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Aua1125: Ach, deswegen: NDR-ZAPP berichtet über Antenne Kaiserslautern

  

{TS-Kritik}

 

Doggennetz.de-Stammleser werden sich erinnern und es passt auch exakt in das momentan aktuelle Thema um die nächste Anti-Zoophilie-Demo: Mitte Juli hatte der Radiosender Antenne Kaiserslautern eine zweistündige Sendung über ein angebliches Tierbordell in der Westpfalz (ergo: Niedermohr) ausgestrahlt. Dabei erhielt der Animal-pi-Aktivist Carsten Thierfelder ausführlich Gelegenheit, seine durch nichts belegten Mutmaßungen einem noch weitereren Personenkreis zugänglich zu machen.

Einige der Geschädigten des Carsten Thierfelders hatten daraufhin einen offenen Brief an Antenne Kaiserslautern geschrieben (Aua1020). Eine offizielle Reaktion des Radiosenders oder auch nur eine Antwort höflichkeitshalber hat es nie gegeben. Immerhin jedoch wurde der geplante zweite Teil der Sendung am darauffolgenden Montag nicht mehr ausgestrahlt.

 

LMK Rheinland-Pfalz kann nichts feststellen 

Wie im offenen Brief auch angekündigt, hatten die Unterzeichner außerdem noch eine schriftliche Beschwerde an die Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) gerichtet. Dieses Schreiben immerhin wurde beantwortet; etwa an die DN-Redaktion mit Datum vom 8. August 2013. Der Inhalt dieser Antwort jedoch war so nichtssagend, dass er nicht einmal ein eigenes Aua verdient hatte. Auf über drei Seiten erklärte die LMK, keinen Verstoß gegen anerkannte journalistische Grundsätze und Sorgfaltspflichten sowie das Gebot der Sachlichkeit feststellen zu können.

Das ist erstaunlich: Da es bisher keinen einzigen behördlichen Beweis für die These vom Tierbordell in Niedermohr gibt, fällt die Antenne-Kaiserslautern-Sendung nach Meinung dieser Redaktion in die Rubrik verbotener Verdachtsberichterstattung.

Die LMK störte sich auch nicht daran, dass in dieser Sendung einem Mann kommentarlos das Mikrofon überlassen wurde, der aufgrund seiner Verleumdungen und Hetze 22 Gerichtsurteile und -beschlüsse kassiert hat, deswegen auch immer wieder in Erzwingungshaft genommen wird und gegen den mehrere Strafverfahren anhängig sind.

Bedenkt man des Weiteren, welche katastrophalen Folgen Hetze und Radiosendung für die Bewohner des angeblichen Tierbordells hatten (nächtlicher Überfall eines Schlägertrupps - Aua1024; wiederholte Sachbeschädigungen und Hetzparolen auf der Hauswand etc. - Fotodokument in Aua1119), verliert die abwiegelnde Stellungnahme der LMK weiter an Überzeugungskraft.

 

Landesmedienanstalten werden ihrer Aufgabe nicht gerecht

In seiner gestrigen Sendung berichtete das medienkritische Magazin ZAPP ebenfalls sowohl über Antenne Kaiserslautern wie über die nicht erfüllte Aufsichtspflicht der als „zu nachlässig“ bezeichneten Medienanstalten insgesamt und einem Beispielfall von Antenne Kaiserslautern im Konnex mit der LMK im Besonderen. Im berichteten Fall richtet sich der Vorwurf an den Radiosender auf die fehlende Trennung zwischen Werbung und Programm. Aber auch ZAPP kommt zur Auffassung: „einseitige Berichterstattung“. Die Direktorin der LMK erklärt dann im Interview, es sei nicht die Aufgabe der LMK, journalistischen Verfehlungen (siehe oben) nachzugehen. Tatsächlch aber SIND die Landesmedienanstalten genau das dafür vorgesehene Kontrollorgan.

Auch „fair radio“ hat die Erfahrung gemacht, dass auf eingereichte Beschwerden hin nichts geschieht. Dabei können die Landesmedienanstalten bei Verstößen Bußgelder verhängen und sogar Lizenzen entziehen.

 

Schade um die fette Schadensersatzklage

Das tröstet die Geschädigten im Fall der Tierbordell-in-Westpfalz-Fragezeichen-Sendung von Antenne Kaiserslautern vermutlich wenig, stellt aber immerhin Gemeinschaft mit anderen her! Unter dem Aspekt des schwerwiegenden Vorwurfs der Verdachtsberichterstattung ist es dann besonders ärgerlich, dass die Bewohner des angeblichen Tierbordells offensichtlich nicht über die finanziellen Mittel verfügen, eine Schadensersatzklage gegen den Radiosender zu führen. Denn allein die materiellen Schäden, welche diese hinnehmen mussten und auch drei Monate nach dem Bericht immer noch weiter hinnehmen müssen (vgl. satirisch mit Foto in Aua1119), sind beträchtlich. Und ganz offensichtlich war der offene Brief ja auch nicht völlig substanzlos, denn sonst wäre der zweite Teil dieser unsäglichen Sendung ja sicherlich ausgestrahlt worden.

 

Und noch ein „Gschmäckle“

Übrigens bekam die ganze Angelegenheit und leider erst nach der Veröffentlichung des offenen Briefs noch ein ganz besonderes Gschmäckle. Auf der Facebook-Seite des Carsten Thierfelder nämlich fand sich folgender (von DN unten rot gerahmter) Eintrag:

 





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Donnerstag, den 17. Oktober 2013 um 10:16 Uhr
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