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Aua927: Animal Hope Varna: Pflegestellen müssen die Hunde kastrieren

 

{TS-Kritik}

 

Es ist ungeheuer mühsam, die gesammelten Mythen der Auslandstierschlepper Stück für Stück zu demontieren. Nimmt der Interessierte die auf verschiedenen Facebook-Seiten derzeit tobende Diskussion pro und contra dieser Art von „Auslandstierschutz“ zur Kenntnis, stößt er dabei wieder und wieder auf dieselben, alle schon längst wiederlegten Argumente.

Einer der ständig durch den Wolf gedrehten Lügen ist die von den Kosten. Dabei wird immer wieder darauf hingewiesen, dass die „Tierschützer“ die Tiere  impfen und kastrieren ließen.

Ohne weiteren Bezug auf diese Nebelkerzen-Diskussion veröffentlicht Doggennetz.de  den Pflegevertrag der bulgarischen Organisation Animal Hope Varna, die an dem Horrortransport von Wien (Kurzbezeichnung)  am letzten Februar-Wochenende 2013 beteiligt war (vgl. dazu Aua919, Aua921, Aua924, Aua926).

 

Keine Kosten, aber Kastration geregelt

Dieser Pflegestellenvertrag von Animal Hope Varna enthält keinerlei Regelungen bezüglich der Kosten, welche den Pflegestellen entstehen. Der Vertrag selbst enthält ausschließlich Pflichten der Pflegestelle. Von Rechten der Pflegestellen gegenüber dem Verein ist keine Rede. Unter diesem Aspekt wäre eine juristische Prüfung auf Sittenwidrigkeit zumindest angezeigt.

Auffallend des Weiteren ist, dass mitten im Vertragstext auf einmal von "Schutzvertrag“ die Rede ist (vgl. Punkt 13), was den Verdacht nahelegt, dass der Pflegestellenvertrag aus Passagen des Abgabe- bzw. Schutzvertrags dieser Organisation zusammengesetzt wurde.

Die interessanteste Regelung dieses Vertrags betrifft Punkt 10:

              

Mit dem Tier darf weder Zucht noch Vermehrung betrieben werden. Falls das Tier unkastriert übergeben wurde, verpflichtet sich der /die Übernehme/In die Kastration nachzuholen, sobald das Tier alt genug dafür ist, und reicht sogleich eine Kastrationsbestätigung beim Verein ein. Werden dennoch Jungtiere geboren, ist der/die Übergeber/In zu verständigen. Die Jungtiere dürfe nur mit einem Schutzvertrag des Eigentümers an Dritte abgegeben werden.

(Animal Hope Varna Pflegevertrag Muster; Hervorhebung d. DN-Red.)  
              


Es handelt sich hier eindeutig und wie ausgewiesen um den „Pflegestellenvertrag“. Dieser Redaktion liegt neben dem Muster dieses Vertrags noch eine weitere und einen von AHV eingeführten Hund betreffende Vertragsversion vor.

Die obige Regelung versteht diese Redaktion dahingehend, dass die Pflegestellen verpflichtet werden, ihnen unkastriert ausgehändigte Tiere kastrieren zu lassen. Wer die Kosten dafür trägt, davon schweigt dieser eigenartige Vertrag. Stattdessen wird dem Pflegeplatz noch die Verpflichtung aufgebürdet, „sogleich eine Kastrationsbescheinigung beim Verein“ einzureichen.

Da die Kostenfrage im Pflegestellenvertrag nicht geregelt ist, kann man zumindest davon ausgehen, dass die Pflegestelle diese Kosten zu tragen hat. Damit minimieren sich die Unkosten für AHV natürlich erheblich.

Klarer drückt sich AHV bezüglich der Haftpflicht aus. Die Pflegestelle ist dafür verantwortlich und es wird geraten, eine Versicherung abzuschließen. Noch eine Kostenminimierungs-Strategie!

Dass diese "Tierschützer" das Eigentum an allenfalls in Deutschland gefallenen Welpen der Pflegehunde auch noch regeln müssen, die selbstverständlich ebenfalls in das Eigentum der Orga übergehen, mag damit zusammenhängen, dass unkastrierte Tiere nach Deutschland gebracht werden. Nachwuchs ist da  keine Überrraschung.

 

Minderjährige Pflegestellen?

Nicht ganz uninteressant ist auch der Klammerausdruck am Ende des Pflegestellenvertrages. Unter der Unterschriftenzeile steht: „(bei Minderjährigen jeweils Unterschrift des/der Erziehungsberechtigten)“.

Doggennetz.de versteht diesen Klammerausdruck dahingehend, dass AHV durchaus auch bereit ist, Pflegestellenverträge mit Minderjährigen abzuschließen, solange die Erziehungsberechtigten auch unterschreiben.

Sehen Sie unten im Anhang den Muster-Pflegevertrag von Animal Hope Varna; die relevanten Passagen sind von dieser Redaktion gelb markiert.

Bildzitat Screenshot von http://www.wr-tierschutzverein.org/?navi=aktuell&nr=112&subnavi=&subsubnavi
Fotodokumente des Wiener Tierschutzvereins von einem mutmaßlich aus Bulgarien kommenden Transport, der bei Wien von der Polizei angehalten wurde. Die Organisation Animal Hope Varna (AHV) hatte ebenfalls Tiere auf diesem offensichtlich vollkommen überladenen Transport, der nach Recherchen der Facebook-Seite Dog News insgesamt 77 Stunden unterwegs gewesen sein soll. Auf dem Transport befanden sich nach eigenen Angaben von AHV auch drei Mutterhündinnen mit insgesamt elf Welpen!

 

 





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Mittwoch, den 06. März 2013 um 10:58 Uhr
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