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Aua1176: Menschen- contra Tierschutz in Rumänien (17): Die rumänische Tierschützerin Carmen Arsene erklärt die neuen gesetzlichen Vorgaben

 

{TS-Kritik}

 

Interessante Hintergründe und vor allem Ansatzpunkte für effektive Hilfe durch zentraleuropäische Tierschutzorganisationen enthüllt die jüngste Pressemitteilung der rumänischen Tierschützerin Carmen Arsene.

DN veröffentlicht nachstehend ungekürzt die deutsche Version ihrer Pressemitteilung, distanziert sich allerdings von dem Protestmail-Aufruf am Ende des Textes. Diese Redaktion hält solche Aufrufe für kontraproduktiv und hat dazu schon mehrfach, besonders auch in dieser Artikelserie, Stellung bezogen (Linkliste dazu am Ende vom Text).

Besonders beunruhigend schildert Arsene die Situation tierliebender privater Tierhalter. Das Gesetz verlange jetzt auch von diesen die Unfruchtbarmachung ihrer Hunde (in der PM fälschlich als „Sterilisation“ bezeichnet; gemeint ist vermutlich jedoch die Kastration). Arsene behauptet, in Rumänien gäbe es nicht genug Tierärzte, um alle Hunde in dem gesetzlich definierten Zeitraum von zwölf Monaten zu kastrieren.

 

Phantastische Ansatzpunkte für deutsche Hilfe 

Da bieten sich hervorragende Möglichkeiten für deutsche Tierschutzorganisationen, wenn diese jetzt endlich und mit 20 Jahren Verspätung beginnen würden, Eigentümer-Hunde kastrieren zu lassen.

Und die berühmten „Tierärzte-Pools“ einiger Tierschutzorganisationen könnten sich einmal dahingehend nützlich machen, denjenigen rumänischen Kollegen, die offensichtlich ihren Job nicht beherrschen, wenn man Arsene Glauben schenkt, zu zeigen, wie man kastriert, ohne dass die Hündinnen Tage später auf der Straße qualvoll verenden. Die DN-Frage, warum das eigentlich in den vergangenen 20 Jahren der Präsenz deutscher Tierschützer im Land noch nicht passiert ist, belegt des Weiteren das komplette Versagen zentraleuropäischen Tierschutzes in Rumänien (und anderen osteuropäischen Ländern).

Aber es ist allemal leichter und hofiert den naiven Spender, unverschämte Briefe an rumänische Politiker und Institutionen zu schreiben, als im Land selbst tierschutzrelevante Strukturen aufzubauen.

Hier der deutsche Teil der Pressemitteilung der rumänischen Tierschützerin Carmen Arsene vom 3. Dezember 2012: 

 

              

LiebeTierfreunde,

Umsetzungsverordnung des Gesetzes 258/2013 Die Umsetzungsverordnung des Gesetzes 258 wurde noch nicht von der Regierung genehmigt. Da aber viele von Ihnen mich um ein Update gebeten haben, auch im Kontext, in dem am 5. Dezember 2013 an der rumänischen Botschaft in Wien (Ich weiß, dass einige von euch mitmachen) die Präsentation der Umsetzungsverordnung stattfinden soll, möchte ich die wichtigsten Themen hervorheben, und zwar:

 

-       In Rumänien gibt es mindestens 5 Millionen Hunde in privater Haltung! Es ist unmöglich, alle Hunde innerhalb von 12 Monaten zu sterilisieren - es gibt nicht genug Tierärzte die die notwendigen Räume und Erfahrung haben diese Hunde zu sterilisieren Viele Ärzte, die keine Erfahrung haben, werden sich trotzdem dazu verpflichten diese Sterilisierung durchzuführen mit dem Resultat, dass viele weiblichen Tieren qualvoll sterben werde. Z.B. in Curtea de Arges: Alle weiblichen Hunde (ca. 500) die von einem Arzt, welcher durch den Bürgermeister beauftragt wurde, wurden " sterilisiert", starben aber nach wenigen Tagen qualvoll auf den Straßen and den Folgen der unsachgemässen Sterilization. Ich stellte Strafanzeige und ich beschwerte mich bei der Ethik-Kommission der Hochschule für Tierärzte. Aber wie es sich entwickelte, trotz aller Erklärungen und ärztlicher Bescheinigungen von anderen Tierärzten, Mustern, Bildern oder Videos, scheint es, dass dieser „Arzt“ unschuldig ist und er wird auch weiterhin Hunde durch Sterilisationen töten.

