schon per Gesetz getötet werden dürfen, betrügt nach Meinung dieser Redaktion die spendenden Tierfreunde.

 

Hat ausgerechnet Jens Waldinger es verstanden?

Jens Waldinger ist Vorsitzender des Vereins mit dem hanebüchenen Namen Deutschland sagt Nein zum Tiermorden (DsN). Mit Waldi-Bashing kann man sich im Internet immer Freunde machen, nach der verpfuschten Aktion So trage ich Pelz (vgl. Aua1201 fff) und der kreativen Mitwirkung von Jens Waldinger an deren Untergang ganz besonders.

Doch dann musste diese Redaktion bei Lektüre des aktuellen Rumänien-Spendenaufrufs auf der Facebook-Seite des von DN schon früh kritisierten Tierschützers Jens Waldinger vollständig verblüfft feststellen: Der Mann hat es verstanden!

Jens Waldinger ruft derzeit auf der Facebook-Seite des Vereins zu Spenden für eine Kastrationsaktion von Haus- und Hofhunden in Rumänien auf. Und zwar NUR von Haus- und Hofhunden, Tiere also, die einen Besitzer haben!

Dickes Lob von DN an Jens Waldinger! Denn NUR das macht Sinn und entspricht einem nachhaltigen, vernünftigen und modernen Tierschutz! Erstens sind die Besitzerhunde, wie Jens Waldinger richtig erklärt, die vorderste Quelle für die unendliche Flut an weiteren Hunden. Zweitens besteht nur bei Besitzerhunden überhaupt die Chance, diese Hunde vor den Massentötungen zu bewahren. Drittens wird durch diese Hilfsmaßnahme eine direkte Verbindung zur rumänischen Bevölkerung geknüpft. Hundebesitzer dort werden die kostenlose Kastration ihrer Hunde durch deutsche Tieschützer als Hilfe und Geschenk begreifen. Das wird sie dem Tierschutzgedanken eher nahebringen als die pauschalisierenden Beschimpfungen einiger großer Tierschutzvereine und deren unverschämte Briefe an rumänische Politiker.

 

Keine informative Projektbeschreibung

Leider lässt die Sachverhaltsdarstellung auf der Facebook-Seite des Vereins viel zu viele Fragen zu der Aktion offen. Und da Jens Waldinger nicht professionell genug ist, Presseanfragen zu beantworten, lassen sich diese offenen Fragen auch durch die DN-Redaktion nicht klären. (Nach mehreren erfolglosen Presseanfragen an DsN hat DN es zu diesem Thema gar nicht mehr versucht):

* Was hat die Kastration von Besitzerhunden mit dem genannten Shelter in Targu Jiu-Gorj zu tun?

* Wie werden die Kastrationen praktisch abgewickelt? Wo und wie lange können die Hunde sich von dem Eingriff erholen?

* Werden die Besitzer der Hunde in irgendeiner Form dazu verpflichtet, ihre Tiere nicht unbeaufsichtigt herumlaufen zu lassen? Wenn ja: in welcher Form?

* Sind rumänische Tierärzte in die Kastrationsaktion eingebunden oder werden wieder deutsche Veterinäre ihre Kollegen durch kontraproduktive Konkurrenz vor den Kopf stoßen?

* Wieso konzentriert sich der Verein Deutschland sagt Nein zum Tiermorden nicht aufs Wesentliche und maßt sich stattdessen auch noch „die Früherziehung von Kindern“ an?

* Woher hat der Verein überhaupt die pädagogische Kompetenz, Kinder zu erziehen? Und dann noch „Früherziehung“, also Kindergartenalter?

* Welches Menschenbild unterliegt dem Anspruch deutscher Tierschützer, rumänische Kinder frühzuerziehen?

* Welche Personen des Vereins haben die Ausbildung zum Tierschutzlehrer absolviert?

* Warum wird nicht aufs Schleppen verzichtet?

* Warum wird über diese Aktion nicht auf der Homepage des Vereins informiert?

* Welche geheimen Segnungen versetzen den Verein DsN in die arrogante Lage, kritische oder Presseanfragen grundsätzlich nicht zu beantworten?

* Arbeitet Jens Waldinger immer noch bei der Bayer AG?

