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Aua1190: Rechtsextremismus im Tierschutz (4): Rechte vereinnahmen spektakulären Fall von Tierquälerei durch einen Burladinger Jäger

 

{TS-Kritik}

[15.11.2013]

 

Im baden-württembergischen Zollern-Alb-Kreis hatte sich am 7. Dezember 2013 ein spektakulärer Fall von mutmaßlicher Tierquälerei ereignet. Ein Burladinger Jäger hatte im Wald den Golden Retriever Jazz aufgegriffen, ihn an die Stoßstange seines Wagens gebunden und ihn durch den Ort geschleift. DN hatte darüber schon in den Tageslinks am 11.12.13 berichtet. Auch die Medien sind breit auf den Skandal eingegangen: hier und hier und hier.

Der Fall nahm die von DN aus der Tierschutzszene so häufig berichtete und kritisierte Dynamik auf: Es kam zu Gewalt- und Lynchjustiz-Aufrufen (vgl. dazu auch Aua1187 und Aua1188P).

 

Dem Jäger wurden Waffen und Jagdschein abgenommen

Diese Dynamik hat vermutlich auch die Behörden ungewöhnlich rasch reagieren lassen, denn dem Täter wurden jetzt durch Beamter der Jagdbehörde in Begleitung von Polizei die Waffen und der Jagdschein abgenommen, wie die Hohenzollerische Zeitung (HZ) berichtet (ähnliche Berichterstattung auch hier).

Außerdem habe die Kreisjägervereinigung ein Mitgliedsausschlussverfahren gegen den Mann eingeleitet.

 

Rechte veranstalten Mahnwache

Und schwupp, sind sie ebenfalls dabei: die Rechtsextremisten. Aus ihrem Werkzeugkoffer greifen sie das den DN-Stammlesern aus der Menschenjagd auf Zoophile hinlänglich bekannte Instrument: die Mahnwache!

 

              

Besonnenheit, zu der auch Kreisjägermeister Walter Greff aufruft, tut offenbar dringend Not. Denn inzwischen ist auch erkennbar, dass die rechtsradikale Szene von Burladingen das Thema der Woche für sich zu vereinnahmen sucht. Unter dem populistischen Motto „Tierschutz ist Heimatschutz“ hat die Szene eine Mahnwache auf dem Burladinger Rathausplatz angekündigt. Die Mahnwache ist versammlungsrechtlich genehmigt worden und wird, wie unsere Zeitung erfahren hat, von der Polizei beobachtet werden.

(Hohenzollerische Zeitung, 13.12.13: Jäger, der Hund durch Ort schleifte, ist Waffen und Jagdschein los; Hervorheb. d. DN-Red.)  

              

Allerdings scheint der Vorsitzende des Tierschutzvereins Zollernalbkreis im Vergleich mit sonstiger Schlafmützigkeit der Tierschutzszene über ungewöhnlich viel Zivilcourage zu verfügen:

 

              

Tierschutz ist Heimatschutz? Dr. Günter Wiebusch, Vorsitzender des Tierschutzvereins Zollernalbkreis, distanziert sich vehement von der für den heutigen Samstag geplanten Veranstaltung in aller Form: „Wer Menschen wegen ihrer Rasse diskriminiert, wie es die Rechten tun, kann niemals ein glaubwürdiger Tierschützer sein“, sagt Wiebusch. Was heute in Burladingen stattfinden soll, sei nichts anderes als „mieser Missbrauch einer vorherrschenden Stimmung, um daraus politisches Kapital zu schlagen“.

(Hohenzollerische Zeitung, 13.12.13: Jäger, der Hund durch Ort schleifte, ist Waffen und Jagdschein los; Hervorheb. d. DN-Red.)  

              

Ja, es ist exakt dasselbe Kapital, das auch beim Thema Zoophilie aus „einer vorherrschenden Stimmung“ und einer nachvollziehbaren Aversion geschlagen wird!

 

Aktualisierung 16.12.2013:

Die Mahnwache fiel aus. Wie die Lokaredateure des Schwarzwälder Boten vermuten: aufgrund des radikalen Wetters! Das Phänomen kennen Tierschützer von den Fanti-Zoos: Die werden auch nur im Sommer aktiv!

 

Weitere Artikel dieser DN-Serie:

Aua1154 /  Aua1173P / Aua1174P /

 

 





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Sonntag, den 15. Dezember 2013 um 11:08 Uhr
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