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Aua978: Versteigerung von 36 Foxterriern (3): Der bittere Preis des Tierschützer-Aktionismus'

 

{TS-Kritik}

 

Die Tierschützer, welche über Facebook und auf anderen Kommunikationswegen gegen die angekündigte Versteigerung von 36 Foxterriern im Tierheim Recklinghausen eine Riesenwelle gemacht hatten (vgl. Aua969), haben ihren Willen bekommen: Die Auktion wurde mit einleuchtender Begründung von der Kreisverwaltung Recklinghausen abgesagt (vgl. Aua975).

An der Begründung war auch nichts nicht zu verstehen: Aufgrund der angekündigten Proteste mussten die Behörden von einem notwendigen Polizeieinsatz ausgehen, der die schon bisher entstandenen Kosten von über 40.000 Euro noch weiter in die Höhe und über den zu erwartenden Erlös hinaus getrieben hätten.

Der Absage der Auktion folgte: Hurra und Juchhe bei den Agitatoren und Aufrufern zu Protestmails an Tierheim, Kreisverwaltung und Auktionshaus. Üppig schüttet die Facebook-Seite Tierschutz Moers den Lorbeer aus:

              

+++ Danke an all die Tierfreunde, die durch ihr Engagement dazu beigetragen haben, den armen Zuchthunden eine bessere Zukunft zu ermöglichen. +++

(Facebook-Seite Tierschutz Moers)  

              

Wille durchgesetzt, den manipulierten Tierfreunden das Leckerli hingeworfen – und schon zieht der Tierschutz-Zirkus weiter.

Auf der Strecke bleiben: 36 Foxterrier!

 

Vorerst keine Vermittlung möglich

Denn Differenzierungen und Feinheiten werden vom walzenden Tierschutzaktionismus nicht wahrgenommen.

Entsprechende Besonnenheit und Textkompetenz jedoch hätte bei der Lektüre der Pressemitteilung des Kreises Recklinghausen schon aufhorchen lassen müssen. Da dies im ersten Ansatz den treibenden Tierschützern offensichtlich nicht gelungen ist, hier noch einmal mit Hervorhebung:

              

Das Veterinäramt beabsichtigt dem Tierheim Recklinghausen die Foxterrier zur Vermittlung zu überlassen. Dadurch hätte das Tierheim die Chance noch intensiver darauf zu achten, dass – im Interesse des Tierschutzes – die Hunde an Personen vermittelt werden, die ihnen ein gutes, dauerhaftes Zuhause bieten, sich ihrer annehmen und dafür sorgen, dass sie artgerecht gehalten werden.

(Pressemitteilung Kreis Recklinghausen vom 03.05.2013 zur abgesagten Auktion)

  
              

„Beabsichtigen“ und der schöne Konjunktiv „hätte“ … die Chance!

Doch diese Chance wurde durch das reflexartige Wüten der Tierschützer zunichte gemacht. Inzwischen nämlich habe der Züchter und Eigentümer der Hunde einen Eilantrag gegen die Veräußerungsverfügung beim Verwaltungsgericht Gelsenkirchen eingereicht.

WDR-Lokalzeit Dortmund berichtete am Montag in einem ausführlichen Beitrag.

Merke auf: Der Eilantrag gegen diese behördliche Verfügung erfolgte erst jetzt und nachdem der Eigentümer vermutlich mit Befriedigung feststellen konnte, dass die gegen ihn vorgehende Behörde fett Prügel von den Tierschützern bekommt.

Konsequenz: Das "Beabsichtigen" des Kreises hat sich jetzt mitsamt dem Konjunktiv erst einmal erledigt. Durch das anstehende Verwaltungsgerichtsverfahren geht gar nichts mehr. Die Hunde können eben nicht dem Tierheim zur Vermittlung freigegeben werden.

Schlimmer noch: Nach den dieser Redaktion vorliegenden Informationen verfolgt der Züchter das Ziel, dass ihm alle beschlagnahmten Hunde wieder zurückgegeben werden.

Ob dieser Worst Case Realität wird, lässt sich derzeit nicht absehen. Absehen lässt sich nur ganz klar, dass diese neue Entwicklung insbesondere für die Junghunde eine blanke Katastrophe ist, sitzen sie doch auf unabsehbare Zeit im Tierheim Recklinghausen fest und dürfen schlicht nicht vermittelt werden.

 

Es war alles so gut vorbereitet gewesen

Dabei war vom Tierheim Recklinghausen und einigen weiteren Tierschutzorganisationen, die bei solchen heiklen Vorgängen jedoch klüger und leiser agieren, für die Auktion alles gut vorbereitet worden. Nach Angabe der Recklinghäuser Tierheimleiterin Nina Schmidt war es gelungen, für die Mehrheit der Hunde seriöse und überprüfte Interessenten zu finden, die ihre Lieblinge um jeden Preis ersteigert hätten. Für die dazu notwendige Finanzkraft standen die erwähnten klügeren Tierschützer hinten dran!

Für einige der älteren Tiere hätte man zwar vielleicht die Versteigerung an Personen aus der Züchterszene nicht verhindern können, aber das Gros der Tiere wäre in Sicherheit und vor allem: ALLE Hunde wären aus dem Eigentum des Züchters heraus gewesen.

Die Chance ist jetzt endgültig vertan.

Wie rasch und in welche Richtung das Gericht entscheiden wird, ist derzeit nicht absehbar. Erfahrungen aus ähnlich gelagerten Fällen lassen Übles vermuten.

Doggennetz.de erlaubt sich deshalb, den Facebook-Tierschutz-Moers-Lorbeer noch einmal und jetzt den Tatsachen entsprechend zu formulieren:

 

 

+++ Danke an all die Pseudo-Tierfreunde,

die durch ihren blinden Aktionismus

und der hirnlosen Befolgung

noch hirnloserer Protestaufrufe dazu beigetragen haben,

den armen Zuchthunden eine zeitnahe Lösung und

reelle Chance auf ein Zuhause gründlich zu versemmeln

und sie dahingehend zu gefährden,

dass sie im Worst Case

wieder zum Züchter zurück müssen. +++

 

 

 





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Mittwoch, den 08. Mai 2013 um 12:04 Uhr
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