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Aua966: Nachruf auf eine engagierte Tierschützerin: Gabriele Hilbig ist tot

 

{TS-Kritik}

 

Gestern ist nach langer und schwerer Krankheit eine sehr engagierte Tierschützerin ihrem Krebsleiden erlegen: Gabriele Hilbig.

Die Doggennetz.de-Redaktion kondoliert den Angehörigen und Hinterbliebenen sowie den trauernden Mitstreiterinnen der AG Internationaler Zusammenschluss Tierschutz.

Als Ausdruck des Respekts vor dem unermüdlichen Einsatz der Verstorbenen und als anteilnehmende Geste an alle Hinterbliebenen veröffentlicht die Redaktion gern den von der AG IZT verfassten Nachruf:

 

                

Gabriele Hilbig ist tot.

Unsere langjährige Freundin, Wegbegleiterin und Tierschutzkollegin ist am 23. April 2013 um 7.45 Uhr im Alter von nur 50 Jahren ihrem Krebsleiden erlegen.

Viele von euch kennen Gabi aus der Zeit, als sie den Verein „Samtpfote“ in Emmerich leitete und schon damals Rundbriefe an Spender, Paten und Interessierte verschickte. Sie lebte viele Jahre im „Katzenhaus“ mit ca. 50 Stubentigern und versorgte täglich noch einige Futterstellen in Emmerich. Gerade die verwilderten Kätzchen lagen ihr besonders am Herzen. Sicher können sich noch einige an den Kampf erinnern, als die Stadt Emmerich ein Fütterungsverbot aussprach. Viele von uns haben an den Protesten teilgenommen, und die Stadt nahm ihre Anordnung zurück.

Wir kennen Gabi schon seit vielen Jahren als Kämpferin gegen jegliches Unrecht und für die Rechte der Tiere.

Besonders engagierte sie sich gegen Haustierdiebstahl, gegen Tierversuche und gegen korrupte Personen, die sich zwar Tierschützer nennen, aber keine sind.

Gabi hat nie ein Blatt vor den Mund genommen und es lag ihr nie daran, sich beliebt zu machen.

Vor einigen Jahren hat sie sich der Arbeitsgemeinschaft Internationaler Zusammenschluss Tierschutz (IZT) angeschlossen und wurde schnell dessen „Sprachrohr“.

Sie hat erstmals in zahlreichen Artikeln dokumentiert, dass es nicht nur wahrscheinlich, sondern auch rechtlich möglich ist, dass Tierheimtiere und auch Tiere aus dem Ausland in Versuchslabors enden. In Artikeln wie: „Das Grauen hat ein Gesicht“ wies der IZT darauf hin, dass die Europäische Chemikalienrichtlinie REACH etwa 50 Millionen Tieropfer fordern würde, und ging der Frage nach, wie der Mehrbedarf an Versuchstieren gedeckt werden könnte.

Im Januar 2009 veröffentlichten wir den Artikel: „Plant die EU die Endlösung für Streunerhunde?“ und wiesen auf die Empfehlungen der OIE (Weltgesundheitsorganisation für Tiere) und das „Stray Dog Populations Control Program“ hin und verknüpften das mit der Frage, ob der Mehrbedarf an Versuchstieren nicht etwa durch die eingefangenen Streuner gedeckt werden sollte.

Auch die geänderte Tierversuchsrichtlinie der EU, die in jedes nationale Tierschutzgesetz integriert werden muss und den Gebrauch von streunenden Haustiere für die Forschung erlaubt, lässt Schlüsse dieser Art zu.

***

Es ist jetzt elf Monate her, seit Gabi einen Knoten in ihrer Brust ertastet hatte. Gabi lehnte jede schulmedizinische Behandlung ab. Leider hat sie sich auch auf keine ganzheitliche natürliche Therapie durch Fachleute eingelassen. Vielmehr hat sie sich selbst behandelt und durch gewisse Scharlatane, die im Internet Heilung auch bei Krebs versprechen, blenden lassen.

Vielleicht durch ihre Krankheit bedingt und dadurch, dass sie allein lebte, begann sie die Welt als rundherum böse zu betrachten. Ihr christlicher Glaube war weniger eine Stütze, sondern trieb seltsame Blüten. So sah sie in dem, was Tieren und Menschen an Grausamkeiten auf unserem Planeten angetan wird, ein dämonisches, teuflisches Wirken und sie war sicher, dass es Kräfte gibt, die es darauf abgesehen haben, nicht nur die Tiere, sondern auch uns Menschen zu dezimieren.

Auf dieser Grundlage war uns eine Zusammenarbeit im IZT nicht mehr möglich. Gabi verließ uns und wollte auch keinen freundschaftlichen Kontakt mehr. Diese Erfahrung war sehr schmerzlich, da wir unsere Weggefährtin und Mitstreiterin verloren hatten.

Gabi ist nicht allein gestorben. Ihre Mutter war bei ihr und hat die letzen Wochen für sie gesorgt. Den Platz, der im Hospiz für sie reserviert war, hat sie ausgeschlagen, da sie solange wie möglich bei ihren beiden Kätzchen bleiben wollte.

Liebe Gabi: Lebe wohl, in einer hoffentlich besseren Welt! Wir vermissen dich und werden dich nie vergessen.

AG Internationaler Zusammenschluss Tierschutz

Gabriele Menzel

Gisela Urban

Claudia Sunitsch  

              

 

 





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Mittwoch, den 24. April 2013 um 10:02 Uhr
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