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Aua854: Die satirische TV-Kritik: Das junge Tierschutz-Kaiserpaar Ranz und Massi

 

{TS-Satire}

 

Weihnachten ist medial immer auch die Zeit der großen Filmklassiker und Schmachtschinken aus dem vorherigen Jahrhundert. Zu einem der ältesten gehört der österreichische Historienfilm Sissi.

Glücklicherweise gibt es inzwischen für jedes noch so exotische Soziotop zielgruppenspezifische Film-Adaptionen der Klassikerversion. Für die Tierschutz-Szene sind das natürlich der junge Kaiser Ranz Seeger mit seiner Prinzessin aus dem Königreich derer von Hohenzollern, der bezaubernden Massi.

Deren junges Eheglück wird chronisch vergiftet von der intriganten Kaisermutter, Erzherzogin Kabine S., das alte Miststück. Als die rote Hexe auch noch die kleine Spendenbüchse in ihre Gewalt bringt, kommt es schier zum Eklat.

 

Schon vor 200 Jahren zwanghaft: die Penetrierung Osteuropas

Übrigens gilt die Adaption des Klassikers Sissi für die Tierschützer als glaubwürdigste Variante. Denn wie in der Vorlage auch reisen Kaiser Ranz und seine Botschafterin des Herzens nahezu zwanghaft nach Osteuropa, wo sie sich auf einer Pressekonferenz zum moralischen Königspaar krönen lassen.

Aus gepäckökonomischen Gründen für die weite Reise hat sich Ranzl seine Uniform gleich auf die Haut tätowieren lassen und hampelt die ganze Zeit halbnackt vor der Kamera herum. So aber ist in der kaiserlichen Kutsche viel mehr Platz für iPhones und iPads – wer immer die da auch reingetan haben mag …

Am Straßenrand stehen die damals noch jubelnden Ureinwohner und winken dem jungen Kaiserpaar mit ihrer Flex und dem Hackebeilchen zu.

Berühmt und selbstverständlicher Bestandteil des Zitatenschatzes im gehobenen Bildungsbürgertum sind die zu Herzen gehenden Dialoge, die in ihrer Authentizität und inhaltlichen Fülle nur knapp  an solche in der Seifenoper hundkatzemaus heranreichen wie:

    

„Ranzl!“
„Massi!“

„Ranzl!“
„Massi!“

„Ranzl!“
„Massi!“

 


Ranzl kann nicht ...

Von der Vorlage klar abweichend und als komplette Überraschung wirft Prinzkaiserin Massi Ende 2012 die Brocken als Botschafterin hin.

Normalerweise würde Kaiser Ranzl an der Stelle dumm aus der Wäsche gucken … er hätte denn welche (siehe oben) !





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Mittwoch, den 26. Dezember 2012 um 14:00 Uhr
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