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Aua832: Tierheim Hassfurt: VG Würzburg erschüttert über krasse Missstände und chaotische Finanzverwaltung

 

{TS-Kritik}

 

Nicht oft, aber immer öfter kommt Doggennetz.de in den Genuss gerichtlicher Bestätigung der hier exzessiv geübten Kritik am etablierten Tierschutz. Zum Beispiel: Tierheim Hassfurt.

Über die vom Amtstierarzt verfügte Schließung dieses Tierheims hatten wir in Aua226 berichtet. Ein pikanter Nebenaspekt übrigens dabei das gute Timing des Deutschen Tierschutzbundes e. V. (DTB), der diesen Verein gerade noch rechtzeitig aus dem Verband ausschloss.

Auch CharityWatch.de informierte über das von den Behörden festgestellte Tierleid in einem deutschen Tierheim.

Besonders eindrucksvoll am Fall Hassfurt ist die dramatisch mangelnde Einsichtsfähigkeit der Verantwortlichen des Vereins, die in diesem wie in vielen anderen Fällen unter dem Dach des DTB auch geriatrisch begründet sein könnte (vgl. dazu Aua233).

 

Ein erschütterter Richter, krasse Missstände, chaotische Finanzen

Ein Machtwort gesprochen hat zum Tierheim Hassfurt jetzt das Verwaltungsgericht Würzburg. Dieses nämlich hatte der Vereinsvorstand angerufen, um gegen die von ihm empfundene Ungerechtigkeit des Entzugs der Betriebserlaubnis vorzugehen.

Es braucht an dieser Stelle eigentlich nicht noch einmal darauf hingewiesen werden, dass auch solche Verfahren mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit aus  Spendengeldern bezahlt werden. Auf jeden Fall wurde die vom den gekränkten Vereinsvorstand eingereichte Anfechtungsklage kostenpflichtig abgewiesen.

Die Mainpost berichtet mit enthüllenden Befindlichkeitsbeschreibungen des Gerichts: „Das Gericht zeigte sich <erschüttert> über die Zustände, die im Haßfurter Tierheim kurz vor der Schließung durch das Landratsamt geherrscht hatten“. „Neben einer <chaotischen Finanzverwaltung> seien die Zustände <untragbar> gewesen. Der Vorsitzende Richter bezeichnete die Missstände als <krass>“ (Quelle).

Auch Zergportal informiert über das neuerliche Desaster.

 

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Doggennetz.de-Senf:

Geschicktes Ausschlusstiming des DTB hin oder her: Zustände wie in Hassfurt sind KEINE Ausnahme! Der Vorsitzende dort vermoost seit 25 Jahren mit dem Vorstandssessel. Es ist wenig wahrscheinlich, dass sich die verheerenden und massives Tierleid verursacht habenden Missstände erst kurz vor dem Verbandsausschluss eingestellt haben.

Und viel zu häufig erreichen auch diese Redaktion Beschwerden von Tierfreunden quer durch die Republik, dass der Dachverband ignorant bis gar nicht auf Hinweise zu Missständen in den Tierheimen, die sich da unter seinem Dach versammeln, reagiert.

Die deutsche Tierschutzinfrastruktur leidet massiv an dem Verlust an Aufmerksamkeit, Interesse, Spenden, Adoptanten und der Manpower, die ihr durch den melodramatischen Auslandstierschutzhype zugefügt wird.

Bitte beachten Sie passend zu diesem Thema  auch die aktuelle Artikelserie Fundtierverwaltung im Landkreis Sigmaringen (vgl. Aua814 / Aua816 / Aua821 / Aua824).

Und: Auch wenn gerade diese Redaktion keinen Anlass dazu hat, das hohe Lied auf die Veterinärämter zu singen, sollte man den bremsenden Effekt solcher klagefreudigen Tierschutzvereinsvorstände auf amtstierärztliche Interventionen hin nicht unterschätzen. Kein Landrat als Vorgesetzter einer Veterinärbehörde ist begeistert, wenn das Amt vor Gericht gezerrt wird. Und dort befindet man sich, eine alte Weisheit, erst einmal in Gottes Hand! Wenn sich der eine oder andere Veterinär angesichts dieses juristischen Risikos erst einmal zurücknimmt mit Auflagen gegen Tierheime und Tierschutzvereine oder gar deren Schließung, lässt sich eine solche geringe Betriebsgeschwindigkeit der Aufsicht führenden Fachbehörden zumindest erklären!

Das ist dann auch eine Möglichkeit, dem Tierschutz zu schaden! Und wieder: unter Rückgriff auf Spendengelder!

 





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Freitag, den 07. Dezember 2012 um 11:38 Uhr
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