 

Beim Thema Spenden ist DsN professioneller als andere

Es scheint tatsächlich doch noch Tierschützer zu geben, die in der Lage sind dazuzulernen? Die auf der Facebook-Seite des Vereins zum Thema Spenden gegebenen Informationen nämlich lassen keine Wünsche mehr offen. Alle notwendigen Daten werden gegeben inklusive des Hinweises auf die bestehende Gemeinnützigkeit, Steuernummer, zuständiges Finanzamt und Vereinsregisternummer.

All diese Angaben sollten zwar Standard sein, sind es aber bei den meisten Tierschützern nicht. Sogar die gesamten Detailinformationen, ab welchem Betrag welcher Beleg vom Finanzamt als Spendenquittung anerkannt wird, gibt DsN an.

 

Spender und Tierfreunde kapieren es einfach nicht!

Die gesamte Hoffnung, welche durch diese unerwartete Professionalität von DsN geweckt wird, machen in der anschließenden Diskussion die Tierfreunde und Spender wieder zunichte. Damit belegen sie auch anschaulich, welche Widerstände sich vernünftigem und nachhaltigem Tierschutz entgegenwälzen.

Unklugerweise berichtet die DsN-Mitstreiterin Aenn P. von einer Tragendkastration beim letzten Einsatz. Liebe Frau P., so weit reicht die frisch erwachte Professionalität beim DsN dann wieder nicht zu wissen, dass man mit diesem Thema die blutigen Laien komplett überfordert? Und prompt: Insbesondere eine Kirsten E. R. geriert sich als Bewahrerin des Lebens und gibt in end- und fruchtlosen Postings ihre Meinung und Bedenken zur Tragendkastration kund. Lasst solche obersten Bedenkenträger ziehen auf ihrer rosa Wolke!

Auch der Rest der Diskussion zeigt anschaulich, wie schwer es ist, „Tierfreunden“ vernünftigen Tierschutz nahe zu bringen.

Dass insbesondere große Orgas, die auf den frenetischen Applaus ihrer Mitglieder und Spender spekulieren, einfach den alten Schwachsinns-Stiefel weitermarschieren lassen, ist angesichts solcher Widerstände nicht wirklich verwunderlich.

 

Eine Bitte, Herr Waldinger!

Also: Der von DN in der Vergangenheit häufig kritisierte Verein DsN unter Vorsitz von Jens Waldinger hat diese Redaktion mit der aktuellen Spendenaktion für die Kastration von rumänischen Haus- und Hofhunden (Besitzerhunden) tatsächlich positiv überrascht. Es steht zu hoffen, dass sich der Verein und seine Aktivisten von den typischen Widerständen durch die eingefahrene Denkweise vieler Tierfreunde nicht bremsen lassen.

An der Projektbeschreibung wäre noch zu feilen. Diese ist stark verbesserungswürdig.

Und bitte: Wenn man doch schon weiß, dass diese ewige Selbstdarstellung des Jens Waldinger die Szene zurecht auf die Palme treibt, warum geht es dann nicht einmal ohne? Muss es wieder der selbstausgerufene Held sein, der sich auf Facebook bei der Projektinfo per Foto und von Hunden geküsst (mein Gott, wenn's sonst niemand tut ...) präsentiert, zelebriet und feiert?

 

Bildzitat Screenshot der Facebook-Seite des Vereins Deutschland sagt Nein zum Tiermorden zur Kastrationsaktion von Besitzerhunden in Rumänien. Bisher leider und unnötig provozierend wieder mit Jens Waldinger als Hauptdarsteller! Nun gut, Rom ist auch nicht an einem Tag ....

 

Das DN-Resümee 

Deutschland sagt Nein zum Tiermorden scheint sich zu entwickeln und macht erkennbare Fortschritte. Die neue Rumänien-Aktion ist gut! Wenn die anderen Mitwirkenden des Vereins Waldi endlich einmal hinsichtlich seiner ewigen Selbstdarstellung erfolgreich einbremsen könnten, dann ist für den Rest der Welt sogar die Klima- und Euro-Rettung möglich!

Der Shitstorm starte: Jetzt!

 

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Samstag, den 28. Dezember 2013 um 09:51 Uhr
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