-       Die Regeln bieten keine finanzielle Unterstützung von der Regierung für die Sterilisation von Hunden. Mindestens 4 Millionen Hunde leben in ländlichen Gebieten wo die Menschen nicht über die finanziellen Möglichkeiten verfügen und wo der Hund im Hof nicht als wichtig angesehen wird. Um Strafen und Steuern zu entgehen, werden die meisten Hunde dann in Plastiksäcke gesteckt, an Bäume im Wald gebunden werden, in stillgelegte Brunnen oder Bäche geworfen, entsprechend der alten Praxis um die nutzlos gewordenen Hunde zu entsorgen.

 

Die Behörden manipulieren mit ihrer Propaganda die Bevölkerung glauben zu machen, dass das Gesetz 258/2013 das "Gesetz der Adoption" und nicht ein "Schlachtgesetz" sei. In der Realität aber werden:

Dutzende von Menschen stehen bereits jetzt vor den Tierheimen um Hunde zu adoptieren, was ihnen aber nicht erlaubt ist Das Gesetz sieht vor, daß, wenn Sie mehr als zwei Hunde adoptieren wollen, Sie die Erlaubnis von Ihrem Vermieter und den Nachbarn haben müßen Die Häuser von Tierfreunden sind bereits jetzt voll von Hunden die von der Straße gerettet wurden und können nicht weitere hunderttausende von Hunden aufnehmen. Einige Bürgermeister bedrängen und belästigen Menschen die Tiere im Haus halten, drangsalieren sie mit Geldstrafen im Namen von mißbräuchlichen lokalen öffentlichen Entscheidungen unter dem Vorwand Sie könnten Ihr Haustier nicht besitzen ohne die Zustimmung der Nachbarn und außerdem könnten Sie nicht mehr als zwei Haustiere halten.

Wer seinen Hund nicht innerhalb von 12 Monaten sterilisieren läßt wird eine Geldstrafe von bis zu 2.500 Euro zahlen haben (der Netto-Durchschnittslohn in Rumänien beträgt 350 Euro!)

Die Behörden werfen bewusst die Verantwortung für die Massentötung der Hunde den Tierfreunden vor, da diese nicht in den erforderlichen 14 Tagen die Hunde adoptiert haben!

Auf diese Weise will man im Kopf Aller die Schlußfolgerung einpflanzen, das die Tierliebhaber die eigentlichen Schidligen sind.

Bitte senden Sie Ihre persönlich Protest-Mail gegen die Tötung von Hunden an:

office[at]ansvsa.ro, petitii[at] mai.gov.ro, info[at]mdrap.ro, dae[at]just.ro, relatiipublice[at]just.ro,

 oder per Fax an:

1) Rumänische Regierung z.Hd von Herrn Ministerpräsident Victor Ponta Fax: +4021 313 98 46

2) Das Nationale Veterinärwesen und die Lebensmittelsicherheitsbehörde Präsident Mr. Wladimir Manastireanu Fax +40213124967

3) Ministerium für Inneres Minister Mr. Radu Stroe Fax: 4 021 264.86.77

4) Ministerium für regionale Entwicklung und öffentliche Verwaltung, Minister Mr. Liviu Dragnea Nicolae Fax: +4 021 3101554

5) Justiz Ministerium Minister Mr. Robert - Marius Cazanciuc Fax: +4 037 2041099

 

Besten Dank!

Carmen ARSENE

  
              

 

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Mittwoch, den 04. Dezember 2013 um 09:42 Uhr
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