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Aua842: Fundtierverwaltung Landkreis Sigmaringen (6): Erkennen Sie den Tierschutzkitsch?

 

{TS-Kritik}

 

Die Problemzonen in der Fundtierverwaltung Landkreis Sigmaringen sind so vielfältig, dass Doggennetz.de nur schleppend der aktuellen Entwicklung hinterherschreiben kann. Wie dramatisch die Situation ebendort ist, lässt sich vielleicht auch an der Tatsache ablesen, dass (kritische) Presseanfragen in diesem Landkreis gleich reihenweise nicht oder nichtssagend beantwortet werden (vgl. dazu Aua824 und Aua841).

Bevor Doggennetz.de dazu kam, eine wichtige weitere Institution im Chaos der nicht funktionierenden Fundtierverwaltung thematisch einzuführen, nämlich die gemeinnützige GmbH Villa Samtpfötchen, erschien gestern in der Schwäbischen Zeitung ein Artikel über die Kooperation der Stadt Messkirch mit eben dieser Einrichtung.

Der Artikel selbst und seine Hintergründe soll später noch kommentiert werden.

 

Exkurs: Tierschutzfolklore in den Medien

Es ist ein weiteres Dauerthema von Doggennetz.de, wie verzerrt und verkitscht der Tierschutz in den Medien üblicherweise dargestellt wird. Ein besonders krasses Beispiel war ein Fernsehbeitrag des Bayerischen Fernsehens über den sogenannten Sonnenhof (vgl. Aua747).

Die Tierschutzkitsch- und  Auslandtierschlepper-Werbesendung Tiere suchen ein Zuhause ist ohnehin Dauerthema auf Doggennetz.de. Die Tierschutzopern der Privaten, namentlich VOX mit hundkatzemaus, haben nach vielen kritischen Beiträgen auf Doggennetz.de inzwischen ein so unterirdisches Niveau erreicht, das es dieser Redaktion unmöglich macht, den Kitsch überhaupt noch anzugucken.

Wenn insbesondere die Tagesjournaille dann einmal kritisch ans Thema geht, wie das ganz aktuell die Wildeshausener Zeitung tut (vgl. Aua836 und Aua840), erheischt dieser Grad an Außergewöhnlichkeit eigene Auas.

Doch von einem solchen kritischen und die Strukturen dahinter durchleuchtenden Niveau ist etwa die Schwäbische Zeitung meilenweit entfernt. Diese schaufelt den unhinterfragten Tierschutzkitsch mit der ganz großen Kelle über ihre Leser und führt in dem Artikel Katzen fressen 20 Kilo Nassfutter pro Tag einen neuen Partner der kommunalen Fundtierverwaltung ein: Villa Samtpfötchen.

 

Den Kitsch erkennen

Bevor auf die besonderen Merkmale dieser gemeinnützigen GmbH in weiteren Artikel dieser Serie eingegangen wird, möchte die Redaktion den DN-Lesern die Möglichkeit geben, sich selbst in Bild zu machen. Zu diesem Zwecke nämlich steht ein sehr aussagekräftiges Video der Villa Samtpfötchen hier zur Verfügung.

Zur Information: Gemäß eigenen Verlautbarungen der Villa Samtpfötchen wie auch nach dem zitierten Zeitungsartikel werden dort derzeit sage und schreibe 138 Katzen „versorgt“ – von einem Rentner und einer Dame, die „hauptberuflich eine Fußpflegepraxis in Tengen“ betreibt (Zitat Schwäbische Zeitung). Zur Orientierung ortsunkundiger Leser: Tengen liegt rund 45 Kilometer vom neuen Standort der Villa Samtpfötchen im Landkreis Sigmaringen entfernt.

Weitere Hilfe zur Beurteilung des Videos und der Angaben auf der Website der Villa Samtpfötchen liefert auch die exzellente Dissertation von Susanne Tina Sperlin über Animal Hoarding hier.

Doggennetz.de-Leser sollten sich auch nicht auf die Information allein hier verlassen. Die Bilanzen der gemeinnützigen GmbH Villa Samtpfötchen zumindest bis zum Jahr 2010 sind im Internet verfügbar (Unternehmensregister.de). Zwar geben diesen keinen Überblick über die Art der Einnahmen und Ausgaben, aber der akkumulierte Jahresüberschuss 2010 in Höhe von knapp 19.000 Euro ist auch nicht schäbig.


Vollständige Adaptierung der Intransparenzregel des Landkreises

Ein Versuch der Doggennetz.de-Redaktion, einen Termin zur Besichtigung des neuen Standorts der Villa Samtpfötchen im Landkreis Sigmaringen zu erhalten, wurde – keine Überraschung – nicht beantwortet.

Damit passt sich – zumindest bisher – die Villa Samtpfötchen den intransparenten Strukturen im Landkreis Sigmaringen hinsichtlich der Fundtierverwaltung perfekt an!

 





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Sonntag, den 16. Dezember 2012 um 14:39 Uhr
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