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Aua900: Gastbeitrag Marla Elan: Tierschutz für Bienchen und Blümchen

 

{TS-Kritik}   [updated 15.02.2013]

 

Die auf Doggennetz.de besonders geschätzte und regelmäßige Gastautorin Marla Elan nimmt sich in nachstehendem Text eines besonderen Phänomens an: Warum eigentlich ignorieren die Tierschützer so hartnäckig die brennenden Indizien und Beweise dafür, dass Tiere aus dem Tierschutz, aus deutschen Tierheimen und natürlich ganz besonders aus dem Auslandstierschutz im Tierversuch landen?

Das Potenzial gemeinschaftlichen Masturbationsaktionismus' wie in Aua894 scheint diese oberflächlichen Tierliebhaber vollständig  zu befriedigen. In den Augen dieser Redaktion werden sie durch ihre Mithilfe bei diesen durchgehenden Ablenkungsmanövern zu Mittätern.

Fakt und belegt ist: Die 2002 der Universität Gießen vorgelegte Dissertation Untersuchung der Wirksamkeit eines Impfstoffes gegen die Feline Infektiöse Peritonitis unter Tierheimbedingungen belegt die Herkunft der Katzen für die dabei durchgeführten Tierversuche. Es sind „Wohnungstier“(e), „Freigänger“ , „Wildfang“(e) und Katzen unbekannter Herkunft.

Die Tierhilfe Süden informiert detailliert hier

Dort wird auch noch einmal der bekannte Skandal im Tierheim Kamp-Lintfort 1996 aufgegriffen.

Auch andere Belege für die Verwendung von Random–Source-Tieren (Straßentiere) werden erneut zitiert. Doggennetz.de hatte über Random-Source-Versuchstiere auch mehrfach berichtet (vgl. Aua379, Aua417, Aua458).

Warum eigentlich sind es soo verstörend wenige Tierfreunde und Tierschützer, welche sich für dieses  hochrelevante Thema interessieren? Besonders auch unter dem Aspekt, dass nach wie vor NIEMAND erklären kann, wo denn all die Hunderttausende von Auslandstieren bleiben?


Dokumentationen der  IZT [updated: 15.02.2013]

Dieser Redaktion ist bisher nur eine Organisation bekannt, welche dieses Thema seit Jahren konzentriert bearbeitet und dazu publiziert: Internationaler Zusammenschluss für Tierschutz (IZT).

Außer der IZT scheint sich kaum jemand dafür zu interessieren, dass seitens der EU die Verwendung von Straßentieren für Tierversuche gezielt ausgebaut wird.

[Ergänzung Update 15.10.2013:
Leider führt die IZT-Webseite derzeit themenfremde und ideologisch bedenkliche Inhalt, die Doggennetz.de nicht vertreten kann und von der sich diese Redaktion sowie auch einzelne Mitglieder der IZT ausdrücklich distanzieren (vgl. dazu Distanzierungserklärung von Gabriele Menzel im Anhang). Deshalb hat diese Redaktion den Hyperlink auf die IZT deaktiviert.
Der Aussagekraft derjenigen Texte, welche sich mit dem Thema Tierversuche und EU beschäftigen, wird durch die themenfremden und ideologisch fragwürdigen Inhalte jedoch nicht geschmälert.
[Ende Ergänzung Update 15.10.2013}


Eine der wenigen Organisationen über die IZT hinaus, welche sich um dieses Tierleid kümmern,  ist Tiere suchen Menschen. Auf deren Webseite erschien  2007 der Artikel Grausame Wahrheit über Tierversuche.

              

Tierschutz für Bienchen und Blümchen

  von Marla Elan

 



Es existiert ein Parallelluniversum. Das ist geheim und das bleibt geheim, denn die Ablenkung, die Kulisse, das Potemkinsche Dorf sind perfekt.

In diesem unserem Universum beschäftigen sich Tierfreunde aller Couleur damit, sich und anderen das Fleisch essen abzugewöhnen, die Freunde für den örtlichen Tierschutzverein zu begeistern, sich als Pflegestelle für eine ausgemusterte Kreatur zur Verfügung zu stellen oder die armen Hunde, die im Ausland verfolgt, vergiftet und gehasst werden, nach Deutschland in ein besseres Leben zu importieren. Es gibt so viel zu tun im Tierschutz. Vom Gassi gehen mit Tierheimhunden bis zum Kuchen backen für das Sommerfest des Tierheims.

  Da falten wir fleißigen Bienchen und Blümchen nun die gespendeten Hundedecken zusammen, gehen Katzenkuscheln im Katzenhaus, verdaddeln unsere Freizeit als Kassenwart im Tierschutzverein oder unser Benzin bei Tierarztfahrten für arme, kranke Hunde. Eine Wirbelsäulenoperation für einen gelähmten Hund? Kein Problem, wir sind eine verschworene Gemeinschaft und wir sind die Guten! Die paar Tausender für OP und Reha kriegen wir über Spenden rein. Eine Fahrkette von Damaskus nach Detmold? Null Problem, wir sind gut vernetzt, das klappt.

Wir Idioten!

Vielleicht hätten wir doch etwas anderes lesen sollen als die Neue Post oder Töchterchen Kimberleys Wendy. Hätten wir uns doch einmal dort umgeschaut, wo von Berufs wegen im Namen der Wissenschaft Tiere belästigt, gequält und getötet werden. Bei den Tierärzten.

Blick in eine Doktorarbeit gefällig? Da findet man in der tabellarischen Kurzbeschreibung der Versuchstiere (Katzen) in der Spalte "vorherige Haltung" außer "unbekannt" auch "Wildfang", "Freigänger" und "Wohnungshaltung".

Wildfang, aha, also mutmaßlich eine Katze ohne Besitzer, zumindest keiner, der Anspruch auf das Tier erheben würde. Wohnungshaltung? Hoppla! Da kaum anzunehmen ist, dass Tierärzte oder deren Mitarbeiter in Wohnungen einbrechen, um die Hauskatze in ihr Labor zu verschleppen, muss es sich dabei wohl um im Tierheim abgegebene Katzen handeln, die vorher in einer Wohnung lebten. Oh nein, und dann auch noch Freigänger! Ja, natürlich, jeder weiß oder ahnt, dass immer mal wieder Tierfänger unterwegs sind und Freigängerkatzen fangen. Oder der Ex-Freigänger ist auch ein Tierheimtier. Man denkt, das ist alles illegal. Ein Mitarbeiter, der im Betrieb ein paar Pommes isst, die ansonsten im Müll gelandet wären, fliegt - Diebstahl. Wenn das also illegal ist, wird es bestimmt vertuscht. Aber im Gegenteil, gruppenweise lesen gelehrte Menschen die Doktorarbeiten, in denen ganz ehrlich und direkt die geraubten Katzen als Versuchsmaterial auftauchen. Alles kein Problem in Deutschland.

Frau Aigner, oder besser noch gleich Frau Merkel,
muss ich in diesem Land damit rechnen, dass meine frei laufende Katze eingefangen und in offiziellen Tierversuchen verbraucht werden darf? Muss ich, wenn ich meine Katze im Tierheim abgebe, damit rechnen, dass sie an ein Versuchslabor weitergereicht wird?

Die Hoffnung stirbt zuletzt. Überlebende Versuchstiere werden vielleicht vermittelt. Das ist die Chance, die eigene (entaignete, hoppla! enteignete?) Katze wiederzubekommen. Muss ich dann eigentlich Schutzgebühr zahlen?

  

              

 

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Dienstag, den 12. Februar 2013 um 10:45 Uhr
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